Kolumnen

Poker und Politik: Zwei Monaten auf Zypern und „Chinese News“

Hallo liebe Pokerfreunde,

Wie ich schon berichtet habe, bin ich seit diesem Jahr ein Zypriot. Wohne zwar auf der griechischen Seite von der Insel, aber natürlich bin ich bei jeder möglichen Pokeraction dabei. Wieso ich auf der griechischen Seite wohne, obwohl die Action auf der türkischen ist? Gebe zu, ich habe es zuerst mit der türkischen versucht. Aber nachdem ich bei der türkischen Polizei drei Tage so vergewaltigt wurde, dass mein Blutdruck 200/130 war, hab ich surrendered und innerhalb von drei Stunden alles auf der europäischen Seite fertiggestellt. Die griechische Sprache brauche ich gar nicht zu lernen, weil 95% von der Bevölkerung Englisch spricht (ehemalige britische Kolonie).  Die restlichen 5% sind die wohlhabenden Russen, die hier ein Zuhause gefunden haben. Hier gibt es noch keine legitime Pokeraction aber, nicht ohne meine Hilfe, seit einigen Wochen hat ein riesen Projekt angefangen und zwar ein Casino-Komplex, den ich Singapur-Model nenne.

sandsVor acht Monaten haben wir mit meinem zypriotischen Freund die Info über das „Wunder von Singapur“ der frischgewechselten Regierung gegeben. Wer von Euch noch nicht weiß, hat Las Vegas Sands wirklich das achte Weltwunder gebaut, das zwar ca. 5,5 Milliarden Dollar gekostet, aber sofort im Eröffnungsjahr das Staatseinkommen um 14% gesteigert  hat. Im Moment existiert keine qualitative Casinoanlage in Middle-East und nachdem Madrid Las Vegas geplatzt ist, spricht alles für den unglaublichen Erfolg vom Projekt. Das einzige Problem ist, dass unsere Beratungsfunktion nicht mehr gefragt wird und wenn man die sehr höhere Korruptionsrate hier in Betracht zieht, kann gut sein, dass anstatt Sands eine andere Baufirma gewählt wird. Es geht doch um den 5-6 Milliarden Auftrag, so dass Schmiergeld im achtstelligen Bereich möglich sein könnte.

In absehbarer Zeit wird hier auch etwas erwartet, was noch vor halbem Jahr absolut unmöglich schien und zwar die Vereinigung von Zypern. Grund dafür – Gasbodenschätze in Süd-Zypern (ca. 1-2 km von der Küste entfernt), die nach Europa durch die Türkei transportiert werden müssen.   Falls das passieren sollte, kann Middle-East-Vegas im Norden gebaut werden. Im jeden Fall werde ich Euch am laufenden halten.

Zurück zur Aktion. Es gibt große politische Änderungen im Pokerroom Merit. Mike und seine ganzes Team sind nicht mehr da. Das hat mit Poker selbst wenig zu tun und passierte wegen einem internen Skandal  mit dem Hotel. So genau weiß ich auch nicht, aber Insidern zufolge lag Problem bei den internen Zwischenabrechnungen. Boss ist nun wieder Mr. Cevdet, mit dem ich vor acht Jahren Pokeraction auf dem Insel gestartet habe. Wer von Euch meine alten Blogs nicht gelesen hat – Mr. Cevdet ist eine sehr intelligente und vertrauenswürdige Person. Einer der wenigen hier mit Uni Ausbildung, spricht fließend Englisch und Deutsch (hat Haus und die Familie bei München). Vor acht Jahren haben wir zusammen geschafft von einem Cashgame Pokertisch bis zur WPT in zwei Jahren. Von Null auf Hundert sozusagen.  Alle negativen Dinge mit Rebuy und Re-Entry Turnieren sind jetzt passe. Dieser Mann ist richtig paranoid was Ehrlichkeit betrifft. Die elektronischen Geräte auf dem Pokertisch sind schon verboten. Securities sind verdoppelt, Zuschauer um die Tische werden ständig beobachtet. Ich wünsche, dass wir sowas überall in Deutschland hätten.

