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Poker-Panne: Teilnehmer spielt mit fremden Chips und geht broke

Bei einem Pokerturnier in den USA kam es am Freitag zu einer außergewöhnlichen Verwechslung. Ein Teilnehmer setzte sich nach der Pause an den falschen Tisch und spielte dort mit den Chips eines anderen. Als der tatsächliche Besitzer zurückkehrte, war sein Stack bereits verloren.

Verwechslung bleibt zunächst unbemerkt

Noch 27 Spieler waren im Turnier, als der Teilnehmer nach der Pause einen falschen Platz einnahm. Gleich in der ersten Hand bekam er Pocket Queens und traf damit auf Pocket Kings. Die Könige hielten und der fremde Stack wanderte zum Gegner.

Zunächst bemerkte niemand, dass der Mann nicht an diesen Tisch gehörte. Erst als der eigentliche Besitzer des Platzes verspätet aus der Pause zurückkehrte, fiel die Verwechslung auf. Zu diesem Zeitpunkt waren seine Chips bereits weg.

Die Late Registration war kurz zuvor geschlossen worden. Da noch neue Spieler ins Turnier eingestiegen waren und die übrigen Teilnehmer ebenfalls gerade an ihre Plätze zurückkehrten, schöpften weder der Dealer noch die Spieler am Tisch Verdacht. 

Turnier für 20 Minuten gestoppt

Um den Vorfall aufzuklären, unterbrach die Turnierleitung das Spiel für rund 20 Minuten und wertete die Aufnahmen der Überwachungskameras aus.

Danach wurde der verlorene Stack des verspäteten Spielers rekonstruiert. Der Teilnehmer mit Pocket Kings durfte den gewonnenen Pot behalten. Der Mann, der am falschen Tisch Platz genommen hatte, wurde aus dem Turnier ausgeschlossen. An seinem tatsächlichen Platz am benachbarten Tisch lagen zu diesem Zeitpunkt noch einige Chips.

Über diese Lösung gingen die Meinungen in der Poker-Community auseinander.

Matt Savage hält das Vorgehen überwiegend für richtig

Matt Savage

Matt Savage, Executive Tour Director der World Poker Tour, stimmte der Entscheidung der Verantwortlichen weitgehend zu. Zunächst müsse in einer solchen Situation allerdings geprüft werden, ob zwischen den beteiligten Spielern möglicherweise eine Absprache bestanden habe.

Anschließend sollten die ursprünglichen Chipstände so genau wie möglich wiederhergestellt werden. Die Chips, die am falschen Tisch eingesetzt wurden, müssten nach Savages Ansicht vom tatsächlichen Stack des Verursachers abgezogen werden.

Übersteige sein eigener Stack den verursachten Verlust, dürfe er mit den verbliebenen Chips weiterspielen. Reichten seine Chips dagegen nicht aus, wäre er ausgeschieden. Die noch fehlende Differenz zum wiederhergestellten Stack müsse in diesem Fall das Casino übernehmen. Auch die anderen Teilnehmer am Tisch sollten laut Savage eine Ermahnung erhalten, weil ihnen die Verwechslung nicht aufgefallen war.

Nicht der erste ungewöhnliche Fehler im Turnierpoker

Fehler am Pokertisch hatten auch zuletzt mehrfach erheblichen Einfluss auf Turniere. Im Juni spielte eine Fehlentscheidung des Dealers eine wichtige Rolle beim Ausgang des $500 Colossus der World Series of Poker.

Bei einem Finaltisch der WSOP Circuit Series wurde im vergangenen Jahr zudem ein Spieler irrtümlich aus dem Turnier genommen, obwohl er die beste Hand hielt. Maurice Hawkins zeigte eine Straße. Die Beteiligten übersahen jedoch, dass der unterlegene Spieler auf dem River einen Flush getroffen hatte.


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