Pokerstrategie

Poker Strategie: Trips Aces

71

Bei einem Progressive Knockout Onlineturnier ohne Re-Entry (Buy-In: $25+25+5) ereignete sich folgende Hand:

Stack der involvierten Spieler:
Du bist UTG: 23k
Spieler am Hijack: 27,5k
Spieler im BB: 26,5k
 
Infos zum Turnier:
Startdotation: 25k
Es hat jeder Spieler noch das Anfangsbounty auf seinen Kopf
8-max
12 minütige Level

Infos zu den Gegnern:
Keine, da ihr Euch gerade am Anfang des 3. Levels vom Turnier befindet.

Bei einem vollen 8er Tisch raist Du UTG mit auf 625 bei Blinds 125/250 Ante 30. Die Spieler am Hijack und im BB callen. Den Flop bettet der Spieler im BB mit 750, Du callst und der Spieler am Hijack callt auch. Den Turn bettet der Spieler im BB mit 3,5k, Du callst und der Spieler am Hijack foldet. Den River bettet Dein Gegner mit 8k.

Welche Range gibst Du Deinem Gegner und was machst Du in dieser Situation? Wie hättest Du diese Hand gespielt?


 

71 KOMMENTARE

  1. Ohne weitere Infos ist das mMn ein Call. Die value range des Gegners kann jedes Ax sein welche wir mit unserem Kicker schlagen.
    A6 und A8 sowie 66 und 88 sind natürlich möglich, aber ohne Info ist die Hand nicht foldbar.

  2. Seltsamer Bet vom BB direkt auf dem Flop. Würde ich an seiner Stelle ein Ax also Trips A oder 66 geflopptes Full betten?! Wohl kaum. Würde den Gegner eher trappen. Was würde ich also betten? Treffer 6x oder kleine pockets 22-77/88. 99+ hingegen, hätte ich preflop gereraised. Den Flop Bet vom BB würde ich nicht callen sondern reraisen. Turncall ist ok. River Bet könnte man all in pushen. Aber da die kleinen pockets 22-77 in der BB Range waren und er hier tatsächlich ein Full mit 22 gerivered haben könnte würde ich nur callen. Trips Aces mit Kicker Q zu folden wo keine Strasse oder Flush Gefahr liegt ist quasi nicht möglich. Ich Calle er zeigt two pair, meine Trips gut und ärgere mich daß ich nicht den River gejammed habe. GG 🙂

    1
    4
  3. FLOP: ca.1/3tel Pot-Bet
    BB kann hier gut mit 66 ein Full gefloppt haben. Genauso gut wäre aber auch nur ein Paar mit der 6, ein kleineres bis mittleres Pocket oder ne A möglich. Auch ein Bluff halte ich nicht für ausgeschlossen, da ja die Wahrscheinlichkeit das einer ein A hält recht gering ist und ansonsten keine draws da sind. Ein geflopptes Full checken sehr viele mal. (Persönlich bin ich kein großer Freund von der Checkvariante, auch deshalb weil ich öfters derartige Pots versuche günstig zu holen. Von da her finde ich 1/3 Pot nicht schlecht)

    TURN: fast Post-Size Bet
    zwei caller und er schießt nochmal. Entweder hat er Eier und zieht den Bluff einfach durch oder er fühlt sich immer noch recht wohl mit seiner Hand. Das würde er mMn mit den 6ern zum Full oder A6/A8. Aber immer noch kann er die besseren Paare (z.B. TT) mit fast Potsize protecten oder mit einem A den Pot aufbauen für den Fall das KK nicht mehr loslassen wollen.

    River:
    Eine Bett mit TT wäre jetzt mehr Bluff als Value. Aber jedes A kann hier nochmals for Value (z.B. gegen KK) gehen. Full´s sowieso. Und wenn er vorher schon 2x geblufft hat, dann wird er es jetzt durchziehen wollen. Für letztere Variante sehe ich hier zwar nur für gering an, aber durch seine A-Valuebets, von denen wir doch ein paar schlagen haben wir einen call.

    2
    1
  4. mhh ich finde das wenn wir UTG raisen und einen aufmerksamen Spieler am tisch haben, dieser den turn checken würde – fast immer vorne sind“ – aber da er 3 mal auf´s Gas drückt und 3 mal knallt würde ich sagen das er in diesem Spot die Nuts geflopt hat oder auf dem turn fertig ist. ich weiß nicht, ob er da mit A10 und weniger den turn anspielt weil er da meistens gegen uns hinten ist (bezogen auf den aufmerksamen Spieler) – so meine Einschätzung :/… A6 / 66 würde ich, nicht anders spielen – weil wenn der UTG raiser AK AQ und AJ spielt bekommt er immer den flop call und den turn call.

  5. Die Line unseres Gegeners macht wenig Sinn. Auf diesem Flop sollte man wohl die gesamte Range als Check-Call oder Check-Raise spielen, ich würde auch mit einem Full-House einen Check-Call bevorzugen (ich halte es für sinnvoll bestimmte Lines für sich selbst auszuschließen, um sich Entscheidungen einfacher zumachen, ich spiele z.B. sogut wie nie donk bets aus den blinds wenn preflop geraist wurde und selbst wenn man solch eine Strategie anwenden möchte, dann sollte man dies nur in sehr bestimmten Fällen tun).
    Ich denke dass unser Gegner da nur sehr selten einen kompletten Bluff hat. Es ist möglich, dass er da eine 6 oder diverse Pockets hat und quasi versucht direkt auf Protection zu gehen oder eben auch alle Ax Kombinationen sowie 66 for value. Aus unserer Sicht wäre es möglich da direkt zu raisen, weil wir da oft versuchen könnten ein A zu repräsentieren, dass wir nicht immer haben, aber ein Call geht völlig in Ordnung. Am Turn spielt unser Gegner groß an somit ist der Call richtig, raisen wir am Turn sieht es bedeutend stärker aus als am Flop.
    Da wir keine Infos haben und auch nicht wirklich gut einschätzen können was unser Gegner in diesem Spot hat, sollten wir am River eher nur callen. Ein Fold sollte meiner Meinung nach nicht in Frage kommen. Natürlich kann unser Gegner da 66, A6 oder 88 haben aber er kann genauso gut auch Ax haben und vielleicht auch noch sowas wie 99 oder 1010 oder aber auch in seltenen Fällen verückte Bluffs. Die Line unseres Gegner würde ich so niemals von einem Regular erwarten also ist es anzunehmen dass unser Gegner eher ein Freizeit-Spieler ist. Hätten wir vorher schon Hände mitbekommen, die unser Gegner eher unkonventionell gespielt hat, dann sollten wir wohl pushen, da es ein Bounty-Turnier ist und wir dann möglicherweise von dem Großteil seiner Range gecallt werden

