Pokerstrategie

Poker Strategie: Set 4

47

Bei einem Onlineturnier ohne Re-Entry (Buy-In: $ 20+2) ereignete sich folgende Hand:

Stack der involvierten Spieler:
Du bist UTG: 46k
Spieler im BB: 22,5k

Infos zum Turnier:
Startdotation: 25k
8-max
12 minütige Level

Infos zum Gegner:
Er war bis dato kaum in eine Hand verwickelt.

Bei einem vollen 8er Tisch raist Du UTG mit :4c: :4d: auf 800 bei Blinds 200/400 Ante 50. Alle Spieler folden zum Spieler im BB und dieser callt. Den Flop :Ad: :2s: :10h: checkt der Spieler im BB, Du bettest 1,2k und Dein Gegner callt. Den Turn :4s: checkt der Spieler im BB, Du bettest 2,4k und Dein Gegner callt. Den River :5h: bettet Dein Gegner mit 9,6k.

Welche Range gibst Du Deinem Gegner und was machst Du in dieser Situation? Wie hättest Du diese Hand gespielt?

47 KOMMENTARE

  1. ich springe direkt zum river, was meine range annahme angeht:
    BB gebe ich hier two pair mit A2s, A5s, ATo/s oder sets 22 oder TT. mir fällt ausser den pocket 33ern beim besten willen keine sinnvolle 3x kombo ein, die flop oder turn floats wären.
    für mich schlägt uns also nur TT und das sind 4 kombos vs. ein vielfaches an schwächeren kombinationen und totaler luft.

    also CALL (raise halte ich für solch polarisierte river donks für zu dünn)

    3
    1
    • A3o/s wuerde ich nicht ausschliessen. ganz selten hat er halt AA slow geplayed.
      das river sizing ist verdaechtig hoch, aber ich wuerde trotzdem callen.

      • heyho freunde, ich sprach von flop und turn „floats“, d.h. händen, die der BB einfach nur runter callt. sowohl A3s/o, als auch 53s – sofern er letztere überhaupt pre und flop callt – sind für mich c/r am turn. darum schloß ich diese aus, ja.

  2. Min-Openraise ist schlecht. Beim >50 BB Stacks (effektiv) mindestens 2.5-2.7 BB, also ca 1000-1100
    Flop und Turn OK. Nach dem Turn Call hat er mMn folgendes. Ax, Flushdraws, verschiedene Gutshots und Tx Hände.
    Nach dem River Bet würde ich mein Set direkt folden, ohne Ranges zu kalkulieren, und zwar nicht weil sein Range mich crusht, sondern aus eigener Erfahrung: Diese Spielweise sagt in 95% der Fälle – Fish got nuts. Man wird hier äußerst selten bluffen, und unser Set ist hier nur Bluffcatcher.

    1
    6
  3. Openraise mit kleinen Paaren UTG ist immer so ne Sache, aber wenn ich da über 50bb Deep bin, Raise ich da 2,5 Fach. Ein bis dato passiver Spieler callt und der Flop kommt AT high. Cbet gefällt mir, weil wir alle broadwayhände loswerden sollten und er eventuell sogar 55-99 foldet. Er callt, was ziemlich sicher auf ein A schließen lässt, da er nach der Beschreibung nicht der Typ zu sein scheint, der hier oop mit 30bb gegen einen UTG Raise mit nichts floatet. Jetzt kommt unsere traumkarte, daher klare bet for Value. Er callt und am River kommt die Straße mit der 3. Nun bettet der Gegner seinen halben Stack von vorne und nun müssen wir überlegen, ob er hier noch Two pair for value bettet ubd da sehe ich maximal AT, die er dann aber sehr slow gespielt hat. Sets kann er 22 oder TT haben, da wir sehr selten die Straße haben, kann er die auch for Value setzen. Bleiben sonst nur noch Straights übrig. Da sehe ich aber auch nur A3, da ich diesen Gegner wie schon gesagt nicht mit 33,43,53 oder ähnlichem am Flop callen sehe. Wir schlagen also AT und 22 und verlieren gegen A3 und TT. Ohne jegliche Infos ist das für mich ein knapper Call, auch wenn ich nicht gerade in Jubelstürme über seine Riverbet ausbreche. Das einzige, was noch für den Call zusätzlich spricht, ist dass unser Set versteckt ist und wir die Hand wie AK-AJ gespielt haben. Ich frag mich manchmal dennoch, ob es nicht möglich ist, nach mehr als 6 leveln etwas mehr Infos über den Gegner zu sammeln. Wie gesagt, call mit kleinen zweifeln.

