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Poker Gossip: Betrüger Ring soll in San Diego sitzen

Eine massive Sicherheitslücke erlaubte es Betrügern, amerikanische Poker-Pros um bis zu $10.000 zu erleichtern. Fast 100 Spieler sollen betroffen sein. Die Spur führt inzwischen nach San Diego.

Ich kann jetzt öffentlich bestätigen, dass die Schuldigen hinter den Bankdiebstählen von Bet MGM, Viejas Casino und GlobalPay Inc ein organisierter Betrugsring mit Sitz in San Diego County waren” so Todd Witteles via Twitter.

Der Poker-Pro gehört zu den betroffenen Spielern, die im Oktober und November vergangenen Jahres beklaut wurden. Der Diebstahl war simpel und dreist. So nutzten die Betrüger eine massive Sicherheitslücke im System eines Finanzdienstleisters aus und erstellten bei Buchmachern Konten im Namen der Spieler.

Mit einer Handvoll Daten konnten die Betrüger die VIP-Einzahlung auswählen und so ohne viel Aufwand Geld überweisen. Sobald dieses beim Buchmacher ankam, wurde auf ein Venmo-Konto ausgezahlt.

Lediglich der volle Name, die Adresse, das Geburtsdatum sowie vier Ziffern der Sozialversicherungsnummer wurden benötigt. Die Bankdaten waren beim Finanzdienstleister hinterlegt, ein Sicherheitscheck oder eine Rückfrage erfolgten nicht.

Todd Witteles, der auf seiner Seite Poker Fraud Alert den Vorfall schilderte und den Vorfall so an die Öffentlichkeit brachte, wurde von zahlreichen Spielern kontaktiert. Zu den bekannten Opfern gehören Joseph Cheong, Kathy Liebert, David Bach (Foto) und Sam Panzica.

David Bach
Foto: Jamie Thomson

Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch zwischen 50 und 100 Poker-Pros sollen beklaut worden sein. Da die meisten Betrugsopfer Mid oder High Stakes spielen, in vielen Fallen um jeweils $10.000.

Sowohl Poker Rooms als auch Buchmacher in den USA greifen für ihre Online-Geschäfte auf Global Payments zurück. Die schnelle Einzahlung “VIP Preferred” sollte Zockern einen leichten Zugang zu ihrem Geld ermöglichen. Da jedoch die Bankdaten bei Global Payments hinterlegt waren, konnten auch die Betrüger schnell zugreifen.

Im Fall von Todd Witteles, der aus Kalifornien stammt, eröffneten die Betrüger in seinem Namen ein Konto bei einem Buchmacher an der Ostküste. Wie der US-Amerikaner berichtet, wurde das Geld mittlerweile vom Casino zurückerstattet. Die Sicherheitslücke soll geschlossen sein.

Die Casinos, auf deren Buchmacher-Plattformen der Diebstahl stattfand, arbeiten mit den Opfern und der Polizei zusammen, um die Täter zu finden. Diese nutzten Prepaid-Karten und VPN-Anbieter, doch die Spur führt nach San Diego.

Dies ist insofern spannend, da dort das Viejas Casino & Resort beheimatet ist. Neben Bet MGM war dieses Casino eine der Plattformen, die die Betrüger nutzten. Somit reißen Spekulationen um einen Inside Job nicht ab.


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