    3
    4
    • wenn er am flop in uns rein bettet kann man das evnt als 6 oder als kleines A deuten evnt noch 1010 99 mehr aber nicht – da er auf dem turn aber WEITER feuert muss es ein spieler sein der null plan hat oder die nuts hat, und radikal for value geht weil er uns einfach AK AQ AJ gibt da wir utg raisen und er hofft das wir ein A haben – … auf dem river nochmal zu feuern obwohl wir der pre flop agg. sind und 2!!! mal gecallt haben (auf dem flop und auf dem turn) zeigt mir eigt. das er verdammt stark ist – da zu bluffen oder nur mit einer 6 oder jedem anderen pair noch mal eine bet raus zuhauen finde ich verdammt schlecht :/

      3
      1
      • Ich stimme Betahle da zu. Zumal der Big Blind am Turn seine Bet ja auch noch gegen 2 Spieler bringt. Ich bin auch der Meinung, dass der Big Blind hier stark vermutet, dass da Hero oder der HJ mit einem A unterwegs ist und dieses nicht loslassen kann. Vorrangig hofft der Big Blind dann auf Hero, da er die stärkeren Ax Hände in seiner Range hat.

  6. Call.
    Ohne Infos zu den Gegnern gehts hier dann an die reine Theorie, obwohl die Geschwindigkeit der Bets ne kleine Rolle spielt. Der Gegner kann hier jede AX Hand haben, der Gegner kann hier 66 oder komisch gespielte 88 haben, der Gegner kann hier 99-JJ haben. Natürlich schwinden die Kombos ohne ein A beim BB, wenn er hier drei mal durchbarrelt, aber da wir immer noch die meisten AX Kombos schlagen und wir hier quasi eine unserer stärksten Hände haben, calle ich das hier runter.
    Im Pot sind am Flop 2240 Chips und er setzt von vorne knapp 1/3 Pot. Das kann er mit einem A machen, aber auch mit einem Paar oder einem Bluff. Am Turn sind nun 4490 Chips im Pot und er hat von vorne gesetzt und zwei Caller bekommen. Nun sollte er alle Onepairhände checken, er setzt aber weiter, was sehr auf ein A schließen lässt. Das rausbetten mit einem A finde ich nicht so verkehrt, weil wir hier am Flop fast alles behind checken gegen zwei Gegner, allerdings mit 99-KK mindestens eine Bet bezahlen. Am Turn feuert er nun mehr als 2/3 Pot, was ziemlich stark aussieht, meiner Meinung nach also nur noch ein A oder besser sein kann. Nach unserem Call sind am River 11490 Chips im Pot und wir haben effektiv noch 18K Chips. Er setzt hier mit 8K eine perfekte Betsize, um von einem schwächeren A oder von 99-KK einen crying Call zu bekommen. Wir sind so deep, dass auch wir alle AXKombos in unserer Range haben, er kann hier also bei uns durchaus auch Axsuited vermuten. Es geht also darum, ob er hier auch alle Asse so spielt, die wir noch schlagen und dann gehts um A3,A4,A5,A7,A9,AT und AJ, eventuell Split gegen AQ. Wie gesagt, 66 und 88 schließe ich hier nicht aus, aber auch die anderen Kombis nicht und wie gesagt haben wir hier quasi unsere Toprange am River. Wir bekommen hier mehr als 2,4:1 für unseren Call und AQ ist dann für mich hier zu stark. Ich calle das, wundere mich aber auch nicht, wenn ich hier in ein Full oder AK schaue.

    7
    6
    • Phillo, du schreibst, dass die Bet vom Big Blind am Turn nur noch mit einem A (oder besser duchgeführt wird).

      Wenn der Big Blind hier mit hier mit „A3,A4,A5,A7,A9,AT und AJ“ am Turn und River for Value setzt, dann macht das aus meiner Sicht aber nur Sinn, wenn er davon ausgeht, dass ihn schlechtere Hände bezahlen werden.

      Würdest Du als Hero sowohl den Turn als auch den River mit KK (oder noch schlechter) callen? Falls nein, warum sollte der Big Blind davon ausgehen, dass Hero mit solchen Händen noch bezahlt?

      • Zunächst habe ich gesagt, ich sehe am Turn eine Valuebet nur noch mit einem Ass. Da wir keine Infos über den Gegner haben, kann ich zu seiner Spielweise auch nichts sagen. Ich schließe ich hier nichts aus. Prinzipiell kann der BB durchaus davon ausgehen, dass wir auch den Turn mit KK-JJ nochmal bezahlen, vielleicht sogar mit 99 und TT. Es liegen schon zwei Asse auf dem Flop und wenn er eins hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit nicht mehr so groß, dass wir eins haben. Da wir selber nur check call spielen die ganze Zeit, kann er hier mit jedem Ass for Value setzen und da wir noch genügend Asse schlagen, calle ich das für den Preis. Und ja, so deep würde ich den Flop und Turn durchaus mit JJ-KK bezahlen. Ich hatte diese Spots schon sehr oft in Turnieren von 5$-215$ und ich war hier mit einem guten Ass bei der gleichen Line öfter gut als geschlagen. Aber ich habe ja auch klar gesagt, dass wir hier sicherlich auch oft geschlagen sind. Wenn ich hier die Hand verliere, habe ich noch 40BB. Gewinne ich die Hand, habe ich einen guten Stack, um im Turnier weit zu kommen und mir persönlich ist AQ dann zu stark. Mit Gegnerinfos sieht das ganze sicherlich anders aus, aber die haben wir nicht.

        3
        1
  7. 3 thumbs down for Phillo? Und keiner up? Das müsst ihr mir Mal erklären? Also ich finde die Analyse gut und sehe es ähnlich!
    Von mir gibt es einen Daumen hoch!

    3
    3
  8. Das kleine UTG-raise gefällt mir persönlich nicht so gut, bevorzuge limp oder gleich ein höheres raise (4,5-6 BB), aber das ist eine Stilfrage.
    So wie gespielt call ich einfach alles bis zum River runter und hoffe, dass es reicht.
    Gebe Villain hier ein kleines pocket-pair, das er hier gegen ein mögliches höheres pp in einen Bluff verwandelt. Natürlich kann er auch jedes A halten, dann hoff ich, kicker gut.
    Hat er full-house, dann wars eben so, abschütteln und weiter gehts!

