Kolumnen

Poker & Steuer

Ein Minenfeld liegt vor mir. Auf geht’s!: Seit 2008 wurden auffällig viele Pokerspieler in Deutschland von den Finanzämtern erfasst; dennoch ist die Besteuerung von Pokergewinnen nachwievor ein unsicheres, aber vor allem unspannendes Tabu-Thema. Die Betroffenen tauschen ihre Erfahrungen, wenn überhaupt, lediglich untereinander im privaten Kreis aus.
So kocht jeder sein eigenes Süppchen, welches dementsprechend immer anders schmeckt.
DAS MUSS NICHT SEIN

Im Folgenden werde ich versuchen, nur grob Rechtslage sowie behördliche Praxis anhand meines Falls darzulegen. Warum mache ich das? Nun, zunächst bekomme ich mindestens zweimal pro Monat redaktionelle Arschtritte und Drohbriefe (Dass ich wieder brav zur Uni gehe, mir folglich der Poker-Stoff ausgeht, wird ignoriert.). Zudem drängt es sich geradezu auf:
Seit Semesterbeginn wage ich mich an mein Schwerpunktstudium -Steuerrecht-, was u.a. den Besuch der Vorlesung zum Einkommensteuerrecht einschließt: Hier werden zunächst die verschiedenen steuerpflichtigen Einkommensarten gem. § 2 Abs.1 EStG (nur wenige §§ folgen) erläutert.
Um anschließend ein Beispiel für Einnahmen zu nennen, welche nicht der Einkommenssteuerpflicht unterliegen, wandert der Dozent gedanklich ins Casino. Als er die für die Qualifikation als steuerpflichtiges Einkommen maßgeblichen Gewinnwahrscheinlichkeiten der einzelnen Spiele erwähnt, heben sich meine Ohren etwas an. „Da war doch was!“- ich hake also nach. Und siehe da, der Dozent und seine Kollegen (www.steueranwalt.de) gehören nicht nur einer der führenden Kanzleien in Sachen Steuerrecht an; sie sind auch mit der “Poker-Problematik” bestens vertraut. Eine gratis Steuerberatung gab`s zwar nicht, dafür einen Anstoß zu diesem Beitrag.

Aber nun Butter bei die Fische.

Mein Fall/ Rechtsgrundlage

Im Herbst 2008 erhalte ich das erste FA-Schreiben, ein Zweizeiler, der einerseits behauptet, ich sei „Berufs-Pokerspieler“ und weiterhin eine Auflistung meiner Einnahmen durch Pokerturniere fordert.
Völlig ahnungslos und vor den Kopf gestoßen, frage ich mich natürlich:

Woher wissen die, dass ich Poker spiele?
Woher bezieht das FA Information bzgl. meiner Turniergewinne?
Was qualifiziert mich denn als „Berufs-Pokerspieler“?
Was genau rechtfertigt diese Einkommensermittlung?

Schließlich war ich bisher der Überzeugung, wie die meisten Pokerspieler auch, dass Einkünfte aus Glücksspiel steuerfrei sind und Poker in Deutschland immer noch als Glücksspiel klassifiziert wird.
Und seit letzter Woche weiß ich, es stimmt!: Gewinne aus Glücksspiel können nicht dem abschließenden Einkünfte-Katalog des § 2 Abs.1 S.1 EStG zugeordnet werden:

„1)   1Der Einkommensteuer unterliegen

1.      Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,

2.      Einkünfte aus Gewerbebetrieb,

3.      Einkünfte aus selbständiger Arbeit,

4.      Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit,

5.      Einkünfte aus Kapitalvermögen,

6.      Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,

7.      sonstige Einkünfte im Sinne des § 22,

die der Steuerpflichtige während seiner unbeschränkten Einkommensteuerpflicht oder als inländische Einkünfte während seiner beschränkten Einkommensteuerpflicht erzielt.“

Nun haben wir in Deutschland mittlerweile eine riesige und weiter wachsende Poker-Community, welche zwangläufig auch immer mehr Spieler ausspuckt, die beachtliche Summen einfahren. Nur eine Frage der Zeit also, bis diese Klientel auf den Radar der Finanzverwaltung gerät. Schließlich liegt hier, auch für den Staat, ein enormes Einnahme-Potential vor.

