Pokerstrategie

Poker Strategie: Full House

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Bei einem Onlineturnier ohne Re-Entry (Buy-In: $20+2) ereignete sich folgende Hand:

Stack der involvierten Spieler:
Du bist UTG: 24,5k
Spieler im BB: 67k

Infos zum Turnier:
Startdotation: 25k
8-max
12 minütige Level

Infos zum Gegner:
Er war bis dato sehr aktiv. Im Showdown hatte er 2-3 mal sehr starke Hände, allerdings wurde er auch 2-3 mal beim Bluffen erwischt.

Bei einem vollen 8er Tisch raist Du UTG mit :6h: :6d: auf 1,2k bei Blinds 300/600 Ante 75. Alle Spieler folden zum Spieler im BB und dieser callt. Den Flop :4s: :Qh: :Qs: checkt der Spieler im BB, Du bettest 858, Dein Gegner raist auf 2,4k und Du callst. Den Turn :4c: bettet Dein Gegner mit 3,6k und Du callst. Den River :6c: bettet Dein Gegner mit 6,6k.

Welche Range gibst Du Deinem Gegner und was machst Du in dieser Situation? Wie hättest Du diese Hand gespielt?

33 KOMMENTARE

  1. Pf ist 66 UTG mit 40bb schon ein Grenzfall, an einem aktiven Tisch meiner Meinung nach sogar ein Mistforke. Gegen einen aktiven Gegner, der sein Spiel zu mixen scheint, finde ich die Spielweise bis zum River okay. Der Pot ist nach seiner Riverbet schon so groß, dass man überlegen müsste, ob er hier auch ohne Q ein All in callt. Ansonsten easy call und für den worstcase die restlichen 11k sparen und den River nur callen.

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  2. mhh erst einmal möchte ich sagen, dass mir diese art Post immer sehr viel Freude bereitet, da hier viel und gut „diskutiert“ wird!
    …aber ich finde auch, dass solche Hände irgendwie immer anders zu betrachten sind – da man 1) nicht selber am tisch war (Tisch Dynamik) 2) es online noch anders ist als live und 3) man nicht weiß ob es ein bot ist ;) (spass… ;) )

    zur Hand…

    ich denke das sein re-rais auf eine Q deutet, da ich mir wie gesagt ohne Details vom Gegner nicht vorstellen kann das er einen re rais – 2nd bullet auf dem turn und River bet bluff spielt :/ weil irgendwas muss er uns aus UTG ja auch geben wenn wir UTG raisen – flop anspielen einen re rais callen und eine weiter bet auf dem turn… – das er da mit A hoch auf 4 4 Q Q //A\\ denk er wäre gut finde ich verrückt ( aber soll´s geben :P ) andererseits, finde ich kann er auch auf dem flop eine Vier re raisen und auf dem turn nachdem wir ja den flop gecallt haben for value gehen aber da denke ich mir das er uns ja dann eine dame geben muss und er mit seinem kleinen full house meistens hinten ist…

    also ich gebe ihm: A4s 34s 45s – evnt 44! (und da geht er für MAX. value wenn er „weiß“ das wir eine Q spielen…) und sowas wie Q10 QJ QK

    schönen Tag noch :)

  3. Wie so oft muss man sich in so einer polarisierten situation zwei fragen stellen. 1. Welche bluffs kann unser Gegner halten. 2. In welchem Bereich unser Range befinden wir uns. Zu Punkt 1 der flushdraw eröffnet natürliche semibluffs für unseren Gegner so dass 66 durchaus noch gut sein kann. Turn: katastrophale karte wenn villain einen draw hält da wir als Hero jede menge qx halten in unserer range und sein fd somit wertlos wäre gegen mögliche fullhouses. Er setzt aber munter weiter, wodurch das leveling losgeht. Wir haben im prinzip einen leichten fold ,wenn wir nicht um irgendwelche ecken denken, wennn wir das tun und den turn callen, können wir den river nicht mehr folden weil wir zumindest 4x schlagen jetzt. Manche spieler raisen auf gepairten Boards button pairs ,wenn sie das gefühl haben dass hero zu viel cbettet….also option1 ( meine variante) gemütlicher fold auf dem turn weil ich villain zu selten bluffen sehe auf dem turn und wir mitt 66 doch im unteren ende unserer range sind für den spot….option2 turn und river callen und auf 100veruschen chips verlieren….(OPTION3 manchmal durchcallen, wenn sie bluffen, meisstens folden auf dem turn, wenn sie es haben) think big😁