    • Ich habe eine Frage zu Deinem möglichen Openraises 4,5-6 BB.

      Ich würde da vermuten, dass genau die Hände nicht mehr dabei bleiben, gegen die ich lieber spielen würde. Die kleineren Ax Hände folden auf dieses größere Raise doch viel eher, als Pocketpaare (die so deep immer noch ihre Implied Odds erhalten). Du drängst dann doch nur die Hände aus dem Pot, die Du dominierst.

      2
      2
      • Also in dieser Position ist AQ doch eine recht lästige und gefährliche starthand, bin nicht böse, wenn alle folden, und möchte nicht unbedingt gegen 4+ Gegner spielen, die alle „any2“ halten können und nicht einzuschätzen sind. Ausserdem mach ich damit eine mögliche 3-bet teurer und ebenfalls besser einschätzbar! Aber wie gesagt, mEn eine Geschmacks- und Stilfrage, wenn du dich mit miniraise wohler fühlst, o.k. für dich. Ich jedenfalls werde eher limpen oder höher raisen, das variier ich dann auch, um nicht ausrechenbar zu werden.

        1
        1
      • Tja, wie das leben halt so spielt: gestern abend krieg ich AQ UTG, raise nur auf 2,5BB und bin dann raus gegen AJ! Raise auf 4BB hätte er nicht mehr bezahlt…

  9. Welche Range gebe ich dem Gegner im BB?
    Preflop nahezu any two wegen der Odds von 1:5. Ich denke er würde hier nur die schlechtesten Hände überhaupt entsorgen (schlechtesten 10-20%).
    Flop: jedes Pocket, jede 6 setzt wie hier in der Größenordnung 1/3 Pot um die Hand zu gewinnen für den Fall, dass die Gegner Hände wie 77-JJ, manchmal auch QQ und KK entsorgen. Kleine und mittlere Asse setzen in gleicher Höhe, um Freecards für Pockets bei den Gegnern zu vermeiden (falls beide Gegner jeweils eins halten immerhin 4 Outs gegen das As). AK, AQ, 66, A6 setzt als Test-Bet, ob ein As unterwegs ist und hofft auf ein Raise oder zumindest einen Call.
    Turn: Nach zwei Calls sind sehr wahrscheinlich mindestens 1 besseres Pocket (99+) und vermutlich ein As unterwegs. Eine satte Bet auf dem Turn vertreibt vermutlich alle weiteren Pockets und kleine Asse. Wenn Villain im BB also eine schlechte(re) Hand hält, dann wäre eine weitere Bet am Turn eine gute Möglichkeit hier einen Bluff zu spielen. Problem dabei: Villain weiß nicht, ob auch gute Asse oder Sets / Fulls unterwegs sind. Hat er hingegen selber eine sehr starke Hand, ist wegen der zwei Caller am Flop eine knackige Turnbet obligatorisch. Ich denke, dass es hier lediglich für mittlere Asse (A9-AQ) eine bessere Option wäre zu checken. Damit habe ich die Range vom Flop in erster Linie um die mittelstarken Asse verkleinert (sind weniger wahrscheinlich geworden).
    River: Ich sehe nach der Turnbet weder UTG noch den HJ mit lediglich einem Pocket bis zum River kommen. Hier ist mindestens ein As für Trips oder ein Full unterwegs. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hero am River callt ist sehr hoch. Eine Bluffbet sollte sich aus meiner Sicht bei Villain ausschließen. Darum sehe ich nur folgende Range am River bei ihm:
    AK, A6, 66, 88 (lucky Hit) 22 (very lucky Hit, wenn aus dem Bluff plötzlich Value wird…). Hier mag der ein oder andere noch AQ mit hinzunehmen, ich selber bin so tight, dass ich die Kombo hier nicht mehr am River anspielen würde.
    Wie hätte ich gespielt?
    Ich hätte versucht bis zum River durch C/C zum Showdown zu kommen. Am Turn hätte ich zwar das erste mal überlegt, ob ein Fold in Frage kommt (starke 2.Barrel und weil mir da der HJ ja auch noch im Nacken sitzt, der durchdrehen könnte oder ein Monster von der Kette lassen könnte), aber ziemlich sicher nochmal gecallt. Am River folde ich. Der Gegner könnte zwar AQ halten, aber meine ihm zugestandene River-Range spricht dafür, dass ich geschlagen bin. Ich glaube hier an keinen Bluff mehr und auch an keine Value-Bet von Villain mit Händen wie A7, A9, AT etc.
    Gruß
    Der Tyro

    2
    1
    • Bei der Annahme welche Hände uns schlagen sollten wir auch überlegen, welche Hände überhaupt Sinn machen. Halten wir es für möglich, dass unser Gegner da tatsächlich 22 haben kann, wie können wir dann erwarten, dass er sich überhaupt Gedanken über sein Spiel macht oder dann plötzlich am River niemals mehr blufft (ich hoffe zumindest dass er sein Paar Zweier auf Flop und Turn zumindest als Bluff gespielt hat, falls nicht dann sollten wir erst recht nicht folden)

      • Das stimmt. Wäre dann eine mutige Bet mit 22 am Turn. Aber da beide Gegner bis dahin nicht wirkliche Stärke gezeigt haben, wäre das noch im Bereich des Möglichen. Ich hätte am River ohne Full dann aber die Bremse gefunden!

        3
        3
  10. Fold.

    Preflop finde ich die Raisehöhe in Ordnung. 2 Caller hat man nicht so gerne, aber so ist es halt.
    Der Flop gefällt mir, die Bet des Gegners gefällt mir hingegen nicht. Die 1/3 Pot Bet würde ich hier auch nur callen. Bevor ich hier einen großen Pot spielen möchte, möchte ich schauen, wie der Spieler am HJ reagiert. Foldet dieser Spieler, kann Hero die Hand in Position weiterspielen. Callt oder raist der HJ, wird diese Hand schon sehr gefährlich. Ein Raise kommt hier für mich nicht in Frage. Mit unserem Call haben hier noch nicht viel über unsere Handstärke verraten, da die meisten Spieler hier mit KK, QQ, JJ. etc. auch eine erste kleine Donkbet abnehmen würden.

