Kolumnen

Pokerdinge der Woche KW 44

Diese Woche geht es um Entspannung pur. Wie schon so oft, muss ich daran erinnern, dass die Seele des Pokerspielers gepflegt gehört und ein einwandfreier Gemütszustand zur perfekten Partie einfach dazugehört. Das Preisspektrum zur Entspannung ist allerdings sehr dehnbar, wie ich feststellen musste.

1.

Wenn du stundenlang am Schreibtisch sitzt oder den tragbaren Computer vor dir am Couchtisch stehen hast, um deiner Onlinepokerleidenschaft zu fröhnen, so ist der gemeine Pokerspieler zumeist mit wilden Stimmungsschwankungen konfrontiert. Ausgenommen Mike Matusow, der ist immer der Sonnenschein am Tisch. Aber alle anderen Pokermaniacs sind den Nuancen von „Ich-bin-ein-Panzer-und-mache-euch-nach-dem-suck out-alle-platt“ bis hin zu „Hab-ich-das-Spiel-wirklich-verlernt“ hilflos ausgeliefert. Jetzt ist der semiprofessionelle Spieler aufgebracht, aber leugnen hilft da jetzt nichts, sonder vielmehr Selbstreflexion, aber egal.  Jetzt gibt es immer wieder die Diskussion, welche Musik beim Pokern wohl die Beste sei, die die eben diese Emotionen unterstützt, abfängt oder ausgleicht, wenn überhaupt. Da gibt es einen Onlineradiosender, bei dem man sich seine Musik nach Stimmung aussuchen kann. Von „optimistic“, „melancholy“ und auch „epic“ (was in den meisten Fällen gehört werden würde, wenn man den Pokerern so zuhört), ist noch viele andere  gute und miese Launemusik dort zu finden.

Stereomood
Internetradio, das die Musik der Laune bzw. der Stimmung der Hörer anpasst
Preis: gratis
www.stereomood.com

2.

Wenn wir schon bei Stimmungsschwankungen sind, am echten, ehrlichen geschichtlich relevanten Pokerspiel im Kartenraum, wird ja zumeist immer grimmig geschaut. Pokergesicht, nennen dies fraglich begabte Musikerinnen und ebenso die hoch begabten Pokerspieler. Muss aber der Gesichtsausdruck am Spieltisch immer ein verbissen ernster sein? Kann man nicht auch wie Herr Daniel Negreanu immer lächelnd seine Moves gestalten? Wenn alle freundlich grinsend am Tisch sitzen, wäre der Gesamteindruck ein wesentlich netterer und die Stimmung würde nicht den Eindruck machen, als ob die Anwesenden alle Opelmitarbeiter wären. Lauren McCarthy ist zwar keine Pokerspielerin, hat sich aber doch Gedanken gemacht, wie man mehr Freundlichkeit unter die Menschen bringen könnte und erfand kurzerhand den Happiness Hat, der misst irgendwie ob sie lächeln oder nicht und falls sie dies nicht tun, fügt ihnen der eingebaute Mechanismus mit einem Dorn in den Hinterkopf, solange Schmerz zu, bis wieder  ein Lächeln  ihrem Gesicht zu messen ist. Zugegeben, es sieht Scheiße aus und wer will sich schon zum Lächeln zwingen lassen, aber die Idee am Pokertisch mehr zu lächeln, gefällt mir gut.


Happiness Hat 2009
Preis: k.A.
www.lauren-mccarthy.com/happinesshat/

3.

Pokerspieler und der Adrenalinschub sind genau so eine gegebene Symbiose wie  alles andere, das zusammengehört. Jetzt gibt es aber so etwas wie Adrenalinjunkies, wie zum Beispiel Phil Ivey, der schon mal bereit ist für hunderttausend amerikanisches Geld, einen Flip zu spielen. Bei vielen von uns würde ein Flip um ein Zehntel des Betrages schon zu heftigen Magenunstimmigkeiten führen. Bei Phil aber führt der Verlust einer solchen Summe nur zu einem gelangweilten Schulterzucken. Für Menschen wie ihn könnte auch diese Maschine gebaut worden sein. Die „Y2K“ ist das schnellste Serienmotorrad mit Straßenzulassung der Welt. Ausgestattet mit einem Rolls Royce Hubschrauberaggregat, das bis zu 52.000 Umdrehungen pro Minute dreht und dabei noch 286 PS frei setzt. Das alleine bringt noch keinen pokerrelevanten Adrenalinschub, denn dazu muss man sich schon darauf setzen und den Beschleunigungsgriff bis zum Anschlag aufdrehen. Dann ist die Geschwindigkeitszunahme des motorbetriebenen „Fahrrades“ in fünfzehn Sekunden auf 365 km/h (!). Allerdings bei über 400 km/h ist dann leider Schluss. Wirklich günstig ist das Adrenalinausschüttungsgerät nicht, doch spart man dann beim Betanken etwas Geld, denn sie fährt mit Diesel.

“Y2K” von “Marine Turbine Technologies
Preis: € 110.000.-
marineturbine.com/motorcycles.asp


3 Comments
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helga b.
12 Jahre zuvor

sieht aus wie eine mütze mit integrierter freisprecheinrichtung – das wär mal praktisch!

JL
12 Jahre zuvor

Danke für den mood music link … ist (für mich) eine Bereicherung !

max
12 Jahre zuvor

Vielen Dank für den Link Werthan – ich habe im Büro keinen Radio und in der Früh ohne Musik aufzustehen ist hart. Jetzt kann ich welche hören…