    6
    1
  4. A3 hat er. Ass auf Flop getroffen. Turn noch der Straightdraw und River Jackpot. 9,6k donkbet auf dem River. Set ist schön, aber foldbar gegen eine straight. River fold. GG :) next!

  5. Hallo alle,
    Das UTG raise mit 44 ist sehr marginal. Wenn die meisten Spieler am Tisch >50bb sind dann ist es ok aber wenn der average eher um die 30bb ist dann ist es -EV.
    Die Raisegrösse sollte dann auch eher auf den Tableaverage angepasst werden. Bei 50bb ist ein min raise auch wieder nicht optimal und man sollte eher 2.3-2.7bb raisen. Ist der Tisch shorter dann ist ein min raise ok falls man die Hand spielen will.

    Gegen ein Minraise sollte BB hier 65-70% aller Hände defenden. Wobei PP>99 meistens Preflop 3bet sind, ebenso AK. Alle anderen Ax und PP sollten meistens gecallt werden.
    Postflop sizings von Hero ist einfach komplettes random button clicking. Auf diesem Board sollten wir bei dem effective Stack size zwischen 33% oder 66% pot size bet auf dem Flop machen.
    44 sollte hier mehrheitlich am flop in die 33% PSB range gehen. Villain hat hier ca 50% seiner Range die er direkt foldet gegen dieses sizing.
    Da Hero auf diesem Board viel Cbeten kann sollte Villain auch 15-17% check/raisen. Da sollten auch Hände wie 43s und 53s dabei sein. Generell raisen aber die wenigsten in low stakes Spieler in diesen Spots so aggressiv und callen GS und pairs+backdoor draws eher.
    Turn machen wir set. Hier fange ich jetzt an gross zu beten um max value von villains top pairs und besser zu erhalten so dass ich meistens auch am river jammen kann.
    River Villain leadet. Nun hier wäre es halt wirklich toll wenn Hero eine Tracking Software hat. Nicht unbedingt weil man dann etwas über diesen einen Gegner weiss, man kann aber auch Population Analysen machen und alle Gegner in einen Alias umwandeln und dann schauen wie Spieler in solchen Spots agieren.
    Ich für meinen Teil habe so eine Analyse gemacht. Bei der Line x/c, x/c donk big auf 4 straight board habe ich in den letzten 12 Monaten 12 solche Situationen gesehen. In 9 Situationen hatte Villain dabei >2P und davon waren 8 Situationen eine Straight und nur 1mal set. Das heisst wir können hier sets oft overfolden sollten dabei aber trotzdem noch ca 20% unserer Range defenden um nicht total exploited zu werden.
    Das Problem auf diesem Board ist das wir ausser A3s keine 3x in unserer Range haben. Dh wir müssen hier mehr mit sets defenden als wir gerne haben. Da viele Villains auf diesen stakes 34,43,53 etc pre eher mehr folden als sie sollten würde ich in diesem spot mit AA, TT callen, und 44 und 55 folden

    1
    2
    • Ganz gut beschrieben. Stimme mit dem meisten überein.

      Betsize Pre zu niedrig und an dem Flop viel zu hoch meiner Meinung nach.
      Hätte Pre 900 geopened und am Flop 780 in 2400 gebettet. Am Turn hätte ich prozentual etwas mehr gebettet, wäre also auch etwa bei 2400, aber in 3960 anstatt 4600, gelandet. Aber nur wegen des geturnten Sets. Hohe Bets auf so einem Flop und Turn erlauben es dem BB gefloppte Sets slow zu spielen und trotzdem einen ordentlichen Pot aufzubauen und am River Hero vor schwere Entscheidungen zu stellen, weil die Range Villains dann so extrem stark ist. Eine Riverbet von Villain würde ich mit AA, TT, und 44 callen. Mit 55 und AT würde ich natürlich auch callen, aber 55 und AT wären Checks von mir am Turn, ebenso A3s, das am River ein easy Raise ist.