  4. Ich calle den River as played.
    Villain ist sehr aktiv und aktive Spieler müssen, wenn sie mehr Hände spielen, mit ihren Trashhänden ihre Bettingranges erweitern, weil diese Hände in check/fold- oder check/call-Ranges nicht profitabel sein können. Mit der 6 am River fällt die Hand auf jeden Fall in Heros MDF gegen so einen Villain. Dass der Pot so groß ist verdanket Hero seinen Entscheidungen an Flop und Turn.

    Ich würde in dem Spot mit 66 pre auf 1380 raisen und den Flop behind checken, nachdem die nicht gepairte Karte kleiner ist als mein Paar und ich nicht counterfeited werden kann durch ein zweites Paar. Und weil ich den Flop mit allen hohen Paaren und Qx-Händen ebenfalls checken würde. Am Turn muß ich mich dann entscheiden ob und wie ich fortsetze. Auf die 4 am Turn würde ich eine Bet sicherlich callen. Wenn Villain checkt checke ich nochmals behind.

    • Ich hatte ja angeführt, dass ich es an einem sehr aktiven Tisch folden würde. Aber ich werde hier keine Nebendiskussionen mehr führen. Ich gehe dann lieber Wäsche waschen.

  5. Hier meine Gedanken zur Hand.

    Preflop
    definitiv ein open Raise mit 40bb. Ich würde die Open Size etwas grösser machen im Bereich 2.2-2.5BB. TMC von RYE sagt übrigen 2.3BB

    Flop:
    Bei Flop Cbet oder nicht Cbeten ist wichtig die Ranges von beiden Spielern zu betrachten. Beachten sollte man Nut Advantage (Hände mit denen wir bereit sind hier zu broken), middle Part von der Range und Air. Ich gehe von soliden BB flat calling ranges pre aus.

    Nuts (Hände mit denen wir bereit sind hier zu broken):
    Hero:
    Nuts: QQ, AQs, AQo, KQo, Q9s+ thats it.
    Middle: PP, suited broadways mit FD oder backdoor FD, A high FDs und Backdoor FDs, off suit Ahighs mit spades
    Air: A3s-A9s ohne FD und back door FDs und halt noch der Rest der oben fehlt

    BB:
    Nuts: 44, AQs, AQo, Q2s+, Q7o+
    Middle: PP, FDs, 4x, off suit broadways mit broadway spade und das gleiche für Ax., Suited broadways mit FD und back door FDs.
    Air: alles das nicht connected und keine backdoor draws hat.

    Wenn man das in einem Tool wie Equilab veranschaulicht wird klar das BB einen Nut Advantage hat, einen grösseren Middle Part hat der aber generell weaker ist und dazu einen viel grösseren Air/Trash Teil hat.

    Dies hat zur Folge dass die Equity am Flop hier doch recht polar ist. So würde ich dann auch meine Bet Sizes und Range Aufschlüsselung machen.

    Overbet (ca 20%): Teils Nutted Hände balanced mit guten Bluffs die Villains Top Range blocken und gleichzeitig auf gewissen Turns Equity oder Range Advantage haben.

    80% pot size (0%): ich denke nicht dass wir hier Hände haben die dieses Sizing wählen wollen.

    60% pot size (30%): Middle Hände die Value von schlechterem kriegen und doch einen gewisse Protection brauchen und die halt wieder gebalanced mit den Richtigen Draws und Blockern. Als Value vorallem middle pairs 66-99

    35% PSB (30%): draws und PP die Value von schlechterem kriegen und nicht viel protection brauchen. Auch wieder PPs etc.

    Check: 20% ev weniger

    So würde ich umgefähr die Range splitten.

    Zum beschriebenen Verlauf:
    Cbet Flop ok. Wie gesagt finde ich grösseres Sizing besser. 66 kann noch gut Value von schlechteren Händen und Draws kriegen, braucht aber doch einiges and Protection. Gegen ein Grösseres sizing sollte Villain auch weniger aggressive x/r spielen.
    Das heisst dann aber auch das wir im gespielten Fall bei einer kleineren Cbet auch mehr callen müssen wenn Villain x/r spielt.
    66 ist hier immer noch gut genug zum callen und einen Turn zu sehen.