Jedoch sind steuerliche Eingriffe nur zulässig, soweit sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen. Da „Gewinne aus Pokerspiel“ als Steuerobjekt, wie so viele Lebenssachverhalte, von keinem Steuertatbestand eindeutig erfasst werden, muss die Verwaltung etwas Kreativität an den Tag legen, wenn Sie ein Stück vom Kuchen abzwacken will.

Und so bekomme ich folgende Antwort vom FA, welche kurioserweise mit meinen Hendon Mob-Einträgen versehen ist:

Zuerst der Grundsatz:
„…Poker = Glückspiel = steuerfrei…usw.“

Aber, es gibt (natürlich) Ausnahmefälle:

„Wenn jemand als Pokerprofi unterwegs ist und sein Einkommen überwiegend aus dem Pokerspiel bezieht, dann handelt es sich um Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit gem.
§ 2 Abs.1 S. Nr. 2 EStG (siehe oben).“

Aha! Schon haben wir die gesetzliche Besteuerungsgrundlage. Jetzt gehen wir eine Ebene tiefer.

Was versteht man denn unter „gewerblicher Tätigkeit“? Auch unsere ursprüngliche Frage, „Wer oder was ist „Pokerprofi“?“, wurde noch nicht beantwortet. Zumindest die Legaldefinitionen bzgl. „Gewerbebetrieb“ finden sich in § 15 EStG – für unseren Fall wird Absatz 2 Satz 1 herangezogen:

„Eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist Gewerbebetrieb, …“

Alles noch sehr abstrakt und müßig zu ermitteln, ob die einzelnen Tatbestandsmerkmale in unserem Fall, also für die Betätigung als Pokerspieler, tatsächlich Anwendung finden könnten
(vor allem das Merkmal „Nachhaltigkeit der Betätigung“ verlangt nach konkreten Anhaltspunkten/Kriterien, um die Vielzahl von Einzelfällen richtig beurteilen zu können).

Das Finanzamt beruft sich hierbei auf Meinungen aus Literatur und Rechtssprechung:

Und genau eine einzige Fundstelle (Schmidt/Wacker, EStG -Kommentar (28.Auflage, 2009), §15, Rn.45) war dem FA-Schreiben zu entnehmen. Diese schau ich mir natürlich etwas genauer an:

Hier wird unter dem Punkt „ Verbotene oder unsittliche Betätigung“ nur festgestellt, dass „Gewerbebetrieb“ bei Rauschgifthandel, Unterschlagung, Prostitution etc. ebenfalls vorliegen kann. Desweiteren befindet sich in dieser Aufzählung „ berufliches Glücksspiel“ mit Verweis auf ein Urteil vom Finanzgericht Münster (siehe: FG Münster EFG 96, 267).

Kleines Zwischenresumee

Es gibt eine geringe Anzahl von Entscheidungen sowie eine Literatur-Meinung, die besagen:
Glücksspiel kann ausnahmsweise Gewerbebetrieb sein. Aber die bloße Existenz einer solchen (fragwürdigen) Ausnahme war uns bereits bekannt. Wir sind keinen Schritt weitergekommen.

Es bleibt also die Frage nach der konkreten Ausgestaltung dieser Ausnahme in Bezug auf das Pokerspiel. Schließlich sollten gemäß dem Bestimmtheitsgebot (abgeleitet aus Art. 20 Abs.3 GG) die Abgabentatbestände möglichst so gefasst sein, dass sie sich vom Bürger (Spieler) erschließen lassen, damit dieser sich auf die steuerliche Belastung einstellen kann und mithin Rechtssicherheit gewährleistet wird. Doch darüber, wann man als Pokerspieler ausnahmsweise die Merkmale des Gewerbebetriebes gem. § 15 Abs.2 S.1 EStG (s.o.) erfüllt, gibt es offensichtlich weder gesetzliche Regelungen, wissenschaftliche Ausführungen, noch entsprechende Entscheidungen (korrigiert mich, falls ich falsch liege).