      So wie gespielt calle ich mit AA, TT und 44 und folde alles was schlechter als ein Set ist, weil ich erwarte, dass Villain neben Straights auch 2 Pairs, insbesondere A5 und AT hat sowie einige Bluffs haben kann weil wir nach dieser Action sehr selten mehr als One Pair haben.

      • Hallo Fonzie,

        ich finde 55 und 33 sind am Turn gute bluffs um auf wheel und low runouts zu barreln oder straights zu blocken um dabei max Druck auf Tx und schlechte Ax zu machen.
        Broadways die GS machen am Turn würde ich da auch weiter barreln weil die Heros range verbessern.
        AT würde ich def für value am turn weiter beten. Bei dieser SPR kann man Top2 am turn easy rein kriegen gegen x/r. Villain hat am flop so viele mandatory calls mit dieser bet size die jetzt einen draw aufgegabelt haben.

        Ev könnte man turn mit einem kleine Sizing weiter beten weil theoretisch der Gegner bei dieser Stack Size sehr viele Ax am flop x/r spielen sollte. Vorallem in einem Spot wo PFA fast 100% seiner range c beten kann.

        Ein Problem das mir beim Durchlesen deiner und meiner Analyse noch aufgefallen ist, ist das wir mit AA, 44 und TT halt extrem die 2pair range vom Gegner blocken.
        Ein lead river sehe ich aber eher mit Ax two pairs und weniger mit Tx und 4x.

        Darum korrigiere ich mich und sage TT, 44 call und AA fold

        • @Blubb

          Du willst am River Pocket AA folden? Also 2nd Nuts, wenn wir mal 63 beim Gegner außen vor lassen und dazu A3 bei nur einem weiteren A im Deck extrem unwahrscheinlich wäre? Das verstehe ich nicht.

          2
          1
          • @bf
            Mit der annahme das bb am river Ax 2pairs donkt aber die anderen 2pairs nicht haben wir mit AA signifikante blocker gegen seine value range die wir schlagen und es ist eher wahrscheinlich dass bb eine straight hat

          • Sowohl 43 wie auch 53 sehe ich hier nicht als Preflop- und Flop-Calls. Generell nicht, und bei der Spielerbeschreibung schon gar nicht.

            Mit welchen Händen soll er die Straße denn aus deiner Sicht machen?

            2
            1
          • @Blubb

            Über eine Antwort würde ich mich noch freuen. Man kann ja nicht das dann letzte verbliebene A (mit 3) für eine erhöhte Straßengefahr heranziehen und gleichzeitig für 2-Pair-Kombinationen weg argumentieren.

      • @Fonzie

        Wieso haben wir nach der TurnAction nur sehr selten mehr als One Pair? Aus meiner Sicht bilden hier die One-Pair-Hände das untere Ende unserer Range und nicht das obere Ende.

        1
        3
  6. Hello
    In den bisherigen Analysen vermisse ich die suited Tens wie T2,T3, T4 und T5 in Pik die allesamt einen Call pre rechtfertigen bei den gegebenen Odds und auch vertretbare Floats wären.
    Gruß

        • vorallem in welches spieler profil sollten die Txs nicht passen? Es steht ja keine Angsbrn zu Villain und generell würde.ich zumindest 50% der low suited Tx annehmen pre. Die callen dann auch alle gegen 1/2psb und mit einigen wird equity am turn aufgegabelt also kann man die nochmals callen

          1
          1
          • @Blubb.

            Ich schrieb in meiner Analyse ja auch, dass ich davon ausgehe, dass der Big Blind mit 10x siuted mit einem Flush Draw am Turn bezahlt haben könnte. Man sollte aber schreiben, dass dies keine profitable Spielweise darstellt.

            Du schreibst ja, das man mit am Turn zusätzlich aufgegabelter Equity nochmals callen „kann“. Man kann schon, aber man sollte nicht. Gerade Out of Position ist dies nicht zu empfehlen. Einzig 10 4 wäre da eine passende Hand. Selbst gegen AQ oder ähnliches kommt der Big Blind nur auf 35% Chance. Gegen 2 Pair und Sets würde ein Call mit so einer Hand noch deutlich unprofitabler werden. Und OoP sind die Implied Odds auf einem dann Scared Board nochmal deutlich schlechter zu bewerten.

