- Doppelmord beim Pokerspiel: Ein Mann erschießt zwei Freunde in angeblicher Notwehr
- Tausende Dollar am Tatort: Bargeldfunde werfen Fragen zur Motivlage auf
- Anklage erhoben: Donovan C. Jones drohen Jahrzehnte Haft
Ein Pokerabend in einem privaten Spielraum auf der Nordwestseite von Milwaukee endete am 18. Oktober 2025 in einer Tragödie. Der 35-jährige Donovan C. Jones steht unter Anklage wegen zweifachen Mordes.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll Jones in den frühen Morgenstunden auf zwei Mitspieler geschossen haben, nachdem er glaubte, ein Überfall stünde bevor. Die Opfer wurden später als Dwayne Carter (43) und Shaquille E. Madison (33) identifiziert. Beide Männer kannten Jones persönlich, Madison war sogar sein Cousin.
Seltsame Geschehnisse werfen Fragen auf
Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, trafen sich die drei Männer bereits gegen 19:30 Uhr in dem Haus, das mit zwei großen Tischen, Whiteboards und Pokerregeln an der Wand als illegaler Pokerraum eingerichtet war. Das Spiel dauerte demnach bis weit nach 7 Uhr morgens.
Dann sollen Carter und Madison plötzlich in die Küche gelaufen sein, wo Jones sich aufhielt, und behauptet haben, ein bewaffneter Mann mit Skimaske nähere sich dem Haus. Alle drei zogen daraufhin ihre Waffen, zogen sich in den Keller zurück und richteten ihre Pistolen auf die Tür.
Dort soll Jones dann in der Dunkelheit auf eine schemenhafte Gestalt geschossen haben, ohne zu erkennen, wer oder was sich ihm näherte. Carter starb im Keller, Madison schaffte es noch vor die Haustür, brach dort jedoch zusammen und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Insgesamt wurden neun Patronenhülsen sichergestellt, alle aus Jones‘ Waffe.
Videoaufnahmen zeigen, dass eine maskierte Person das Haus nur wenige Sekunden betrat und dann verschwand. Eine Minute später flüchtete Madison aus der Tür.
Panik als Grund für die Morde?
Jones erklärte gegenüber der Polizei, er sei in Panik gewesen und habe nicht erkennen können, auf wen er schoss. Er behauptete, er habe Angst gehabt, dass seine Freunde ihn überfallen wollten. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme hatte er über 5.200 US-$ bei sich. Madisons Rucksack enthielt sogar über 8.300 US-$.
Ein tatsächlicher Raubüberfall konnte nicht nachgewiesen werden. Auch gab Jones zu Protokoll, dass niemand in dem Moment auf ihn gezielt oder zurückgeschossen habe.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Jones möglicherweise vorschnell oder irrational reagierte. Er rief selbst den Notruf an und sagte, er glaube, gerade seinen Freund erschossen zu haben. Sollte Jones verurteilt werden, drohen ihm viele Jahrzehnte Haft. Am 23. Oktober steht seine erste Anhörung vor Gericht an.
Immer wieder kommt es im Umfeld von Pokerspielern zu Morden. So steht zum Beispiel Craig Bergeron unter Verdacht, in Detroit einen Mann auf offener Straße erschossen zu haben. Der isländische Pokerprofi Jon Jonsson wird nach seinem Verschwinden in Irland noch immer vermisst.