Dieser weite Auslegungs- und Beurteilungsspielraum verbleibt also vollständig in den Händen der Finanzverwaltung.

Aufstellung von Maßstäben durch die Behörde

Somit kann nur einer Bescheid wissen: Der persönliche Sachbearbeiter im Finanzamt.
Den rufe ich an und frage ihn, ab wann man denn ein “gewerbetreibender Pokerspieler“ ist und warum er mich als solchen einstuft. Schließlich nehme ich erst seit Mitte 2008 an entsprechenden Pokerturnieren teil und habe gemäß Hendon Mob-Eintrag (Feb. 09) lediglich vier Cashes vorzuweisen.

Ist also ein Zeitraum von sechs Monaten, innerhalb dessen ich vier erfolgreiche Turniere gespielt habe, bereits ein Indiz für eine nachhaltige Betätigung/Gewerbebetrieb bzw. qualifiziert mich dies als „Berufspokerspieler“?

Seine Antwort:

Als Maßstab nimmt man die Teilnahme an 2-3 Pokerturnieren pro Monat, bezogen auf ein Jahr.
Allerdings ging man in meinem Fall aufgrund meiner Teilnahme an der „Weltmeisterschaft in Las Vegas“ (WSOP Main Event) davon aus, dass ich professionell Poker spiele. Dass mir die Teilnahme an diesem Turnier nur möglich war, indem ich mich mit kleinen Beträgen dafür qualifizierte, nahm er zur Kenntnis. Inwieweit die Höhe der Buy-Ins sowie der umgesetzten Beträge eine Rolle bei der individuellen Beurteilung des Einzelfalls spielt, konnte er mir nicht sagen.

Neue Gesetze auf Bundesebene

Mehr Aufklärung war allerdings auch nicht nötig, da mir schnell mitgeteilt wurde, dass mein Fall „vorläufig auf Eis gelegt“ wird. Dies lag nicht etwa an meiner Schlagfertigkeit, sondern an einer Weisung der nächsthöheren Dienstbehörde.

Grund:

Derzeit wird auf Bundesebene ein Konzept für die Besteuerung von Gewinnen aus Pokerspiel erarbeitet. In diesem Konzept sollen dann auch Merkmale enthalten sein, welche eine saubere Trennung zwischen “normalem Spieler“ und „Berufsspieler“ ermöglichen. Ich bin gespannt – voraussichtlich gegen Ende 2009 könne man mit dieser neuen Regelung rechnen. I`m still waitin…
Auf jeden Fall wären einheitliche Regeln, selbst wenn sie zu meinen Ungunsten ausfallen würden, durchaus zu begrüßen.

Denn das bisherige Vorgehen der Behörden ist meiner Meinung nach inakzeptabel:

Den einen Spieler erwischt es, der Andere kommt davon – je nach Bundesland und Behördenanstrengung.
Zudem werden ausschließlich die Spieler erfasst, welche bei gerankten Live-Turnieren die Geldränge erreichen.
MTT-und Cashgamespieler im Onlinebereich, sowie Live Cashgamespieler, welche gleichermaßen den Steuertatbestand erfüllen, können dagegen anonym bleiben und werden nicht erfasst, da den Behörden hierzu die Mittel fehlen.
Hier könnte somit eine ungleichmäßige und willkürliche Rechtsanwendung durch die Finanzverwaltung vorliegen, mithin ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art.3 Abs.1 GG.

So, dad wars dann erstma – frohe Weihnachten!


27 Comments
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macho
10 Jahre zuvor

vielen Dank, sehr interessanter Beitrag

Tommy
10 Jahre zuvor

Ja ja, der Deutsche Staat.