  7. 44 ist UTG, 8-handed in dem Spot easy fold.

    Den Gamplan möchte ich sehen, der für OR UTG hier +EV zaubert.
    Wieder ein Spot in dem Kovi nicht Hero ist?

    • Naja, über 100BB kann man ein Pocket schonmal Open. An einem aggressiven Tisch kann man auch limpen, aber hier ohne Infos der Gegner pauschal auf einen Fold zu setzen, halte ich für etwas zu tigh.

      • @Seti:
        Ja 22-44 sowie A22-A5s sind UTG oft marginal +EV wenn nicht sogar -EV.
        Solche Hände raiset man dann hier vorallem auch für board coverage auf low boards. Einige solver wie Monker oder Snowie packen auch 20-50% 65s,54s in die Range aus genau diesem Grund.
        Ich für meinen Teil folde 22-44 in FO immer und raise sie nur in PKOs

        Ja und zum post flop game plan:
        Deepstack (100bb und mehr) müsste man auf diesem Board auf Grund der Equity Distribution sehr polare bet sizes anwenden. Dabei würden die kleinen PP zusammen mit den low suited connectors und den nutted Händen wohl in eine 90% PSB oder sogar in eine overbetting range gehen und die würden dann auf wheel run outs halt auch barreln.

        @phillo:
        wie balanced du deine EP limping range? Vorallem regs sind ja gerade die aggressiven Spieler und da ist man dann oft face up wenn man limpt.
        Und eine Strategie in der man die ganze EP VPIP Range als limp spielt ist auch nicht optimal. Wir wollen ja mit unseren high equity Händen möglichst viel EV pushen und Villains Equity verweigern. (sorry fällt mir jetzt kein besseres deutsches Wort für „deny equity“ ein).

      • @Phillo.

        Was wäre denn deine Intension, wenn Du an einem aggressiven Tisch mit 44 einen Call befürwortest? Ein Raise nachbezahlen fände ich Preflop nicht sehr profitabel, da wir dann höchstwahrscheinlich OoP agieren müssen.

        2
        3
    • Ich muss echt gestehen, dass ich das nicht gedacht hätte, aber laut Raise Your Edge ist sogar 55 für UTG und UTG+1 noch nen Fold. In so weit muss man das dann echt an den Tisch anpassen. In kleineren Buy-In-Turnieren gegen schwächere Gegner würde ich es meistens auch eher limpen oder an ganz tighten Tischen raisen. Aber bei ner Sunday Million mit Regs am Tisch sollte man es dann wohl tatsächlich folden.

    • @blubb
      A2s-A5s ist ja auch ok, 22-55 ist aber Mist als UTG (in dem Spot). Wenn du viel Zeit hast, kannst du ja mal einen Gameplan aufstellen, wie du auf möglichen Boardstrukturen / Actions weiterspielst. Solver haben deshalb auch nicht 22-55 in der OR-Range.

      Warum ist das so?
      1) A2s-A5s hat merklich mehr nut-Type Wahrscheinlichkeit als 22-55
      2) A2s-A5s hat etwas mehr EQ als 22-55 vs sieben random Hands
      3) A2s-A5s blockt große Teile der 3-bet-Ranges der Villians, 22-55 nicht

      @phillo283
      Du musst bedenken, dass der Fold des UTG ein EV=0 hat. Jeder Gameplan, welcher als Strategie ein Limp oder ein OR des UTG beinhaltet, muss ein positiveres Ergebnis im Average erzielen. Das ist mit einer so schwachen Hand und sieben Villians behind einfach nicht realisitisch. Es gibt entsprechende Datanbankanalysen, die dieses auch belegen.

  8. @seti:
    du hast schon bemerkt dass ich einen gameplan beschrieben habe?