    Turn:
    wie Plo geschrieben hat die schlechteste Karte im Deck. Wir schlagen keine Q mehr, unsere draws sind tot. Dh mit einem grossen Teil des Middle parts können wir hier nicht mehr callen. Ohne Info das der Gegner auf paired boards 4x check raist heisst dass auch dass wir alle PP<QQ folden müssen.

    cheers
    66 ist also hier ein Fold am turn.

    River:
    Aufgrund von Kovis Beschreibung können wir die Annahme machen dass der Gegner ev oft genug blufft und wir uns am River zum Call aufgrund der MDF entscheiden können.

    Durch unsere zu weite Calling Range am turn sind wir nun am River in einem Dilemma. Mathematisch müssten wir hier gemäss MDF einen gewissen Anteil unserer Range callen damit wir die Bluffs vom Gegner neutralisieren. Das heisst wir haben nun das Problem das wir entweder overfolden um unseren Turn Fehler gut zu machen oder wir callen gemäss MDF und callen zu weit. In beiden Fällen macht unser Gegner mehr Profit mit seinen Bluffs und Nuts.

    Das heisst bei einer nun viel zu weiten River Range ist 66 in den Teil der Range gerutscht mit dem wir callen müssen um nicht noch mehr zu overfolden als wir eh schon tun.

    • @blubb
      sehr gute Analyse!

      Zwei Dinge möchte ich noch anmerken:

      66 ist in dem Spot imo kein definitiver OR aus UTG, sondern grenzwertig. Ich mache es in dem Fall von weiteren Faktoren abhängig:
      – welches Image hat Hero, daraus resultierend: Welche Range gibt man ihm für das OR
      – Tabledynamik: Sind die Spieler, die Postflop Position auf Hero haben werden spielfreudig, wenn ja aggressiv / passiv ?

      Zu der Entscheidung am River: Ich denke nicht, dass du hier berechtigt MDF anwenden kannst, da der BB nach der Action Postflop nicht annähernd oft genug bluffed, um das zu rechtfertigen. Insbesondere auf diesem Limit sehe ich die Riverbet als valuelastig an, wodurch Hero exploitive folden sollte.

      Zu meinem Play:
      OR in o.g. Abhängigkeit. Wenn ja, gebe ich die Hand am Turn nach X/R auf.

        • @seti: wie PLO geschrieben hat sollte 66 fast immer eine open sein. ich würde es wohl nur folden wenn hinter mir D. Peters, bencb, PLO, cal4286, Romeopro, C.Darwin und Lena900 sitzen.

          River gehe ich halt von der Beschreibung aus das Villain in 50% der Fälle geblufft hat gemäss Kovis Beschreibung.
          Ich gebe dir Recht das gegen die Population der River ein easy fold ist.

          Das ändert aber nichts daran das wir mit 66 mit der Line gar nicht am River sein sollten.

  6. Fold.

    Mit 41 Big Blinds sehe ich ein UtG Open Raise als eine knappe Sache an. Attraktiv ist es aus meiner Sicht nur, wenn wir gegen diesen BB-Typ ein Set treffen. Falls dieser BB ein Spielertyp ist, der erst Postflop mit seiner aggressiven Spielweise beginnt, könnte man auch über einen Limp nachdenken. So sehe ich das aktuelle Preflopraise als Blocking-Raise für einen günstigen Flop gegen den BB. Das ist ok.

    Der Flop kommt für uns gut runter und wir sollten zumeist vorne sein. Die kleine 26%-Pot Bet gefällt mir gar nicht. Die beiden QQ werden dem Big Blind schon sehr freuen, da sie zum Bluffen gut geeignet sind. Mit der sehr kleinen Bet wird es oft so sein, dass der Big Blind dies als Einladung ansieht und einen Bluff ansetzt. Festzuhalten bleibt in diesem Moment, dass die Q auf jeden Fall in die Range des BB passt. Nach dem Check-Raise des Gegners sollte uns klar sein, dass der BB seinen Bluff nach einem Call unsererseits sicherlich fortsetzen wird. Daher würde ich das Checkraise auf keinen Fall bezahlen.

