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Poker-Roboter begeistert bei Forschungsmesse

  • Live-Poker-Roboter: Studenten bauen Roboter, der Karten spielt und Chips bewegt.
  • Industrielle Relevanz: Ziel war die Verbesserung von Pick-and-Place-Algorithmen für Lager und Fertigung.
  • KI trifft Präzision: Strategien aus dem Pokerspiel sollen auch in Navigation und autonomer Robotik nutzbar sein.

Zwei Studenten der Northeastern University, Nikhil Mukraj und Jacob Shechter, haben bei der RISE 2025 Expo in Boston einen Roboter vorgestellt, der live Poker spielt – und dabei nicht nur mit seinem Unterhaltungswert überzeugte. 

Roboterhand und menschliche Hand berühren sich.
Die Vorstellung des Poker-Roboters war ein voller Erfolg.

Ziel des Projekts war es, sogenannte „Pick-and-Place“-Algorithmen zu verbessern, die in der industriellen Automatisierung, etwa in Lagerhäusern und Produktionsstätten, entscheidend sind. Dabei geht es um präzise Bewegungssteuerung, wie sie beim Aufnehmen und Ablegen von Gegenständen nötig ist – oder eben beim Hantieren mit Spielkarten und Chips.

Technik trifft Taktik am Pokertisch

Der Roboter ist modular aufgebaut, besteht größtenteils aus 3D-gedruckten Teilen und besitzt ein Saugnapf-gesteuertes Greifarm-System. Damit kann er Karten aufnehmen, drehen und platzieren. Zusätzlich wurden eine omnidirektionale Mobilität und ein Karten-Erkennungsalgorithmus integriert, um am Spielgeschehen teilnehmen zu können. 

Anders als frühere Projekte, die sich primär auf die strategische Unbesiegbarkeit von Pokerbots konzentrierten, stand hier also nicht das Gewinnen im Vordergrund, sondern die technische Umsetzung präziser physischer Abläufe im Zusammenspiel mit Entscheidungslogik.

Poker als Trainingsfeld für KI und Navigation

„Poker ist ein semi-zufälliges Spiel – man weiß nie genau, was als Nächstes passiert“, erklärt Mukraj. Genau darin liege der Reiz: Die beim Poker entwickelten Entscheidungsalgorithmen könnten in Zukunft auch in anderen unvorhersehbaren Umgebungen genutzt werden – etwa bei Navigationssystemen für Drohnen oder autonomes Fahren. Die Fähigkeit, Unsicherheit zu managen und dennoch präzise zu handeln, mache die Anwendung so wertvoll.

Das Projekt war eine von fast 480 Arbeiten, die bei der RISE Expo vorgestellt wurden – einer der größten akademischen Leistungsschauen der Universität. Der Poker-Roboter zählte dabei zu den Highlights. 

In Zukunft wollen Mukraj und Shechter ihre Entwicklung weiter verbessern – unter anderem mit der Fähigkeit, Karten auch auszuteilen. Damit hätten sie nicht nur einen technologischen Erfolg erzielt, sondern auch einen innovativen Beitrag zur Forschung an der Schnittstelle von Robotik, künstlicher Intelligenz und realweltlicher Anwendung geleistet.


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