    Du kannst doch Hände nicht kategorisieren in dem due sie gegen 7 random Hände anschaust. Falls du wissen willst welche Hände +EV sind musst du sie in einem Solver gegen eine
    sinnvolle Range auf so vielen wie möglcihen Flops lauffen lassen und dann schauen was sie an EV erzielen.
    Es ist nicht die raw Equity wichtig sondern die realized Equity die entscheidet ob eine Hand +EV ist oder nicht. Und da sind beide Kategorien OOP ziemlich gleich schlecht.

    Und die Aussage das Solver die kleinen PP nicht drin haben ist schlicht falsch. Ich würde dir ja gerne meine Screenshots von Monkersolver zeigen aber das geht hier schlecht. Ev hast du ja Zugang zum Kurs von Nick Petrangelo dort sind die zu sehen. 22 wird mit ca 20% UTG geraiset. Genau so 54s.
    Die Ranges die du bei RYE kriegst sind da etwas abweichend aus zwei Gründen.
    1.) Anderer Solver
    2.) Andere Ausgangsflops
    3.)Korrigiert für Population tendencies

    Und zu letzt wie erwähnt ich hab dir einen Gameplan angedeutet. Ich für meinen Teil habe die meisten meiner MTT Ranges auf den gleichen 500 Flops analysiert und hab daher für die meisten Spots ein wenig Ahnung was ich mit welchem Teil meiner Range machen muss

    • interessante sichtweise. GTO kann durchaus reverse exploited gegen eine gewissermaßen „knowing population tendency“ anwendbar sein. erst recht mit entsprechend gesammelter tracker daten. ich erinnere mich zu gern an ne hand gegen nitflix im sunday storm: markiert mich in seinem fisch-stream als „recreational“ und wundert sich auf nem T-high board über das set 3er, welches sein KK AI schlägt.

    • @blubb
      Das entscheidende ist, ob UTG in dem Spot mit 44 preflop folden sollte (ja!) oder nicht.

      >>“in einem Solver gegen eine sinnvolle Range auf so vielen wie möglcihen Flops lauffen lassen“

      Preflop-OR-Ranges werden aufgrund DB-Analysen gemacht. Der OR weiß weder welches Board kommen wird, noch welche Holdings die Spieler hinter ihm haben. Aus dem gleichen Grund gibt es preflop auch keine sinnvolle Überlegung zum Realisierungsfaktor der EQ.

      >>“das Solver die kleinen PP nicht drin haben ist schlicht falsch“

      Nein, ist es nicht.

      >>“Die Ranges die du bei RYE kriegst sind da etwas abweichend aus zwei Gründen.
      1.) Anderer Solver
      2.) Andere Ausgangsflops
      3.)Korrigiert für Population tendencies“

      zu 1) Jeder Solver erzielt mit gleichen Parametern (soweit fehlerfrei) identische Ergebnisse. Geringfüge Abweichungen sind bedingt durch das Rauschen aufgrund der Samplesize. Das ist prinzipbedingt durch den Algorithmus der Berechnung.

      zu 2) Welche Ausgangsflops? Es geht um die Preflop-Entscheidung.

      zu 3) Solver berechnen „nur“ GTO. Adaptionen muss ein Spieler vornehmen.

      • @seti:

        ein paar Anmerkungen zu deinem Kommentar:

        „Preflop-OR-Ranges werden aufgrund DB-Analysen gemacht. “

        –> das ist schlicht falsch. PokerSnowie hat eine integrierte AI die über neural networks läufft und bei Monkersolver läufft die Berechnung über Postflop abstractions. Bei PioSolver gibt man x mögliche Boards vor und berechnet so eine Range. Da es komplex ist alle Flops zu berechnen wird oft ein Standardset von Flops gewählt dass das Spiel bestmöglich beschreibt. Will Tipton hat hierzu in seinm Buch Experte Heads Up NLHE 2 ein sub set von 184 Flops gefunden die von den meisten als ausreichende Abstraktion angesehen werden.
        Andere Experten wie zum Beispiel Veeea haben für ihr GTO Trainingstool einfach alle Flops genommen und auf grossen Servern über Monate Simulationen lauffen lassen.