    Der Turn ist die zu erwartende Blank. Das der Gegner hier so hoch bettet wirft nun aber Fragen auf. Bluffs sind nun schon sehr unwahrscheinlich, denn er bettet in 2 Gegner. Ich sehe hier schon eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass hier Hero oder der HJ ein A in seiner Range hat. Will der Big Blind hier 2 Pocket Pairs aus dem Pot bluffen, dann würde auch eine viel kleinere Bet erfolgreich sein. Da es dennoch im Bereich des Möglichen ist, wäre mir ein Fold unsererseits verfrüht. Aber der HJ verabschiedet sich wenigstens.

    Da wir die sehr hohe Bet des Big Blinds gecallt haben, sollte ihm klar sein, dass wir nicht mit Pocket KK oder Ähnlichem unterwegs sind. Da unser Preflop Openraise aus UtG gekommen ist, sollte er auch nicht von einem allzu schwachen A ausgehen. Zumal wir bei unserem Call am Turn noch einen aktiven Highjack hinter uns hatten.

    Was gebe ich dem Gegner am River? Ich gebe ihm nach seiner erneut sehr hohen Bet A6, A8, Pocket 66er oder Pocket 88er. Dazu selten AK oder AQ.

    Warum schließe ich hier Bluffs aus? Keine Draws am Flop. Turnbet, trotz zweier Gegner, die am Flop keine Angst, vor den 2 Assen gezeigt haben. Der Big Blind sieht einen Gegner, der auch die hohe Turnbet gecallt hat, obwohl noch ein dritter Spieler nach ihm an der Reihe war.

    Ich gebe dem Big Blind auch keine Ax Hände, die wir schlagen. Wir kennen den Gegner nicht, er kennt uns nicht. Ich finde hier keine Begründung, warum der Big Blind hier AJ oder kleiner 3-mal durchbarreln sollte. Hero hat hier eindeutig vorrangig die starken Ax Combos in seiner Range. Und hier schlechtere Ax so zu spielen, wäre schon sehr gewagt. Und das der Big Blind hier Tendenzen zu einem fischigen Dasein hat, sind nicht zu erkennen.

    Hingegen macht seine Spielweise mit den Händen, die uns schlagen, reichlich Sinn. Mit Pocket 66er kann man gerne mal eine kleine Bet bringen, wenn da 2 Asse liegen. Ebenso kann man mit Pocket 88er diese erste Donkbet bringen, dann in der Hoffnung, dass hier bessere Pockets und Overcards wie KQ den Fold finden. Sowohl mit den 66ern als auch mit 88ern würde ich mich über die beiden Calls sehr freuen und nun den Pot gegen Ax-Hände genau so forcieren. Besser geht’s doch nicht!

    Eine Donkbet mit A6 ist auch nicht verkehrt, da ihm sämtliche Overcards am Turn oder River nicht gefallen. Mittelstarke Ax Hände sollte man am Flop wohl checkcallen (mittelstarke Hand = Potcontrol), aber doch niemals 3mal von vorne barreln. Als Hero sollte man keinesfalls davon ausgehen, dass hier ein Big Blind so durchfeuert. Klar wünschenswert, aber ich halte es weder für sinnvoll noch realistisch.

    Keine Gegnerinfos, kein Grund, warum der Big Blind hier erfolgsversprechend bluffen sollte. Daher sehe ich hier nur Valuebets. Mit besseren Händen. Hier auf AQ oder AJ beim Big Blind zu hoffen, ist mir zu wenig. Ich sehe hier einen klaren Fold.

    Einziger Punkt, der mir nicht so ganz schmeckt, ist, dass unsere Hand mehr oder weniger Face Up ist. Also AK, AQ, evtl. noch AJ. Andererseits hat der Big Blind hier keine berechtigten Annahmen, warum Hero diese Hände am River, nach zuvor 2 Calls, nun auf einmal doch noch folden könnte. Aber ich sehe hier für Hero keine andere Möglichkeit, diese Hand zu spielen. Raise am Flop fände ich extrem schlecht. Was soll Hero nach einer 3-Bet vom Big Blind dann machen? Schon am Flop AQ dann folden? Wenn man eine 3Bet aber nicht folden würde, dann hätte man das gleiche Problem wie nun, aber noch viel schlimmer…

    Spielern, die den River ungern folden, würde ich nach der Turnbet ein Minraise empfehlen.

    7
    5
    • Warum gefällt dir die Bet des Gegners nicht? Wenn dir eine Donk Bet auf diesem Flop nicht gefällt, bedeutet es dann, dass dir eine Donk-Bet da nur gefällt wenn du die Nuts getroffen hast?
      Warum kommt ein Raise für dich überhaupt nicht in Frage? Im vorliegenden Fall trifft unsere Range den Flop soviel besser als die Range des Big Blinds. Wenn man ein Raise in solch einem Spot mit quasi maximaler Range Advantage ausschließt, dann schließt man ja aus, dass man jemals auf einem Flop als Bluff oder Semi-Bluff raist. Und im vorliegenden Beispiel könnten wir doch wohl auch einfach für Value raisen oder nicht, da bin ich tatsächlich etwas ratlos (Ich würde da ohne zu zögern für value raisen, aber wahrscheinlich bin ich auch nur super spewy)
      Ich sehe ja ein, dass man nicht super happy ist da 100 BB auf dem Flop reinzubekommen, wenn wir exakt dass repräsentieren was wir tatsächlich haben oder eben einen kompletten Bluff, doch kann man doch nicht nur deswegen ausschließen da jemals zu raisen (Stichwort: Value von einem schlechteren Ass sowie rausbluffen von 2 Paaren oder anderen Bluffs die wir quasi nicht runtercallen möchten). Und wenn wir mit AQ auf diesem Flop All in sind und hintenliegen, dann ist es eben so (In einem Bounty Turnier gibt es auch mit einem 100 BB Stack und ohne den absoluten Nuts noch diverse Gründe um All in zu sein)
      Und irgendwie dachte ich auch dass Hero im Beispiel auf dem Flop nur callt weil er trappen möchte, vielleicht irre mich da aber ich würde dass als Falle callen und vor dem River wenige Gedanken daran verschwenden dass wir hier geschlagen sind.

      • Das stimmt, der Call am Flop ist eine Falle. Das ist der Gedankengang in dem Moment.

        Zu Deiner ersten Frage. Stimmt, Valueraise ist völlig ok. Ich war schon etwas gelenkt von dem, was dann tatsächlich passierte. Dennoch würde ich es nicht mögen, am Flop alles reinzustellen. Ich würde dem Spot ein leichtes Minus-EV unterstellen, wenn es 5-Bet – Call reingeht.