Die größte Mafia der Welt! 😀

icatchyou
10 Jahre zuvor

Toller Beitrag!!Hoffe der hat noch eine Fortsetzung!Sehr interessant!

ego
10 Jahre zuvor

gut, interessant, informativ —bravo

Angela
10 Jahre zuvor

sehr guter und informativer Beitrag. Mehr davon!

stefan "vodoo" schüttler
10 Jahre zuvor

Hi Felix,

klasse, dass es Pokerspieler gibt, die auch noch andere Arbeitsgebiete sich erarbeiten… und ihr Wissen teilen. Herzlichen Dank für die Infos!

milf_hunter32
10 Jahre zuvor

well done

papamuja
10 Jahre zuvor

Die lassen sich aber auch gar nichts entgehen. Wenigstens müsstest Du im Falle eines Falles die Buy Ins, Reisekosten, Kost und Logis, angemessene Kleidung, Fachliteratur, etc. von der Steuer absetzen können.

Carsten
10 Jahre zuvor

Ich finde es eigentlich ganz einfach die normalen Spieler von den Professionellen zu unterscheiden. Man muss doch nur die einschlägigen Online Seiten und durchforsten und schon steht dort, welche Spieler zu einem Pro-Team gehören. Diese haben dann sicher auch keine Chance sich dort rauszureden, denn wer zu Werbeaufnahmen nach Südafrika fliegt, ist sicher ein Professioneller Spieler.

Carsten
10 Jahre zuvor

Ach ja netter Beitrag.

Kann ich eigentlich meine Verluste auch angeben. Dann wäre ich endlich Steuerfrei.

bisquitgun
10 Jahre zuvor

Schöner Beitrag. Interessant auch das es Menschen ( Beamten ) gibt, die Zeit haben Einzelne aufzustöbern. Tja, die Stasi war dagegen ein Kindergarten. Das Problem ist der Gleichberechtigungsgrundsatz. Verluste und Aufwendungen müssen dagegen gerechnet werden können. Aber wie soll das gehen ? Soll ich am Ende einer Cashgamerunde Ali aus Algerien bitten, dass er mir eine Quittung ausstellt, weil er gerade meine 5k einkassiert hat ?
Tuniere, Hotels Reisen, etc. mag man noch darstellen können, das hat aber alles seine Grenzen. Und wie sieht es mit Einkünften aus dem Internetpoker aus ? In dem Moment wo ich steuerehrlich bin, kassiert mich die Justiz wegen Illegalität ein, was aber nicht vor Besteuerung schützt. Selbst die Beute eines Raubzuges ist steuerpflichtig, doch in der Praxis wohl noch nicht vorgekommen. Ich denke es wird zu ein willkürlichen Regelung gegen die Spieler kommen, d.h. selbst bei Verlusten wird von postitiven Einkünften ausgegangen. Das Beispiel England wäre wünschenswert, wegen Geringfügigkeit fallen die Spieler durch das Steuerraster hindurch. Hier hat man erkannt, das die Einahmen geringer wären die Ausgaben für Sachbearbeitung und Kontrolle.

Oliver Neumann
10 Jahre zuvor

da bin ich aber auch mal gespannt, wie dass mit dem nachweis gehen soll. die werden das ganz schnell wieder einstapfen wenn die spieler die verluste gegenrechnen…

empy
10 Jahre zuvor

tatsächlich gut, dass das Thema mal aufgebracht wird.
mich interessiert, woher Du denn weißt, dass „auffällig viele“ Pokerspieler durch die FA erfasst werden.
Tatsächlich ist es so, dass wenn man eine Tätigkeit nachaltig ausübt (egal ob legal oder nicht) diese steuerpflichtig ist. und so wird der Pokerspieler, der eine gewisse regelmäßige Zeit auffwendet steuerpflichtig. wie kann aber der Nachweis geführt werden? (online/live, MTT/CG) Genauso könnte man dann aber auch Ausgaben gegenrechnen! Da bin ich ja mal gespannt, wenn das Finanzamt ne Quitung über das BuyIn zur WSOP erhält 😆
die „bekannten“ Pros müssen doch ohnehin ihre Einnahmen aus Werbung etc. besteuern lassen. Inwiefern die FAs dabei die EInkünfte aus dem Spiel selbst berücksichtigen würde mich auch interessieren.
Also, die Steuerpflicht begründet sich weniger nach der Art, als mehr nach dem Umfang.
Praktisch ist es aber kaum Möglich Beweise/Belege zu erbringen.
Hat schon ma jemand im Casino nach ner Quittung für sein BuyIn gefragt???