        „Der OR weiß weder welches Board kommen wird, noch welche Holdings die Spieler hinter ihm haben.“

        –> natürlich weiss OR nicht welches Board kommt oder welche Holdings die Spieler hinter ihm haben. Zumindest nicht solanger er nicht Superuser bei UB ist ;)
        Wie aber oben geschrieben wird ein set(oder alle) von flops genommen und darauf die Range gebildet damit man post flop möglichst gute board abdeckung hat.

        „Aus dem gleichen Grund gibt es preflop auch keine sinnvolle Überlegung zum Realisierungsfaktor der EQ.“

        –> auch hier muss ich dich korrigieren. Aufgrund der angenommenen Flops kann man mittels piosolver oder anderen postflop GTO solvern die preflop ranges gegeneinander auf vers boards wie oben beschrieben lauffen lassen. Dabei erzielt jede Hand einen gewissen EV. Dieser EV wird dann verglichen mit dem EV den die Hand theoretisch erzielen sollte. Die Differenz kann man als Equityrealization ausdrücken. Dieses Konzept ist sehr wichtig um die BB defense Ranges zu korrigieren. Meistens hat OOP in einem Solver ein Problem seine ganze Equity zu realisieren. In Tools wie PowerEquilab gibt es für Heads Up sogar vorgefertigte Tabellen. Auf Upswingpoker findest du sehr gute gratis Literatur zum Thema Equity Realization.

        „Nein, ist es nicht.“

        –> ja gut wenn das deiner Meinung nach so ist und du mir es ja auch glaubhaft erklären konntest will ich das mal so glauben.

        „zu 1) Jeder Solver erzielt mit gleichen Parametern (soweit fehlerfrei) identische Ergebnisse. Geringfüge Abweichungen sind bedingt durch das Rauschen aufgrund der Samplesize. Das ist prinzipbedingt durch den Algorithmus der Berechnung.“

        –> auch das ist falsch. Für viele Spots gibt es unterschiedlich Strategien und Nash Gleichgewichte. Verschiedene Solver basierend auf unterschiedlichen Algorithmen können ebenfalls zu unterschiedlichen Strategien führen. Wichtig ist das alle diese Strategien den gleichen EV innerhalb der Toleranz der Nash Distanz erreichen. Es gibt da auch kein Rauschen und keine Sample Size. Bei Solvern wird eine optimale Strategie berechnet die maximal bis zu einem gewissen % des Pots exploitet werden kann. Ich selber habe Piosolver und GTO+ und schaue mir oft dort Sachen an weil beide Programme oftmals eine andere Strategie vorschlagen. Aber in allen meinen Berechnungen bisher waren der EV bei beiden Programmen immer innerhalb der Nash Toleranz.

        „zu 2) Welche Ausgangsflops? Es geht um die Preflop-Entscheidung.“

        –> ich denke das konnte ich dir oben jetzt hoffentlich so erklären dass es klar ist.

        „zu 3) Solver berechnen „nur“ GTO. Adaptionen muss ein Spieler vornehmen.“

        –> tut mir leid wenn das unklar formuliert war. Aber korrigieren für Population Tendencies heisst man nimmt eine GTO Strategie, geht mit dieser Strategie in eine sehr grosse Datenbank von getrackten Händen und schaut dann wie die Population an Gegnern von dieser Strategie abweicht. Die Ausgangsstrategie wird dann dahingehend verändert um diese Population zu exploiten.

        Bei low/mid stakes MTTs sieht so eine Strategie zB aus dass man aggressiver 3beten kann weil die Population gegenüber 3bets zu oft foldet.
        Oder man braucht keine Preflop 5bet Bluff Range weil die Population sehr wenige bis gar keine 4bet Bluffs hat

        Ich hoffe ich konnte etwas Klarheit schaffen.
        Gruss

        2
        1
  9. All-In.

    Prelfop. Als aggressiver Spieler kann man Pocket 44er raisen (unser Stack ist groß genug dafür), dann würde ich aber einen Tick höher ran gehen. Einen Limp darf man hier an passiven Tischen durchaus mal wagen und darauf hoffen am Flop eine weitere 4 zu treffen. Was ich aber bei einem Raise im Auge behalten möchte, ist die Stacksize meines Gegners im Big Blind. Denn das ist mein wahrscheinlichster Gegner. Und hier halte ich mich an die Uralt-Regel, dass man mit seinen kleinen Paaren das 20-fache des dann aktuellen Pots, der Preflop entsteht, gewinnen können sollte, um auf Dauer +EV machen zu können. Wenn wir auf 800 raisen, bekommt der Big Blind Odds von mehr als 4:1 und der Pot beträgt am Flop 2.200 Chips. Kriegen wir den ganzen Stack des Gegners, würden wir beim 9-fachen des Pots landen. Was mir zu viel wenig ist. Daher mag ich dieses Openraise in dieser Situation nicht.

    Mit dem A am Flop würde auch ich hier eine Contibet setzen. Das A passt gut in unsere Range und die 44er wollen in dem Fall, dass unser Gegner noch nichts getroffen hat, geschützt werden. Halber Pot ist ok. Ich sehe den Gegner hier mit jedem A, meist auch mit einer 10 und allen Sets callen. 2-Pair Kombinationen könnte er callen oder raisen. Mit kleinen Paaren sehe ich ihn mit seinem Stack nicht callen. Set 10er erachte ich für möglich aber unwahrscheinlich (da hätte ich Preflop ein Raise erwartet). Inside Straight Draws sollte er am Flop nicht callen.

    Glückliche 4 am Turn. Natürlich betten wir ein zweites Mal. Halber Pot wieder ok für mich. Höher würde ich aber nicht setzen, da der Gegner meist eine marginale Range hat und wir meist weit vorne sind. Von 2-Pair Händen und Sets würde ich vom Gegner nun aber auf jeden Fall ein Raise erwarten, denn sein Ziel sollte dann sein, ein All-In auf dem River vorzubereiten. Mit welchen Händen könnte er hier erneut callen? Da sehe ich stärkere Ax Kombinationen, dazu die 1-Pair-Hände, die am Turn zusätzliche Outs aufgegabelt haben. Das sind vorrangig Ax- und 10x Hände in Pik und dazu noch A5 und A3 Hände, die einen Inside Straight Draw aufgegabelt haben.

    Am River kommt nun seine Potsize-Bet.
    Ich sehe hier 3 Kategorien von Händen.

    a) Verpasste Flushdraws, evtl. als 1-Pair-Hände
    b) Überspielte 2-Pairhände
    c) Glücklich getroffene Straße oder Set 55er am River

    Die Varianten a) und b) sind für mich die Wahrscheinlichsten. Ein slowgespieltes Set 2er am Flop halte ich auch noch für möglich. Daher kommt für mich ein Fold nicht in Frage. Also bleibt noch die Frage zu klären, ob man hier for Value All-In gehen kann.

    Dass er zuvor nicht in viele Hände verwickelt war, kann aus meiner Sicht vieles bedeuten. Er kann lange Zeit Kartentod gewesen sein oder einfach keine guten Spots gefunden haben. Es kann aber auch sein, dass er sehr tight unterwegs ist oder nun die Geduld verloren hat. Daher ist mir diese Zusatzinfo nicht wirklich eine Hilfe. Ich denke aber, dass hier ein tighter Spieler weder mit A3 noch mit Pocket 55 bis zum River kommt (auch aufgrund seiner Stacksize). Pocket AA und Pocket TT halte ich für derart unwahrscheinlich, dass ich hier bereit bin All-In zu gehen. Auszahlung erhoffe ich mir von allen 2-Pair-Kombos, und einem Set 2er.

    • Wenn du den Gegner so schlecht einschätzt, dass er nach der riveraction noch mit schlechteren Händen ein all in callt, dann kommt er auch mit einer 3 oder A5 zum River. Ich sehe hier selbst bei einem 22$ Turnier keinen bis dato auch noch passiven Spieler, der mit etwas schlechterem als 44 all in callt, nach dem er selber schon potsize gesetzt hat.

      • Das sind 2 verschiedene Arten von Spielertypen, die du jetzt in einen Topf wirfst.

        Der eine schlechte Spielertyp hätte mit Pocket 55ern oder einer 3 in der Hoffnung auf ein Wunder runtergecallt. Das wäre dann ein Fisch, der dann aber sicher öfters in Hände verstrickt ist. Und somit nicht komplett unauffällig zuvor gewesen wäre.