        Generell hab ich da aber schon aus der Erfahrung heraus in diesem Spot mit 3 Spielern und der kleinen Donkbet ein ungutes Gefühl. Ich sehe es so, dass man auf so einem Board zu dritt nicht mehr als 2 Bets erwarten sollte (die man gewinnen kann, wenn man vorne ist). Gibt es mehr Bets und Raises bis zum River, wird die Gefahr geschlagen zu sein, deutlich größer.

        Mir würde es viel besser gefallen, wenn ich selbst eine Bet am Flop setzen kann, ein Gegner über bleibt, Turn Check Check und River dicke Valuebet (oder Call einer dicken Bet).

        3
        2
    • Mal bitte die Hand heben wer als HJ in dem Spot mit einem kleinen Pocketpaar wie 77,88 oder 99 oder einer 6x-Hand, die gegen ein A bei BB oder UTG schon drawing dead ist, am Flop nach Donkbet und UTG-Call overcallt. Ich jedenfalls nicht.
      Und wenn der HJ immer eine Ax-Hand hat, dann kann der BB kein Ax haben.
      Was hat der BB dann gegen einen uncapped UTG und den HJ wenn er am Turn weiterfeuert ohne Blocker?
      Ich folde hier, wie ich ganz zu Anfang geschrieben habe, AQ am Turn.

      Und wenn ich lese „Valueraise [am Flop] ist völlig ok.“ gefolgt von „Ich sehe es so, dass man auf so einem Board zu dritt nicht mehr als 2 Bets erwarten sollte (die man gewinnen kann, wenn man vorne ist). Gibt es mehr Bets und Raises bis zum River, wird die Gefahr geschlagen zu sein, deutlich größer. “ dann stellt sich mir die Frage warum ich den Pot am Flop über ein Raise aufblähe (und gar für ein all-in bereit bin, „wenn es 5-Bet – Call reingeht“) wenn ich in der Folge dann meist beat bin weil ich die Range der Gegner (der HJ ist immer noch in der Hand) mit der sie fortsetzen extrem stark gemacht habe mit einer dann durchschnittlich starken Hand wie AQo?
      Ich beende die Hand mit dem Raise ja nur wenn ich meilenweit vorn bin und verliere vermutlich meinen ganzen Stack mit dem Raise wenn ich beat bin am Flop.

      „Ich würde dem Spot ein leichtes Minus-EV unterstellen, wenn es 5-Bet – Call reingeht.“
      23:77 bei AQo gegen 66,AKs-AQs,AKo,A6 halte ich als „leichtes Minus-EV“ für äußerst euphemistisch ausgedrückt.
      Und das sind nur die Odds gegen einen Gegner. Gegen zwei sieht es noch schlechter aus.

      • Deinen ersten Absatz kann ich gut nachvollziehen. Wenn ich das konsequent weiterdenke, dann setzt du Villain so gut wie immer auf 66, richtig? Evtl. noch 88, wenn die Donkbet am Flop eine Testbet wäre und sich am Turn glücklich zum Full House entwickelt!?

        • Ja, richtig, weil ein Bluff am Turn in diesem Spot die geringsten Aussichten hat. AA-gepairt, UTG-Raise (wenn A dann stark), sowie UTG- und HJ-Call am Flop. Es sei denn der BB hatte den Screenname „Moorman1“ und erkannte die verstärkenden Elemente in diesem Spot richtig. Und er mußte mir zutrauen ein starkes A folden zu können, was ja, wie man an den anderen Posts sieht nicht der Standardfall ist.

          Dann hat der BB mich in dem Spot eben geownt. Kein Problem.

      • Außer, dass eine 7, 8 oder 9 für 77, 88 oder 99,schon ziemlich nach Jackpot klingt wenn man gegen 66 und AQ spielt und beide gecovert hat (gut das ist in einer Welt von perfekten Information und Spielzügen sicherlich unrelealistisch das wir dann jemals alle Chips von irgendjemanden bekommen, aber ich hebe meine Hand und calle da am Flop). Ich grüble auch immernoch ob der Post Ernst gemeint ist oder nicht. Naja ich gehe mal davon aus dass Fonzie annimmt, dass Kovi im BB sitzt und da immer 66 hat und wenn wir davon ausgehen, dann können wir auch einfach am Flop folden.

        • Als HJ mit 4% für ein Set am Turn zu callen, der HJ also 18750 Chips von den andern gewinnen muß um nur break even zu sein, halte ich für kein gutes Investment.
          Und ja, ich gehe davon aus dass Kovi im BB sitzt. Aber am Flop folde ich nicht, weil ich die Filter „HJ-Call“ und „große Turn-Barrel des BB“ am Flop noch nicht habe.

        • Nur am das nochmal klar zustellen. Du meinst du würdest die Hand genauso spielen, gleichzeitig bist du aber der Meinung, dass AQ da am Flop niemals raisen darf und am Turn folden muss. Das bedeutet dann, dass du das Minimum an Value aus der Hand rausgeholt hast wenn deine Gegner die Hand optimal spielen. Gleichzeitig sind zwei Caller am Flop wie Weihnachten, doch müssen diese ja quasi nach deiner Ansicht jede schlechtere Hand am Turn folden.
          Das ist doch alles ein kompletter Widerspruch an sich. Wenn du dein 66 so spielst, dann musst du doch annehmen dass du auch mal als Bluff oder für Value geraist wirst oder zumindest solltest du davon ausgehen dass eine Hand wie AQ dich da immer runtercallt. Donkst du dort nicht von vorne bekommst du dann doch immer soviel mehr Value von einem Drilling oder du lässt deinen Gegnern die Chance sich zu verbessern mit sowas wie KQ oder wirst doch auf Turn und River von einer vielen größeren Range gecallt.
          Wenn du tatsächlich der Meinung bist, dass alles was du hier liest so erschrenkend ist, wie erschrenkend ist es dann, was du aus deinen Value-Händen machst. Und auch wenn ich es nicht gutheiße dort reinzudonken und quasi immer die Nuts zu haben, dann ist doch der einzige Grund dies zumachen, gerade weil du davon ausgeht, dass du damit die Leute triggerst und sie dich auch mal als Bluff oder für Value raisen oder zumindest dich immer runtercallen mit Händen, die sie sonst für Value gebettet hätten. Und wenn ich schreibe, dass ich davon ausgehe, dass diese Line eher von einem schwächeren Spieler gespielt wird, dann sollte doch das genau das Ziel sein, was du mit deinem unkonventionellen Spiel erreichen möchtest. Würde ich annehmen, das solche eine Line vom Gegner, mich quasi selbst aus meiner Komfort-Zone bringen würde, dann würde ich die Hand doch so spielen und nicht wenn ich annehme, dass meine Gegner irgendwelche erschreckenden Spielzüge machen müssen, damit ich mit meinem Full-House mehr Value bekomme, als ich sonst so oder so bekomme.
          Und das beste wäre doch einfach konstruktiv zu kommentieren, anstatt alles nur schlecht zu machen was andere hier schreiben.

          • Damit wir über das Selbe reden:

            Der erste Post
            „Fold. Der BB hat 6s6h und der Hijack hat As5s am turn gefoldet.
            Fold am Turn.“
            beantwortete die Fragen von Kovi nach dem Spiel von HERO:
            Fold as played am River. Die Range des BB.
            Und wie ich die Hand gespielt hätte: Fold am Turn.

            Der zweite Post
            Fonzie 13. März 2019 at 14:47
            „Und ich hätte die Hand an Kovis Stelle genau so gespielt.
            Zwei Caller am Flop ist wie Weihnachten.“
            unterstellt, dass Kovi nicht Hero, sondern der BB in der Hand war.
            Ich dachte mit „2 Caller …“ wäre klar was ich meinte.

            „Das bedeutet dann, dass du das Minimum an Value aus der Hand rausgeholt hast wenn deine Gegner die Hand optimal spielen.“
            Das passiert immer wenn der Gegner die Hand optimal spielt.

            Gerade weil ein gutes A, was ja das UTG-Raise verspricht, da nicht loslassen kann ist es ja wichtig schon am Flop Value zu bekommen. Dass UTG den Flop betten wird ist doch nicht ausgemachte Sache. Ein Check mit AQ am Flop ist doch kein Fehler.
            Wenn mich als BB mit 66 UTG raist, dann ist das doch noch schöner, weil ich dann sehr wahrscheinlich den ganzen Stack von UTG bekomme.
            Du kannst ja gerne den River als UTG mit der Valuehand AQ für Value nach der 8k-bet noch raisen. Du verlierst also gar keinen Value ohne ein Flopraise, weil du am River alles reinbringen kannst. Und wenn der BB am Turn checkt kannst du ja selbst betten und Value generieren.

            War der Hinweis auf den HJ nicht konstruktiv?

          • Und wenn ich als BB auf diesem Flop unbedingt bluffen wollen würde, dann würde ich kein Pocket nehmen, sondern dann wären die einzigen zwei Hände, die ich am Flop dafür geeignet halte 7d5d und 7h5h weil mit diesen 2 Händen kein anderer Backdoorflush der mich schlagen könnte am Flop callt.

    • Ach ja, und:
      Wenn ich als BB so einen gnadenlosen 3-barrel-Bluff durchziehen möchte, dann ist ein AA-gepairter Flop nach einem UTG-Raise der allerallerschlechteste aller gepairten Flops. ein JJx- oder TTx-Flop ist da Welten besser weil man 2 mal Calls kriegt und am River auch Overpairs zum Folden bringen kann.

  11. Fonzie hat es bereits sehr gut geschrieben.

    Nach der letzen Barell auf dem River ist die Hand des UTG tot und ist nur noch ein Bluffcatcher, wenn ich Reads über BB habe, dass er häufig stupid Blufflines auspackt. Ich gebe die Hand allerdings nicht auf dem Turn auf, weil die River-Barell auch ausbleiben kann, ich mich sonst exploitbar mache und ich auch noch diverse Outs zu FH (und Quads) habe.

  12. Eine ernst gemeinte Frage. Wenn alle, die den River oder Turn Folden davon ausgehen, dass er keine Bluffs hat, warum schließt ihr grundsätzlich aus, dass er ein schwächeres Ass drei mal Barrelt? Ich Calle dass hier weniger wegen der bluffwahrscheinlichkeit, sondern weil ich aus Erfahrung oft genug in Ax schaue und den pot einfach Gewinne.

    • Bin ganz bei dir! Speziell online!
      Ach ja, und wenn ich in dieser Hand am turn im hj A9 o.ä. entsorgt habe, schau ich mir beim showdown am River 77 gegen 55 an…

    • Was hat denn der HJ wenn der den Flop overcallt?

      Angenommen der BB hätte tatsächlich eine Ax-Hand:

      Am 9.1. gabs eine Hand ATs, da hast du selbst geschrieben:
      „GTO ist ATs hier UTG mit dem Stack noch ein Openraise. Ich persönlich setze hier an aktiven Tischen auch tighter an und folde es, aber OR ist rein theoretisch in Ordnung.“

      Okay, hier ist Hero etwas deeper, aber auf welche schwächeren Ax-Hände zielt denn der BB mit AJ oder AT mit seinen 3 Barrels?
      Was erwartet der denn bei UTG wenn AT schon Preflop ein Fold ist?

      • Diese Hand mit der anderen zu vergleichen, bringt hier meiner Meinung nach gar nichts. Es ist für mich eine 50-50 Entscheidung und ich entscheide mich hier für einen Call.

        • Mußt die Hand ja gar nicht vergleichen, sondern nur deine UTG-Opening-Range in dem Spot nennen.
          Dachte das war eine ernst gemeinte Frage. Und die Antwort liefert die UTG-Opening-Range.

          • Mit über 100bb können wir durchaus A2s bis A5s und A8s und A9s Open. Wenn einer noch etwas erweitert sind halt alle suited Asse dabei.

          • Ja, das kann man durchaus, aber die Kehrseite der Medaille dabei ist, dass man gerade mit den Axs-Händen bei denen x<T ist extrem vorsichtig agieren muß, weil die oft dominiert sind und man meist kleine Pötte gewinnt und große verliert.

        • Ja, das ist die action-abhängige Geschichte ob jemand raist, bettet, checkt, callt oder foldet im weiteren Verlauf der Hand. Und mit welchen Händen er auf der nächsten Street am Start ist.