Signature
10 Jahre zuvor

super beitrag.

@Oliver Neumann

Mach du dir da mal keine Gedanken, du wirst sicher keine Gewinne versteuren müssen 😆

macho
10 Jahre zuvor

in einem normalen Geschäft laufen wie beim Poker die ersten Jahre auch als Investition. Kann man hierfür Verlustvorträge machen. Und wenn ich zB nur Verluste beim Poker mache, kann ich diese dann mit dem Gewinn meiner Geschäfte verrechnen??

owner
10 Jahre zuvor

Ich will keine Steuern zahlen. 🙁

Avaron
10 Jahre zuvor

@owner: Ist ganz einfach… Einfach nix verdienen, dann zahlste keine Steuer!
Ich will ganz viel Steuer zahlen… 😉

Aber mal ganz davon abgesehen und im Ernst: Auch wenn man sich an vielen Punkten über die Verwendung von Steuergeldern etc. streiten kann zahle ich im Prinzip gerne einen Teil meines Einkommens dafür in einem großteilig funktionierenden Staat zu leben.
Und wenn irgendwer eine funktionierende, transparente und den Gleichheitsgrundsatz nicht verletzende Steuergrundlage für Pokergewinne findet ist auch hier nichts gegen eine Besteuerung der Gewinne einzuwenden.

PlauZee
10 Jahre zuvor

Hi und vielen Dank für den Beitrag, war in der Tat sehr interessant zu lesen!
Habe erst kürzlich über einen Bekannten einen Fragebogen bei einem Beamten in entsprechender Position eingereicht, der sich unter anderem mit den von Dir geschilderten Problemen beschäftigt.
Ich hoffe auf baldige Antwort und dann mehr berichten zu können. Bei Interesse kannst Du Dich gerne melden.

Roger_Rabbit
10 Jahre zuvor

Moin, endlich hat sich einer zu diesem, wie ich finde interessanten Thema geäussert. nice felix…..

Es unterstreicht mal wieder, wie es in Deutschland durch manche übereifrige Bürokraten die Gleichberechtigung in den Boden gestampft wird ( das gleiche haben wir doch auch bei den heissgeliebten Thema Hartz iv schon häufig erlebt ).
Es wird schon seit 3 Jahren debattiert wie und ob man Berufsspieler ( nicht nur Poker ) besteuert. Leider wird es nicht zu einem vernünftigen Ergebniss kommen, solange pokern als Glücksspiel eingestuft wird.
Falls es doch wie Felix erwähnte es zu einem Urteil Ende diese Jahres kommen wird……
wird mich dann net wundern, wenn plötzlich viele Spieler bei Check In die Angaben Anonym machen, was natürlich für viele blogger fans u.s.w. zu einem enormen Informationsverlusst führen kann ….( ich spreche jetzt nicht nur von den Main Events, wie EPT usw) …….was dann natürlich auch zu einem Ranking chaos führen kann……

Naja düstere Visionen….

PS: Cashgame gibt es natürlich auch noch, falls man ne 6 stellige Summe wegen Steuerhinterziehung nachreichen soll…!

IMFINE
10 Jahre zuvor

Da können wir lange auf eine Regelung warten. Das ganze hat noch eine weitere Komponente: Wenn man Kriterien schaffen will, an denen man den „Berufsspieler“ festmachen will, kommt man nicht umhin, diese allgemeingültig zu formulieren. Dazu müßte man aber erst mal „Poker spielen“ definieren und das würde zwangsläufig entweder dazu führen das es
A) als Glücksspiel klassifiziert wird, dann kann man aber Gewinne nicht besteuern, denn dann müßte man auch im Falle des Verlustes als Staat mit Steuermitteln einspringen, z.B. über eine Arbeitslosenversicherung die ich als Freiberufler ja abschliessen kann.

oder

B)Es ist kein Glückspiel sondern ein steuerbares Einkommen, dann fällt das staatliche Monopol und sämtliche Verbote für Online-Angebote auf Grund fehlender Grundlagen. Die dann wegfallenden Einnahmen als Monopolist sind schwer über Steuern wieder auszugleichen.

rossaro
10 Jahre zuvor

hallo felix, dein beitrag bestärkt meine meinung über dich, dass du ganz schön was auf dem kasten hast.
wusste garnicht, dass du steuerrecht studierst – passt ja wie die faust aufs auge.. lol.. da kannst du wenigstens am besten deine kohle schützen und dir wird kein A für O vorgemacht..

auf jedenfall ist dies mal ein beitrag, der sicherlich sich von vielen anderen, immer wiederkehrenden beiträgen abhebt und die allgemeinheit sehr interessiert.

habe mir deinen beitrag kopiert und gespeichert.. werde diese seite des pokerspiels vs. finanzamt im auge behalten und gespannt verfolgen…

schade das unser letztes treffen in rosvadov nur kurz gewesen ist, hätte da noch eine frage an dich gehabt…
aber vielleicht beim nächsten treffen..

weiter so…

gruss rossaro alias uwe aus RT… 😉

bc pface
10 Jahre zuvor

diese scheinheiligkeit ist doch krank. auf der einen seite wird poker als glücksspiel eingestuft, auf der anderen seite will man die gewinne erfolgreicher spieler versteuern. aber weil poker ein glücksspiel ist(zumindest in augen des gesetzgebers) ist es doch eben nicht möglich, oder? immerhin müssten dann auch alle ausgaben, verluste etc. verrechnet werden, und wenn man poker dann als beruf sieht, bei dem man geld verlieren kann, müsste der staat nicht sogar im falle eines downswings noch was draufzahlen? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
nein, mal ernsthaft, hier wird sich doch das problem zurechtgebogen wie es gerade passt, solange wir keinen nutzen daraus ziehen stufen wir es als glücksspiel ein und limitieren die rechte der spieler, sobald aber die möglichkeit besteht geld zu scheffeln ist poker plötzlich kein glücksspiel mehr. mich würde mal interressieren auf WAS sich der steuerbescheid dann eigentlich bezieht? nur auf die gewinne? auf die gewinnen abzüglich hotel-, reise- und andere kosten? die gewinnen abzügl kosten und cashgame verluste? ….argghh, wie ich das hasse 😡 😡 😡

pokerfisch
10 Jahre zuvor

Wirklich sehr interessant und detailliert, danke! Frage ist nur, wieso man einen Hendon Mob nicht einfach nur löschen lässt (müsste doch gehen oder?)?

pokernoob
10 Jahre zuvor

Mich würde mal interessieren ob ich dann meine Verluste von der Steuer absetzen kann. Dann müsste ich ja fast gar keine Steuer mehr zahlen 🙂

felix
10 Jahre zuvor

yup…mir wurde gesagt, dass man, falls es tatsächlich zum showdown kommt, sowohl buy ins, als auch sämtliche kosten absetzen kann, die während eines poker trips anfallen (natürlich mit bezug zur tätigkeit…also massagen, nutten etc. zählen nicht). also schön quittungen sammeln.

lg

BMG
10 Jahre zuvor

gibts schon was neues von dem gesetz zur besteuerung von pokergewinnen? Ende 2009 ist jetz ja auch schon einige zeit her…

jimbo
10 Jahre zuvor

Genau, was gibts NEUES?