Kartenspiele – ein Lichtblick. Vor allem Poker ist hier bei den Spielen mit Karten zu nennen. Kein Wochenende vergeht; auch das letzte nicht; an dem es keine neuen Rekorde gibt. Ein Turnier voller als das andere, ein Preisgeld höher als das andere. Spieler und Spielfreude, wohin das Auge blickt.

Ja, Poker lenkt ab. Auf eine phantastische Art und Weise. Poker nimmt uns gefangen; auch wenn das aktuell keine gute Wortwahl ist. Poker verzaubert uns, nimmt uns an die Hand und führt uns zu fremden Menschen, neuen Ländern und noch nicht erlebten Abenteuern. Auch wenn sich das weltfremd und kitschig anhören mag.
Poker ist durchaus ein zwischenmenschliches Miteinander mit Emotionen, die ausgelebt aber nicht ausgekämpft werden. Poker vereint mehr als das es entzweit. Poker ist aufrichtig (die Bluffs ausgenommen) in seinem Wesen und seiner täglichen Darreichung.
Poker hat durchaus eine soziale Komponente, die vereint; die es Menschen erlaubt, sich ohne Rücksicht auf unterschiedliche Nationalitäten, unterschiedliche Religionen und unterschiedliche Gedanken an einen Tisch zu setzen. Das beispielsweise schafft Fußball nicht. Da gibt es schon vor dem Spiel auf die Fresse. Aber mal so richtig auf die Fresse.
Poker ist wie ein schönes, mehr oder minder harmonisches Sonntagfamilienessen. Vom perversen, schrägen Onkel mütterlicherseits einmal abgesehen. Es ist ein gelungenes Mahl. Es sättigt, es macht Spaß am Gaumen. Essen wie Poker auch ist mehr als ein reiner Zeitvertreib. Lebensart. Einstellung. Gewetzte Messer, die aber nur zweckgebunden verwendet werden.
Ja, Poker ist ein Genuss. Ja, Poker kann ein Lichtblick sein. Oder nennen wir es eine Ablenkung. Für einen kurzen Moment ist es eine Ablenkung; um es nicht allzu hoch zu hängen. Am Ende ist es dann doch nur ein Spiel. Keine Politik, keine Religion. Nur ein Spiel. Nicht einmal Sex.