    • Hi Phillo,
      warum schließe ich aus, dass er ein schwächeres As drei mal barrelt:
      1. Die Hand des HJ. Preflop kein Raise. D.h. ich gebe ihm Pockets von 22-JJ und sagen wir der Einfachheit halber alle Asse, sowie einige Connectors. Der HJ sieht am Flop eine Donkbet und einen Call. Die beste Nicht-As-Hand ist JJ. Spielt er diese am Flop noch weiter? Er ist hier völlig im Unklaren. Meine Einschätzung: 90% der Spieler mucken in dieser Situation im HJ ihre Pocket-Pairs. Im Umkehrschluss bedeutet ein Call also, dass er sehr wahrscheinlich kein Pocket hält, sondern ein As. Ich vermute hier AT, AJ. Wenn der HJ also sehr wahrscheinlich das As hält, dann wird es der BB nicht haben. Folglich spielt dieser recht sicher ein Pocket-Pair und kein As. Der erste Grund lautet also: der BB hat gar kein As.
      2. Nehmen wir aber trotz 1. einmal an, der BB hätte ein kleines bis mittleres As. Dann unterstellen wir weiterhin, dass er sich damit so stark fühlt, dass er zumindest den Flop bettet. Er spielt recht klein an und sieht beide Gegner callen. Aus seiner Sicht sollte er mit mindestens einem As gegen sich rechnen. Dann hat der zweite Caller ein Pocket Pair (oder die 6 getroffen). Er muss auch berücksichtigen, dass einer der beiden slow spielen könnte (66, A6). Aus seiner (durch Hoffnung getrübte) Sicht könnten vielleicht auch zwei stärkere Pockets noch unterwegs sein (TT-KK). Eine kommende Turn-Barrel dürfte dann aber beide vertreiben.
      Jetzt kommt seine Turn-Bet, der UTG callt, der HJ foldet. Interpretation: ein Pocket-Pair hat gefoldet, ein As noch im Spiel. Was für ein As gibt der BB dem Spieler in UTG? Und was glaubt er, bis zu welchem Kicker foldet UTG bzw. callt UTG? Glaubt der BB wirklich daran, dass UTG eine dritte Barrel mit KK oder QQ callen könnte? Falls Letzteres zutrifft, dann wird UTG froh sein, wenn es ein „billiger“ Call am River würde. Eine passende Bet vom BB wäre damit 1/3 Pot, aber nicht viel mehr als halber Pot, denn dann würden diese Pockets am River gefoldet.
      Der BB kann weiterhin davon ausgehen, dass er von UTG mit AK nahezu meist und von AQ oft noch einen Call bekommt. AJ und AT sind wohl schon Folds, wenn die Bethöhe so wie hier etwa 80% des Pots beträgt.
      Damit ist die zweite Antwort auf deine Frage: weil die Bethöhe am River für eine sinnvolle Valuebet mit einem mittleren As zu hoch ist. Sie vertreibt potenzielle Calling-Hände und lässt nur die stärkeren Hände AK und ab und an AQ callen.
      Folglich setzt er for Value mit einem Full House.

      Deine Beobachtung kann ich aber gelten lassen: wenn du oft genug die Situation erlebst, dass du mit AQ hier vorne bist, dann ist ein Call natürlich richtig.
      In gleicher Weise kann ich dir allerdings bestätigen, dass meine Erfahrung eher gegenteilig ist. Dazu ist zu sagen, dass ich so gut wie keine großen, offenen Turniere spiele, sondern eben im Verein, in Homegames, wie z.B. bei den EPT-Livestreams auf Poker Stars. Und ich glaube, dass dort die meisten Spieler so gutes Poker spielen, dass von denen eher keine drei Barrels mit mittleren Assen kommen.

      Damit hängt die korrekte Antwort auch ganz wesentlich an der Frage: „Wie stark ist das durchschnittliche Teilnehmerfeld?“

      By the way: xflixx sagte am WE in Lennestadt, dass er vermutlich mit AQ callen würde.

      Gruß
      Der Tyro

      • Du überschätzt den durchschnittlichen Gegner gehörig!
        Der spielt mit seinem „Baby-As“ mit, freut sich, dass er getroffen hat und spielt die Hand weiter bis zum River, ohne viel darüber nachzudenken, dass da jemand ein “ besseres“ A halten könnte!

    • @phillo,

      wenn UTG auf dem River noch eine value-bet vom BB callen möchte, muss UTG doch davon ausgehen, dass BB mit einer schlechteren Hand (als die Hand des UTG) value von einer noch schlechteren bekommt. Die Bottom Range des UTG (nach Call Turn) sollte aber in etwa Trips mit J-Kicker sein.

      … und dafür dass BB hier einen wilden Bluff durchzieht, dafür gibt es keine Reads.

      Für mich klarer Fold nach der Riverbet.

  13. Kommentar zur lezten Handanalyse KSs UtG Progessive Knockout 20 Player left. Ich habe am Wochenende xflixx zu seiner Meinung zu dieser Situation gebeten.

    Er sagte, er könnte nicht beantworten, ob es ein Push ist. Er gab den Hinweis darauf, das er es von folgenden Faktoren abhängig machen würde.

    – Wie aktiv war er selber zuvor
    – dann die Frage nach den Spielern zwischen den Blinds. Welche Stacksizes haben sie? gibt es dort evtl. einen Smallstack mit einem dicken Bounty? Sitzen dort vorrangig Big Stacks? Ist der nächste Payjump aufgrund der Turniersituation in Reichweite?
    – Wie tight / loose ist der Tisch generell

    Mit all diesen Infos würde er dann die Entscheidung treffen, ob Push, Fold oder Openraise.

    In der aktuellen Hand würde er zu einem Call tendieren, ohne aber weiter darauf eingegangen zu sein.

    • >>“lezten Handanalyse KSs UtG … würde er dann die Entscheidung treffen, ob Push, Fold oder Openraise“

      OR in dem Spot mit 12BB und den nächsten beiden Händen in den Blinds (+Ante) ist kein guter Plan.

  14. Hello
    Für mich ist das so eine typische Hand die man as played auf den niedriegen Limits callt und auf den höheren Limits foldet.
    Auf den unteren Limits ist wenigen bewusst das die Wahrscheinlichkeit wenn man selbst ein A auf der Hand hat bei 64% liegt das noch ein Spieler ein A in seiner Starthand hält. Bei einem 8er Tisch wohlgemerkt. Und deswegen oft unbekümmert drauf los geballert wird.
    Umso höher die Limits werden umso mehr Gewicht bekommt diese hier gewählte Line vom BB die für mich je nach Hand des BB von unbeschwert bis sehr gut durchdacht alles beinhalten kann.
    Da ich diese Limits Online nicht spiele fehlt mir hier der Erfahrungswert um ein objektives Urteil hier abgeben zu können. Auf den Micro Limits ist es aus meiner Erfahrung heraus aber öfter ein Call als ein Fold.
    Gruß

    • Ja, wobei ein 50$bounty Turnier kein microstakes mehr ist.

      Aber da zeigt sich was für ein nützliches Werkzeug Tournament shark ist, dass mir in solchen Situationen viel bessere Auskunft als ein pokertracker darüber gibt welche stakes der Gegner spielt, wie erfolgreich er da ist und wann er im Turnierverlauf schwach ist.

      Vielleicht kann kovi ja mal bei pokerprolabs nachschauen wie der bb dort im Zeitraum von 360 Tagen geratet ist und welches average buyin er spielte.

      • Average buyin wäre in dieser Hand für mich des Rätsels Lösung . Wobei ich nicht ausschließen will das bei einem 50er Bounty Turnier nicht auch noch genug schwächere Spieler unterwegs sind. Meiner Beobachtung nach sich die wirklich starken Regs erst so ab 100€ buyin aufhalten. Wenn es nicht gerade ein Main Event irgend einer Serie ist.

  15. Anbei die Auflösung:
    Fonzie und Seti haben recht, ich war diesmal der Spieler im BB 😉
    Hero hat gecallt und er musste sich mein Full mit den Pocket 6 ansehen.

    Anbei Gedanken zu der Hand aus der Sicht des Spielers im BB:

    Preflop:
    Der Call mit Pocket 6 so deep gegen 2 ist absoluter Standard.

    Flop:
    Ich spiele die kleine Donkbet, weil ich einfach davon ausgehe, dass einer der beiden auf jeden Fall das Ass hat. Ich habe sogar gehofft, dass mich der Initialraiser mit einem starken Ass raist.

    Turn:
    Nachdem am Flop beide gecallt haben ist es wie Weihnachten und Ostern zusammen und jetzt gebe ich Vollgas, weil ich einerseits Value generieren möchte mit meinem Full, aber auf der anderen Seite schütze ich mein kleines Full, da ich bei jeder weiteren hohen Karte noch überholt werden kann.

    River:
    Ich gebe dem Gegner ein starkes Ass und ich bin mir hier jetzt nicht mehr sicher ob ein allin nicht besser gewesen wäre, weil es ja ein Progressive Knockout Turnier ist und ich covere den Gegner. Wie seht ihr das?

    Anbei meine Gedanken aus der Sicht des Initialraisers:

    Preflop:
    Das Raise auf 2,5BBs ist absoluter Standard.

    Flop:
    Der Call ist vollkommen OK, da ich ein schwächeres Ass nicht verlieren möchte.

    Turn:
    Der Spieler im BB zeigt mächtig Stärke und nun sehe ich nur mehr starke Asse in seiner Range (AT+) oder eben diverse Fulls. Ich calle hier auf jeden Fall noch, da ich gegen AT und AJ vorne bin, gegen AQ teile ich und gegen AK und gegen die Fulls kann ich mich noch gesund kaufen.

    River:
    Hier bin ich einfach zu schwach, um den Fold zu finden, obwohl ich mich nicht mehr wohl fühle.
    Es läuft ungefähr so ab:
    „Verdammt, feuert der wirklich mit AT oder AJ oder AQ dreimal durch und speziell so hoch am River?
    Nein, der hat vielleicht slowgespielte AK oder eher doch das Full.
    Egal, ich bin zu neugierig, call! Oh Mann, der hat wirklich das Full“ 😀

    • Ich würde das Verhältnis call 8k zu call allin 18k mit 5:1 einschätzen.
      40bb Differenz sind kein Pappenstiel und auch ein Hauruck-Spieler hat da Grenzen, wenn er nicht mal 6th Nuts hat am River. Und 6th Nuts muß er ja annehmen wenn ihm nicht aufgefallen ist, dass das vierte A wohl beim HJ war.
      Die viel öfter gewonnenen 8k sind m.M. im weiteren Verlauf nicht viel weniger wert als dieses Bounty, weil die erlauben ein oder mehrere Shorties zu freerollen ohne den Druck auf die anderen zu verlieren bei negativem Ausgang.

      1
      1
    • Ich finde das Sizing gut, denn wie Fonzie schon richtig sagte, und wie ich auch zugebe, sind die 40bb Rest hier mit ein kleiner Indikator, warum ich Calle. Ein All in mit dem Wissen, dass der Gegner mein Bounty gewinnen kann, sieht hier meiner Meinung nach zu stark aus.

      1
      1
    • Gut gespielt!

      Ich finde das auf jeden Fall gut gespielt mit dem gefloppten Full. Die kleine Flopbet wird hier sehr oft gecallt. Und wenn dann 2 Spieler auf diesem Board Interesse zeigen, dann muss es Vollgas geben. Es gibt einfach viel zu viele Spieler, die ihr A nicht loslassen können.

      Und wenn hier keiner der beiden Gegner auf einem A sitzt, dann wird es in den allermeisten Fällen eh keine gute Auszahlung geben. Out of Position ist ja nicht so einfach einen großen Pot aufzubauen und ich finde diesen Weg auch am erfolgversprechendsten.

  16. zum Thema Sizing der Riverbet:

    Das Problem ist, dass der BB faktisch keine Bluffing-Range hat mit der er nach der Postflop-Action auf dem River AI (1,6 * Potsize) stellen würde (sollte). BB muss also den optimalen Wert für das Produkt von Betsize * Call-Frequency finden. Mögliche Werte könnten z.B. wie folgt aussehen (abhängig von UTG):

    EV = Bet * fCall
    EV = 1,60 Pot * 0,00 = 0,00 Pot
    EV = 1,00 Pot * 0,10 = 0,10 Pot
    EV = 0,75 Pot * 0,30 = 0,23 Pot
    EV = 0,50 Pot * 0,50 = 0,25 Pot
    EV = 0,25 Pot * 0,70 = 0,18 Pot

    Die Werte für fCall sind hier nur Annahmen. Bei entsprechend großer Datenbank kann man diese aber über eine Datenbank-Analyse ermitteln. Viel besser ist natürlich, wenn man von Villian (UTG) eine große History hat, um das Sizing expoitive an ihn anzupassen. Kann er Made-Hands nicht loslassen, wäre ich hier bereit AI zu stellen, ohne Reads hätte ich vermutlich 0,5 Pot gesetzt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT