Frauenherzen brechender Schweizer, zwei Bracelets nebeneinander, ein mutiger Deutscher, ein ungezogener Finne, vier gelangweilte Finnen, 30 reiche Menschen, vier aus Gelsenkirchen (?), 56 Musiker, ein fliegender Russe.
Wie macht das der kleine weintrinkende und sehr schwach bekopfhaarte Schweizer bloß? Egal ob Las Vegas, Monte Carlo, London oder Baden bei Wien, Rino Mathis ist bei jedem Turnier der Womanizer schlecht hin. Auch dieses Mal wieder. Dies aber nicht nur auf der Playersparty im Casino Baden, sondern, wenn man den Berichten Glauben schenken darf, auch in der Wiener Clubszene. Die Filme der einschlägigen Szenefotografen sind voll mit Rhino in den Armen schöner Frauen. Ein neidvolles Chapeau.
Es kommt nicht oft vor, dass gleich zwei Braceletsieger an einem Tisch im Casino Baden sitzen und dies noch dazu bei einem relativ günstigen Turnier, nämlich dem € 500 Deepstack. Matthias Rohnacher und Jörg Peisert fast Schulter an Schulter, wobei ich ja nicht glaube, dass einer von den beiden anfangs wusste, wer der andere ist. Bei Matthias Rohnacher deshalb nicht, weil er schon lange nicht mehr in der Szene ist, beim anderen weil er noch nicht so lange in Szene ist. Wie auch immer, Matthias ist eine Ikone, sein eigenes Denkmal und ein ganz großer der Pokerszene aus vergangenen Tagen. Er spielte schon Poker, als einiger der heutigen Highroller noch im Kindergarten um Bausteine stritten und das ist jetzt kein schlechter zeitlicher Vergleich, sondern eine Tatsache. Matthias war der erste deutsche Bracelet-Gewinner und der erste, Deutsche der überhaupt jemals an einer WSOP teilgenommen hat. Und wenn alles gut geht, dann dürfen wir uns über eine Kolumne von Matthias auf Pokerfirma freuen. Tiefe Verneigung vor einem ganz großen, der in diesen seltsamen Zirkus zurückgekehrt ist, auch wenn es vielleicht nur für einen Moment ist.
Der mutigste der Mutigen dieser EM ist definitiv Marco Liesy. Bei Event „völlig-egal“ sass er neben dem Schweizer Highroller Besim Hot. Jetzt ist Besim zwar einer, fürchterlich böse dreinschauen kann, und wenn Besim mit diesem Blick von Werthan verlangen würde ein Glas mit Gewürzgurken auszutrinken (inkl. Gurken) dann würde er dies ohne zu Hinterfragen tun. Was aber macht Marco jetzt zum unerschrockensten? Er sagte zu Besim: „Was ist schlimmer als Blitz und Gewitter? Marco der Brustwarzenzwicker“, und dabei drehte er kräftig an Besims Brustwarze.
Wie genau Besim darauf reagierte ist bisher noch nicht geklärt, aber dass Marco heroischen und infantilen Mut bewiesen hat, ist geklärt.
Im Rahmen des Nationen-Cups luden die Casinos Austria zu einem wundervollen Dinner ins Restaurant Do&Co. Großartiger Rotwein (Aumüller), sensationelle Suppe (Champagner Pilzschaumsuppe mit gebähtem Nussbrotstreifen), epochalem Hauptgang (Filet vom Beef und Lammspiesschen, weißem Auberginenpüree, Minz-Raita und einem leider verzichtbaren, Cous-Cous) und ein extravagantes Dessert (Schokoladen-Pralinensoffle & Vanille Créme Brulée). So exlusiv das Essen war, so unexklusiv benahm sich Ilari „Ziigmund“ Sahamies, um es in klaren Worten zu sagen: Er fraß wie ein Schwein.
Ein klares No Go
Finnen! Dann sollte man eine Denkpause einlegen und kurz und retrospektiv darüber nachdenken, was finnisch, Finnland, Finnen oder alles mit Suomi für sich bedeutet. Dieses, wahrscheinlich, vollkommen irre Gedankenkonstrukt kann durchaus als Realität genommen werden. Irgendwie müssen Klischees ja auch entstehen. Was machten eben jene Finnen beim Dinnerbreak des Nationen-Cups? Klar, Chinese-Poker um €50 pro Punkt.
Highroller! Dann sollte man eine Denkpause einlegen und kurz und retrospektiv darüber nachdenken, was annähernde Verachtung des Geldes, ausgebeulte Taschen oder alles mit viel Geld für sich bedeutet. Dieses, wahrscheinlich, vollkommen irre Gedankenkonstrukt kann durchaus als Realität genommen werden. Irgendwie müssen Klischees ja auch entstehen. Wieviel lag dann teilweise auf den Tischen? Richtig, sicher über 3 Millionen.
Manche Dinge bedürfen keiner Erklärung. Der Einmarsch der Deutschen Equipe beim Team-Bewerb auch nicht. Fünffache Verneigung für völlige Aufgabe von Stil und Mut für’s „Andere“
Die PLO-EM wurde nicht wie die „normale“ EM im 2. Stock des Casinos gespielt, sondern im ganz normalen Spielbereich im Badner Casino. Grund dafür war, dass „oben“ ein Konzert der Niederösterreichischen Tonkünstler stattfand. Diese werden gerne mit den Beatles verglichen, denn die spielen auch schon seit 40 Jahren nicht zusammen.
Spielpause beim Nationen-Cup und die Russen machten eine Side-Bet die relativ einfach klingt, aber sich dann doch als schwierig herausstellte. Baue einen Papierflieger und versuche auf 10 Meter damit die Wand zu erwischen.
Ergebnis: FAIL!
Einsatz: € 1.000
Ein Foto sagt nicht immer mehr als tausend Worte, sondern genau das Gegenteil dessen. Auch wenn das Bild Vermutungen zu lässt, so sollte der Betrachter (der mit den schmutzigsten Gedanken), sich jetzt ein wenig schämen gehen. Floormen Dietmar erweist keinen Liebesdienst, sondern er baut den Kartenmischer selbst(!) wieder in den Tisch ein, nach dem dieser sein Mischmaschinenleben aufgab.
Es muss aber erwähnt werden, dass Didi und Gerry zu den besten Floormen Europas gehören, Hauptsache sie stehen nur.
Keiner ist ein guter, aber irgendwie wussten wir das ja schon immer. Doch jetzt hat er es wieder einmal unter Beweis gestellt. Trotz der EM, legte er eine Turnierpause ein, um extra von Wien nach Linz zu fahren um dort an einer Charityveranstaltung zu Gunsten von „Licht ins Dunkel“ teilzunehmen. Die perfekt von Johann Lorenz organisierte Veranstaltung, war eine der promireichsten des Jahres. Neben Missy May wollten noch Toni Polster, Michael Konsel, Roberto Blanco, Robert Shumy, Uwe Kröger, Simone, „Waterloo“ Hansi Kreuzmeier, Dorian Steidl, Karel Gott, Ulli Bär, „Money Maker“ Alexander Rüdiger und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer neben Michael Keiner sitzen um so gutes Tun zu können. In Summe freerollte „Licht ins Dunkel“ € 70.000.