Das Merit hat zwei Turnierwochen durchgeführt, die mehr oder weniger ok waren. Besonders wenn man in Betracht zieht, dass Mr. Cevdet mit dem neuen Job direkt am Silvester überrascht wurde. Leider hat er mich nicht im Januar als Turnierdirektor eingeladen und einen Russen und seinem Team Job gegeben. Ich würde es gern „for free“ machen. Ich vermute, dass diese Entscheidung ganz von oben kam. Der Russe (Artur ist sein Name) mit seiner Firma „Poker Club Management“ arbeitet schon über vier Jahren mit Merit. Er hat ein paar Events in Ukraine und Kasachstan durchgeführt, hat aber leider von Pokerroom Management keinen Plan. Er hat alle meine Turnierstrukturen weggeworfen und eigene benutzt. Als Ergebnis hat er zwar alle Turnierspieler happy gemacht, aber die Cashgames total gekillt. Ich hoffe, dass es bei der WPT National im März nicht mehr passiert. Ein Turnier hat bis 11:30 Uhr gedauert (nur weil die letzten vier einen Deal gemacht haben) und um 13:00 mussten drei von denen schon Main Event spielen. Das passiert wenn Inkompetente Job kriegen. Das Main Event hatte 224 Entries mit dem ersten Preis 145k USD. Sehr gute News für die Turnierspezialisten: Sergey Ribachenko (Gipsy74) ist blacklisted und alle seine Top 20 Spieler (er hat die alle backed) kommen nicht mehr. Grund dafür sind die angeblichen Kontakte mit Mike (was absoluter Blödsinn ist). Ich vermute schwer dass Artur ihn als den größten Konkurrenten einfach eliminiert hat. Dadurch bekommt er wieder (wie vor 4 Jahren) ein Monopol auf die Russischen Spieler. In jeden Fall sind 20 Pros weniger da und der Dead Money Anteil  ist wieder auf ca. 40% gestiegen.

Ich hab seit gut einem Jahr kein Turnier mehr gespielt, weil ich mit Chinese voll beschäftigt war. Doch jetzt habe ich beim Februar wieder mitgemacht. Das war das  ersten GSOP Event im Merit. GSOP wird von Ongame Network durgeführt. Die größte Seite da ist mittlerweile Red Kings, glaube ich zumindest. Die meisten Spieler sind vom Baltikum und Osteuropa. Gute Struktur, € 1100 Buy-in, 170 Spieler und sehr einfaches Feld. Nach dem ersten Tag hab ich 74k in Chips mit Average 41k, also alles im grünen Bereich. Am zweiten Tag bekomme ich einen fantastischen Tisch und nach 40 min hab ich schon 95k bei Average 47k. Der einzige, der mich covert, ist ein Finne, der mit viel Glück grad verdoppelt hat. Er ist der zweite links von mir, aber zeigt Respekt und vermeidet jede Konfrontation. UTG bekomme ich Kings und mach gewöhnliche Raise auf 2100 (Blinds 500/1000). Finne macht schnelle 3-bet auf 6800 und ich 4-bet auf 14500. Finne callt und ich vermute zuerst das Schlimmste, aber so gut ist er auch nicht. Also ich gebe ihm AK, QQ oder JJ. Weihnachts-Flop K, 9, 4 Rainbow und mein c-bet ist 14k. Snap move all-in von 100k, den ich mit großer Freude calle. Wer sagt, dass Turnierpoker kein Glückspiel ist? Wer noch mit mir über Mathematik in Poker und Percentages spricht, riskiert meine Freundschaft zu verlieren. Und das schlimmste ist, dass bei allen Turnieren in meiner Karriere wo ich vierfachen Average bei den letzten 50 Spielern hatte, immer die ersten drei geschafft habe. Also Pokergott Nachricht (in Form A,A) war klar und deutlich – lass  die Finger davon, geh mal Chinese spielen. Übrigens hat meiner Gegner AK gezeigt.

Seit einem Monat ist eine neue Variante von Chinese auf dem Market: 2-7 PA Chinese oder PINEAPPLE LOW. Wer von Euch sich an das uralte klassische Chinese mit der sofortigen Ausgabe von den 13 Karten erinnert, kennt auch die Variante mit Deuce to Seven in der Mitte. Also es war auf den Bahamas, wo zuerst PA (pineapple) gespielt wurde. Untere fünf müssen stärker wie obere drei sein. In der Mitte muss 2-7 Low sein, aber max 10 hoch. Ein Bild (oder A), ein Paar, Straße oder Flush busten ganze Hand. Nuts in der Mitte 2,3,4,5,7. Fantasy (FE) bekommt man ab KK oben oder bei Nuts Low in der Mitte. Eine von beiden gibt 14 Karten in Fantasy. Beide zusammen – 15 Karten, also zwei zu folden. Der unangenehme Part ist, dass sogar in FE die Hand busten kann. Wir brauchen fünf kleine Karten ohne Paar um zu überleben. Während dem ganze Februar-Event haben wir im Merit Runde-Runde (PA HIGH/PA LOW) gespielt.

Was erwartet uns in Merit bis zur WSOP? Ich kann Euch richtig die WPT National in drei Wochen empfehlen. Die Cash Games sollten sehr gut sein. Merit hat jetzt sehr guten Kontakt zu underground Action in Istanbul und Izmir. Die Libanesen sind nicht verloren gegangen. Die Turniere sind ohne Top Russen ein super Investment geworden, natürlich wenn man die Lizenz zu gewinnen hat. In Mai wird noch ein Superwetter dazu, obwohl ich Euch im April auch 25 Grad verspreche.

