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The Howard Lederer Files – die Anfänge von Full Tilt Poker

Heute hat PokerNews den ersten Teil des exklusiven Interviews mit Howard Lederer veröffentlicht. Der ehemalige Direktor von Full Tilt Poker trat vor die Kamera und hat fast sieben Stunden Videomaterial geliefert. PokerNews wird dieses in mehreren Episoden veröffentlichen.

Howard LedererHoward Lederer bricht sein Schweigen. Doch wie viele Details am Ende preisgegeben werden, wird sich zeigen, denn der 47-Jährige hat direkt zu Beginn gesagt, dass er nicht über alles sprechen kann. Dennoch will sich Lederer einiges von der Seele sprechen, was sich seit dem Black Friday aufgestaut hat.

Ich denke jetzt ist die Zeit gekommen, dass die Poker Community die Antworten bekommt, die sie verdient hat. Um die Fakten zu bekommen, die über die vergangenen 15 Monate nicht geteilt wurden. […] Es gab gute Gründe, warum die Firma und die Führungsebene diese Dinge nicht publik gemacht hat […], doch da nun der Deal besiegelt ist, ist die Zeit gekommen“, so Lederer.

Den Anfang macht der zweifache Bracelet Gewinner mit Hintergrundinformationen zur Gründung von Full Tilt Poker. Wie Lederer zugibt, waren sie (Lederer und Ferguson) einfach keine Geschäftsführer. Es kommt auch zur Sprache, wer alles Geld in die Firma gesteckt hat und wie Ray Bitar an den Posten des CEO kam.

Um das rund 30-minütige Video zu sehen, muss man sich bei PokerNews anmelden. Die Anmeldung ist kostenlos und in wenigen Minuten erledigt.

–> The Howard Lederer Files: The Beginning of Full Tilt Poker

Update (20 Uhr):

Auch wenn wir jedem empfehlen, sich das komplette Interview anzusehen, gibt es hier einige der spannendsten Fragen bzw. Antworten und Fakten in schriftlicher Form.

Ray Bitar: Chris Ferguson und der spätere CEO von FTP trafen sich zwischen 1999 und 2000 und wurden Freunde. Ferguson wollte Bitar jedoch nicht nur als Geldgeber, sondern auch als „strategischen Investor“, der Ahnung von der Finanzwelt hat. Bitar arbeitete damals als Tageshändler.

Etwas später im Interview gibt Lederer an, dass es schon früh Kritik an Bitar gab. Zu den Gegnern gehörte unter anderem John Juanda. Bitar war auch bei vielen Mitarbeitern nicht beliebt, da er keine Führungskraft gehabt haben soll. Lederer beschreibt Bitar jedoch mit „er hatte Leidenschaft für die Firma […] er machte einen guten Job […]“, zudem hatte Bitar auch viele Fürsprecher im Aufsichtsrat und bei den Mitgliedern, die sich eingekauft hatten.

Full Tilt Poker: Zu den frühen Investoren gehörten neben Chris Ferguson und Howard Lederer auch Rafe Furst, Phil Gordon, Perry Friedman, Phil Ivey, Andy Bloch und Ray Bitar. Kurz darauf kamen auch Eric Lindgren und John Juanda hinzu.

Aufsichtsrat: Die ersten Mitglieder des Aufsichtsrates waren Ray Bitar, Chris Ferguson, Perry Friedman, Phil Ivey und Howard Lederer. Ivey, der nie oder nur schwer zu erreichen war, trat kurze Zeit später zurück und Rafe Furst trat an seine Stelle.

Gehalt: Lederer gibt an, dass er in den ersten Jahren kein Gehalt als Aufsichtsrat Mitglied erhalten hat: „Wir sahen unsere Rolle in der Firma als Berater. Wir sind keine professionellen CEOs […] unser Job war es, mit dem Management zu telefonieren. […] Es war nirgends festgehalten, dass der Aufsichtsrat jemals die Geschäftszahlen, die das Management vorlegt, unabhängig prüfen soll.

Finanzen & Spielergelder: „Als Erstes brauchten wir eine Lizenz, also haben wir unsere erste Lizenz von Kahnawake bekommen. Ray war CEO und war derjenige, der sich wirklich darum gekümmert hat. […] Wir haben ein paar neue Mitglieder in die Firma gebracht, die investiert und mehr Geld aufgetrieben haben. Als wir starteten, hatten wir so $2 Millionen in bar […] vielleicht $2,5 Millionen. […] Kahnawake regulierte die Seite, es war auf jeden Fall nicht die Rede von Ausschüttungen.“

Auf die Frage hin, ob es verschiedene Bankkonten gab, um die Spielergelder separat zu halten, antwortet Lederer: „Ich weiß es einfach nicht […]. Die Firma war stark, die Berichte sahen gut aus, es gab keine Idee für separate Konten. Es war einfach nichts, worum sich wirklich jemand sorgte.“

Distributionen: Lederer hat hierzu keine genauen Angaben. Er schätzt, es gab ab 2005 oder 2006 Gespräche darüber, doch erst (im April) 2007 starteten sie: „Ich weiß es nicht, ob es die Idee von einem Einzelnen war, aber die Firma hatte einen Bargeldüberschuss. Gute 20 bis 30 Millionen an Überschuss. […] Ich muss sagen, dass es ein Mitglied gab, welches von Anfang an dagegen war […] und das war Chris Ferguson. Er benötigte kein Geld und kümmerte sich nicht darum. Er ist das Gegenteil von gierig. […] er glaubte die Ausschüttungen wären eine schlechte Idee, im Nachhinein, hatte er absolut recht.

Auf die Frage hin, ob es irgendwelche Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen bzgl. der Finanzsicherheit der Firma gab, entgegnet Lederer: „Ich würde sagen Nein. Erneut [muss ich sagen], dass es nicht mein Gebiet war, […] ich bin kein Buchhalter. Mir wurden allgemeine Bilanzen gezeigt, solche, die mich zuversichtlich stimmten, dass wir einen Finanzüberschuss hatten. […] keiner der Besitzer hätte Ausschüttungen gewollt, wenn dieser Überschuss durch Spielergelder gedeckt wäre.

Dublin: Am Ende des Interviews schneidet Howard Lederer noch den Firmenumzug nach Irland an. Lederer gibt an, dass er nach und nach den Überblick verloren hat, was Ray macht.


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