    Turn. Nach unserem Call setzt der BB erneut. Ob Bluff oder Q, diese Bet des BB ist folgerichtig und war zu erwarten. Da uns die 4 nun auch noch überholt hat, würde ich erneut den Foldbutton finden. Ich will hier nicht dem Ratespiel, dem wir uns hier gegenüber sehen, folgen. Ein Raise kommt auch nicht in Frage, da wir dann meist seine Bluffs verlieren würden. Und wenn der Gegner zur ganz schlauen Fraktion zählt, dann könnte er auf ein Raise evtl. sogar mit einem Bluff All-In gehen. Denn warum sollten wir unser Slowplay vom Flop (mit einer Q) nun am Turn aufgeben? Wir würden erneut nur callen und die Falle dann am River zuschlagen lassen…

    Am River bleibt erneut nur die Wahl zwischen Call und Fold. Ein All-In kommt hier nicht in Frage. Bei einem All-In hätte der BB Odds von fast 4:1. Und für diese Odds wäre er dann selbst verantwortlich, da er den Pot soweit aufgebaut hat. Da er dann nicht mehr folden sollte / wird, gehe ich hier von einer Valuebet mit einer Q aus. Da wir keine Q schlagen, folde ich den River (Der BB hat zwar generell sicherlich viele Riverbluffs, da er sich hier aber dermaßen committed, überwiegt für mich die Valuelastigkeit, so dass ich hier nicht calle).

    Wie hätte ich diese Hand gespielt?

    Preflop aufgrund der BB-Beschreibung ok, aber evtl. auch Limp. Dann aber Fold, wenn von irgendwo ein Raise kommt.

    Flop. Wir sind zwar meist vorne, dennoch ist hier aus meiner Sicht eine Bet völlig deplaziert. Unsere Hand ist nicht stark genug, um einem Raise standzuhalten:

    Die Q passt in die BB Range, die Gegnerbeschreibung samt Flop erhöht die Wahrscheinlichkeit für Raises, wir können unsere Hand so gut wie nicht mehr verbessern und eine Turnbet (nach Raise) des Gegners ist sehr wahrscheinlich. Die sehr kleine Probebet ermutigt diesen Spielertyp erst recht zu einem Bluff. Die 858 Chips große Bet ist für mich so ziemlich das schlechteste, was man machen konnte. Damit vertreibt man keine Flushdraws, keine bessere mittlere Pärchen, vermutlich nicht mal höhere Overcards. Zum Schutz der eigenen Hand sehe ich diese Bet also als nicht geeignet an. Kovi, was war da Dein Gedanke? Bitte nach der Auflösung darauf eingehen.

    Ich checke hier immer Behind, genauso wie ich hier jede Turnbet calle und mir dann die Action des BB am River anschauen würde. Da wir am River unser kleines Fullhouse treffen und damit noch jede Menge Hände überholen, hätten wir in diesem Fall einen einfachen Call.

    Ohne Treffer würde ich meine River-Entscheidung von der Boardentwicklung und der Action des BB abhängig machen.

    Diese Spielweise ist für mich gegen diesen Gegnertyp auf diesem Flop ein Nobrainer und auf jeden Fall der einzig richtige Weg. Gute, aber gegen ein Raise anfällige Hand am Flop = Check. Da gute Hand am Flop und ein Gegner, der auch gerne blufft = Call am Turn, falls Gegner betten. River Treffer, aber mittelstarke Hand = Call am River, falls der Gegner bettet.

    Gesamtbedenkzeit in so einer Situation 1,2 Sekunden ;-)

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    • Auf welchen boards machst du denn mit 66 eine cbet, wenn nicht auf diesem? Wenn eine Karte 7+ auf dem Turn kommt, spielst du sofort fold oder Ratespiel call ? Wozu raise ich 66, wenn ich auf so einem Board gegen die ganzen Tx,J,Kx Hände nicht protecte? Raised du dann pf nur auf setvalue? Wird bei 40bb aber mathematisch knapp.

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      • @Phillo:

        Gegen so einen Gegner gibt es mit einem Set eine C-Bet mit 66.

        Ich verstehe Deine 2. Frage nicht, warum Du da die Option „sofort Fold“ auf eine Turnbet aufführst. Ich schrieb doch, dass ich den Turn IMMER callen werde. Das ist dann kein „Ratespiel“, sondern die einfache Mathematik: Ich zeige mit dem Check Behind Schwäche, bin aber nicht gänzlich schwach. Also muss ich callen. Zu dem habe Position.

        Gegen Hände wie Tx, Jx oder Kx bin ich 2:1 Favorit. Meine Hand ist mittelstark, ich werde sie auf keinen Fall am Flop und Turn betten. Da darf ich sie auch am Flop checken. Oder bettest Du sie am Turn immer erneut, wenn Du am Flop gecallt wirst?

        Das es Preflop mathematisch knapp wird, schrieb ich oben. Ebenso, das ich ein Set gegen diesen Gegnertyp treffen möchte, da ich mir von diesem Gegnertyp dann die volle Auszahlung erhoffe. Warum formulierst du das nochmal als Frage?

        Gegenfrage: Was versprichst Du dir von diesem Gegnertyp, wenn Du

        A) den Flop so klein anspielst?
        B) Das Checkraise des BB callst? Denkst Du, dass er seine Bluffs dann am Turn schon aufgibt? Wenn ja, warum? Denn auf ein Set am Turn oder River zu hoffen, wäre mathematisch schon mehr als knapp.

        2. Gegenfrage: Was würdest Du mit z.B. AJo am Flop machen?

  7. Bevor ich deine Fragen beantworte, habe ich dich richtig verstanden, du bettest NUR mit einem set auf dem Flop?

    1.) Du hast genauso viel Ratespiel, wenn du den Flop checkst, da wir definitv auch eine gewisse checkingrange haben.(komme ich bei Frage 2 drauf zurück), insofern lädtst du den BB auf dem Turn genauso zum Bluffen ein wie bei einer Flopbet, es wird sicherlich etwas billiger, aber nicht wirklich einfacher, allerdings gehe ich erstmal davon aus, dass selbst ein aktiver BB alle Hände ohne Equity auf dem Flop foldet und da reicht eine kleine Bet, sagt jedenfalls auch die einfache Mathematik.

    2.) Wir sollten hier für Ax und Kx Hände unsere betting und checkingrange mixen. Mit AT-AK habe ich nicht all zu viel Angst vor einer Turnkarte, da mir alle Karten ab T sogar noch equity durch gutshots oder Paare dazubringen. KX Hände würde ich wahrscheinlich öfter barreln, weil sie nur bedingt showdownvalue haben, da der BB hier auch viele suited Ax Hände hält. Sollten wir hier 9T oder JT halten, ist eine bet fast Pflicht, da wir den Pot gerne sofort mitnehmen möchten und nur wenig showdownvalue haben. Mit den mittleren Paaren ist es meiner Meinung nach so, dass sie außer sets fast kaum bessere Boards treffen können, da die Wahrscheinlichkeit bei einem gepairten Board einfach noch geringer ist, dass der Gegner was hat und ich bin auch hier mit 66 nicht traurig, wenn der Gegner foldet, denn viele Turns und River werden uns mit 66 nicht gefallen.

    Wenn ich 66 NUR auf setvalue raise, ist das in meinen Augen etwas zu dünnes Eis. Wenn ich einen der besten Flops treffe, die ich damit treffen kann, will ich den Pot auch mitnehmen.

    Wie sieht generell MEINE Check/Bet Range hier aus?

    Ich würde starke Hände mit hohem Showdownvalue hier oftmals checken, da ich bei ner Q im BB DD bin und ich vor allen anderen Karten quasi keine Angst habe. Ab TT runter würde ich je nach Gegner zu 70-80% Cbetten. Mit Schrott wie geschrieben würde ich so gut wie immer setzen und AX und KX Hände würde ich zu 50-50 balancen. Insgesamt liegt also meine Cbetqquote vermutlich bei 60% auf diesem Flop. Den Turnfold finde ich aufs Turnierpoker gedacht auch nicht schlecht, allerdings verändert sich quasi nichts zum Flop, außer der Gegner hat eine 4 und wie du selber sagst, können wir in den meisten Fällen eine Turnbet nach Flopraise erwarten, daher müssen wir hier fast callen. Auf dem River schlagen wir dann alle Valuehände außer einer Q, falls der Gegner JJ-AA komisch gespielt hat und dann ist es ein crying call. Ich bin da vielleicht für euch zu tight, aber ich folde an einem Tisch mit guten oder sehr aktiven Spielern 66 unter 50BB Pflop, genau wegen solcher Hände.

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    • @Phillo

      Zu 1)
      Ja natürlich bleibt es nach einem Check Behind am Flop ein Ratespiel. Aber das ist doch genau der Grund des Checks, ich halte den Pot klein. 66 ist auf diesem Board eine Hand die zwar sehr oft vorne ist, aber massive Probleme bei einem Checkraise bekommt.

      Was wirft der BB denn am ehesten weg, wenn man am Flop eine Bet setzt? Ich denke die Hände, die hier mit maximal einer Overcard zu unseren Sechsern unterwegs sind. Und vor diesen Händen habe ich am wenigsten Angst, sie überholen uns nur sehr selten und dürfen am Turn gerne bluffen.

      Ich kann hier mein Fazit zur Hand schon vorweg nehmen. Mit dem Check am Flop und 2 Calls an Turn und River (Normale Betsizes des BB vorausgesetzt), habe ich eine mittelmäßige Hand relativ günstig in den Showdown gebracht. Mit einer deutlich höheren Bluffwahrscheinlichkeit des BB als im tatsächlich gespielten Handverlauf.

  8. @Blubb

    Ich finde Deine Analyse auch sehr interessant, habe aber 2-3 Fragen.

    Preflop: Wenn 66 hier immer ein Openraise sein soll, was ist dann Deine Intension? Gegen einen sehr aktiven BB die Blinds zu klauen kann es hier doch nicht sein? Und warum soll das Raise etwas höher sein als ein Minraise, also 2,3BB? Soll das die Foldequity gegen den aktiven BB entscheidend erhöhen? Er sitzt da mit 67K, ich denke, dass macht hier gar keinen Unterschied.

    Im beschriebenen Verlauf schreibst Du, dass „66 ist hier immer noch gut genug zum callen und einen Turn zu sehen.“. Auf eine weitere 6 zu hoffen, wäre ja klares Minus EV. Egal ob das Checkraise des BB ein Bluff oder for Value war, wird er doch in den allermeisten Fällen am Turn eine weitere Bet setzen. Ich denke: Jede Q setzt erneut for Value, ebenso wird er wohl seine Backdoor Draws vom Flop weiter barreln, wenn sie am Turn Equity aufgegabelt haben. Seine Bluffs wird er ebenso weiter feuern. Und auch eine weitere Bet mit mittleren Paaren würde Sinn machen. Was möchtest Du am Turn nach Deinem Flopcall denn sehen / erreichen?

    • Du Raised pf nur, um ein Set zu treffen, damit ist dein Spiel schon vor dem Flop minus ev. Dann checkst du den Flop, um zwei barrels ins blaue zu callen. Der Gegner foldet am Flop hoffentlich alle 76,78,97,98,JT,….Hände, also nichts mit nur einer overcard. Zudem bekommen wir von AX Händen auch noch Value. Wenn wir hier am Flop nach unserer kleinen bet geraised werden, ist seine range wenigstens polarisiert zu bluffs oder Q. Ich betone nochmal, ich bin postflop vielleicht auch noch nicht gut genug, um solche Hände so durch zu spielen, daher würde ich sie ja manchmal auch preflop folden, aber wenn, dann gibt es einige Boards, wo ich gegen einen aktiven bb setzen würde und dann auch nicht gleich bet fold spielen würde. Sehen wir hier oft eine Q?, Bestimmt, sehen wir hier manchmal eine 4?, Durchaus möglich. Sehen wir hier manchmal air?, kann sein. Es geht hier am Ende vor allem um die Riverentscheidung und wenn wir da sind und dann treffen, kann ich hier nicht mehr folden.

      • @Phillo
        du solltest auf den Post an dich antworten, dieser Post war für Blubb. So kommt man schnell durcheinander, welche Diskussionspunkte im Zusammenhang stehen. Aber ich antworte nun auch direkt hier.

        Minraise oder Limp auf Setvalue ist knapp aber noch genau eben NICHT Minus-EV. Was soll sonst der Grund eines OR aus UtG mit der Hand sein. Das ist die Hauptequity und nicht irgendein Spiel (meist OoP) gegen ein oder zwei Gegner und mehreren Overcards…

        Nach Check am Flop calle ich nicht zweimal „ins blaue“. Sondern einmal. und dass, weil die Hand oft in Front sein wird.

        Die Hände, die der Gegner laut deiner Vermutung „hoffentlich“ auf eine Flopbet folden wird, gehören bei mir in die Bluffing Range. Aber auch gegen diese Hände wären wir schon 70-30 vorne…

        Aber ganz generell hier man hier mit 66 doch nicht auf Flop, Turn und River neues Geld in der Mitte sehen. Dafür ist sie einfach nicht stark genug. Am Flop ist die Chance für Potcontrol. Und die nehme ich war, nicht mehr und nicht weniger. Dass der Gegner dann eine Chance von 13 % hat, mich mit einer von 2 Overcards zu überholen nehme ich gerne dabei in Kauf.

          • Dann sollte man 66 nicht spielen, so einfach. Ansonsten ist das Raise und dann fit or fold…das ist ja nicht wirklich der Gedanke dabei oder? Aber gut, lassen wir das so stehen, da scheidet sich unsere Spielweise, so einfach. :)

  9. Das habe ich ja auch nie gesagt, aber mit 66 nur aus Set zu raisen bei 40BB und 8 Leuten hinter einem, ist wohl auch nicht ganz zu Ende gedacht.

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  10. UTG ist diese Hand für mich meist ein Fold. Ich bin einfach nicht gut genug, um diese Hand profitabel in dieser Situation zu spielen. Ab und an traue ich mich aber mal. Dann würde ich preflop mindestens auf 1.500 raisen. Den Flop finde ich ganz gut für die Hand, allerdings ist der Flushdraw in Pik dabei. Vermutlich würde ich selber auch eine C-Bet spielen, aber deutlich mehr als die knapp 900 – in etwa 1300 – 1600. Bekomme ich hier ein Raise auf dem Flop, überlege ich, ob ich mich an dieser Stelle bereits von der Hand trenne. Meist hält der Gegner hier einen FD mit OCs zu meinen 6ern, ein Overpair oder eine Dame. Wenn ich Glück habe, hält Villain A4. Mir fehlt hier ein wenig die Fantasie, gegen welche Hand, die Villain hier CR gegen mich spielt, ich am Turn und River noch weitermachen will. Ich kann eigentlich nur auf Passivität bei meinem Gegner hoffen, um günstig in den SD zu kommen. Nach der Gegnerbeschreibung kann ich das aber vergessen.
    So wie hier gespielt calle ich den River. Mit Glück schaue ich in A4 oder eine Hand wie AsJs als Bluff. Am ehesten vermute ich eine Hand wie Q7-QK.

    Viele Grüße
    Der Tyro

  11. Anbei die Auflösung:
    Ich war diesmal Villain im BB und Hero callte und ich hatte KdQd.

    Anbei meine Hand aus Heros Sicht:
    Preflop:
    Ich raise mit 66 mit 40 BBs aus UTG immer, wobei die hoffe auf das Set gleich am Flop ;-)

    Flop:
    Die Cbet auf dem gepairten Board ist meiner Meinung absolute Pflicht. Wenn man allerdings gecheckraised wird, dann muss man sich sehr gut überlegen wie man die Hand weiterspielt. Da Villain sehr aktiv war, calle ich auf jeden Fall am Flop.

    Turn:
    Die 4 ist keine gute Karte, weil uns Villain mit der 4 nun überholt hat. Da Villain munter weiterbettet, folde ich hier auf jeden Fall. Wenn Villain mit dem Flushdraw auf dem 2-fach gepairten Board tatsächlich blufft, dann verdient er sich den Pot zu 100% ;-) Ich denke aber, dass wir hier mit 66 so gut wie immer behind sind.

    River:
    Jetzt besiegen wir jede 4 und jedes weitere Pocket ab 77 aufwärts. Gegen jede Q sind wir natürlich kaputt. Ich finde schweren Herzens den Call-Button, weil ich einerseits viel zu neugierig bin und weil mir im Falle der Niederlage noch immer ca. 16 BBs left bleiben.

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