Alles kann man hier nachlesen: http://meritpoker.com/.

Mein guter Freund Werner, der mit Merit seit Januar zusammenarbeitet, wird Euch gern mit allem helfen: Reservierungen, Turnier-Packages, Shuttles vom Flughafen und natürlich den Informationen.
Hier sind die Kontaktdaten: WernerK-Zypern@gmx.de.
Ich selbst bin natürlich auch gerne für Euch da. Meine Email bleibt: pacific.boris@yahoo.de.

Bis bald auf Zypern

Euer BobbiG


8 Comments
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G.B.
6 Jahre zuvor

An sich klingt einiges im Artikel recht interessant und einiges auch recht lustig. Aber in punkto :

„elektronischen Geräte auf dem Pokertisch sind schon verboten. Securities sind verdoppelt, Zuschauer um die Tische werden ständig beobachtet. Ich wünsche, dass wir sowas überall in Deutschland hätten.“

Wie bitte?…Wer möchte den sowas im Ernst?…genau das Gegenteil jetzt mal die securities ausgeklammert ist für Spieler, Gäste und Haus wünschenswert. Ein Gefängnis mehr kann keiner gebrauchen.

Und dann noch Frage ich mich wie man auf in etwa 40% mehr deadmoney Berechnungen kommt?. Die Botschaft käme ohne Fantasie Berechnungen ganz gut auch so rüber.

Dieser chinese-2-7-low -High Exkurs kommt auch recht Zusammenhanglos und abgebrochen rüber…klingt für mich wie abgekürzte Werbung , was an sich ja nicht verkehrt ist aber kommt wirklich etwas fade und unnötig rüber.

Ansonsten viel spass weiter auf der Insel auf welcher Seite auch immer. 🙂

Ach eins noch: dein utg Raise-Höhe mit KK ist gar nicht gut für angeblich so erfahrenen Spieler.

Dein Engagement für den sog. Middle-East-Vegas finde ich da schon viel besser.

Ramon
6 Jahre zuvor

Hallo Boris,

handelt es sich bei Mr. Cevdet um Cevdet Sakan (oder Sakan Cevdet)?. Ich habe ihn 2009 kennengelernt, netter Typ.

Viel Erfolg und bitte halte uns bez. des mega-Projekts auf dem Laufenden.

R.

Erwin
6 Jahre zuvor

@Redaktion:
Meine Kritik war nicht unter der Gürtellinie, ich habe niemanden direkt angegriffen, nur meine Meinung über den Inhalt dieses Beitrages geäussert….verstehe echt nicht wieso der gelöscht wurde?!

BobbiG
6 Jahre zuvor

Hey Ramon,

Ja Mr. Cevdet Sakan, sehr netter und ehrlicher Typ.
Danke, werde ich Euch weiter informieren. Es könnte alles zur Poker-Mekka in Middle-East entwickeln. Lg.

BobbiG
6 Jahre zuvor

Hey G.B., gebe ich Dir recht. Klingt ein bisschen wie Gefängnis. Es gibt aber kein richtigen Kompromiss was sicherheit vom Spiel betrifft. Ich gebe Dir ein Link, wo Du dich über paar cheating tricks und geräten erkündigen kannst. Das ist aber stand vor drei Jahren. Was die alles heute können will ich gar nicht wissen. Sonst muss man über live poker einfach vergessen. Das ist aber eine Thema für das speziellen Blog. Hier ist das Link : http://www.markedcards.cn/Product/20110602589553438.htm. Guck Dir das video an.
Übrigens hat Casino Wiesbaden schon viele Spieler-Sicherheit massnahmen umgesetzt.
40% ist wirklich eine realistische nummer. Du kannst bei der besten: Dominik Nitsche, Marvin Rettenmeier, Oli Schemion, Manig Löser es bestätigt kriegen.
Was Chinese betrifft, gebe ich schon seit einem Jahr kurze news rüber, weil interesse sehr gross ist. Merit in moment ist eine der wenigen casinos, wo es angeboten wird. Es gibt aber schon stabille partie in Aviation in Paris. Wir warten über die legalisierung von Chinese bei Casinos Austria

Winni
6 Jahre zuvor

Ist der Rake immer noch uncapped? Habe mit mehreren Leuten gesprochen, die schon mal dort waren (und auch 25/50 NLH spielten). Nach deren Auskunft sind die games mit dem Rake kaum schlagbar. Ist halt schwer zu sagen, weil man es nur abschätzen kann.

BobbiG
6 Jahre zuvor

Hey Winni,

Rake bleibt ein problem. Immer noch no cap 3% bei holdem (bei 25/50 cap 300 – was ist no cap). Also loose-agressive kannst du vergessen. Partie ist aber zu 80% gut zu schlagen, wenn die richtigen da sind.

Gruss

James Lewandowski
2 Jahre zuvor

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