        Der andere Spielertyp dachte mit 2 Pair und die ganze Zeit vorne zu sein, hat slow gespielt und wollte mit seinem „Monster“ dann am River fett abkassieren. Und diesen Spielertyp sehe ich dann auch noch das All-In callen, da er nach Hero‘s Push dann nur noch 8.500 in einen Pot von 37.100 nachbezahlen muss. Und da bin ich mir sicher, dass er das mit allen 2-Pair-Kombos und auch mit Pocket 22ern machen wird.

        Bei den Pot Odds muss ja sogar ein guter Spieler nachbezahlen. Denn auch der Big Blind kann sich nicht sicher sein, dass Hero hier nicht auch seine Hand mit z.B. A2 überspielt.

        3
        3
        • Da sind wir wieder mal nicht einer Meinung. Ein guter Spieler callt nämlich aus all diesen Gründen nicht, weil er zu 100% nicht mehr die beste Hand hat und in diesem Spot quasi zu 100% nicht geblufft wird.

          2
          3
          • Ich wäre nach einer Potsize Bet als Big Blind bei mehr als 4:1 Odds jedenfalls nicht fähig ein Set 2er korrekter Weise zu folden und mit einem Set 10er korrekter Weise zu callen. Diese Unterscheidung ist mir nicht möglich.

            Du musst nicht meiner Meinung sein, dass brauchst du nicht zu betonen und ist auch nicht wichtig.

          • Du darfst nicht vergessen, dass ein guter Spieler hier am River NICHT Potsize mit 2-Pair setzen würde. Und wenn es somit ein schlechterer Spieler ist, dann wird er mit den beschriebenen Händen auch nachbezahlen.

            Ich schrieb „muss ja SOGAR ein guter Spieler nachbezahlen“, ich gehe NICHT davon aus, dass er ein guter Spieler ist, wenn er mit den aufgeführten Händen seine Potsizebet bringt.

            3
            2
  10. Preflop folde ich 44 zumeist, es sei denn, der TIsch war sehr tight. Am Flop kommt von mir die C-Bet, denn ich habe viele Aces in meiner Opening-Range. Am Turn würde ich etwa 3k setzen.
    Den River calle ich nach einiger Überlegung, da ich glaube, dass A5, AT und sonstige Two Pair mich durchaus auf AJ-AK setzen könnten. Irgendwie habe ich die Befürchtung, dass ich A3s ansehen muss, aber es gibt eben auch einige andere Hände bei Villain, die so bis zum River kommen könnten (22, A5, A4, A2, AT in erster Linie, wie oben bei anderen Analysten genannt auch noch ein paar „exotische“ Hände).
    Gruß
    Der Tyro

  11. Anbei die Auflösung:
    Ich habe gecallt und Villain zeigte As3s für die Straigt.

    Anbei meine Gedanken zu der Hand:

    Preflop:
    Das Minraise ist tatsächlich nicht die optimale Raisehöhe. In diesem Fall wären 2,5 BB – 2,8 BB besser gewesen, damit der Spieler im BB leichter den Fold findet bzw. damit maximal 1 Gegner übrig bleibt. Wobei in diesem Fall hätte der Spieler im BB auch bei einem höheren Raise den Call gefunden.
    Je länger ich über diese Hand nachdenke, desto besser gefällt mir der Fold preflop. Wenn ich einen Call von einem Spieler in Position bekomme, dann spiele ich die Hand oop und wenn ich geraist werde, dann wird es überhaupt ugly.

    Flop:
    Ich cbette diesen Flop immer, weil ich das Ass repräsentiere. Natürlich kann man den Flop niedriger betten, aber ich finde meine Bethöhe OK.

    Turn:
    Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen ;-) Ich bette hier munter weiter, aber nicht zu hoch, weil ich den Gegner mit seinem möglichen Ass dabei haben möchte.

    River:
    Ich bin hier wieder einfach viel zu schwach, um den Fold-Button zu finden, da ich doch einige Hände bei Villain sehe, die ich besiegen kann (die 2 Pair-Hände und auch das Set 2). Natürlich sind das Set 10 und die Straight eben mit A3 oder mit 53 möglich, aber ich kann das Set 4 hier einfach nicht folden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT