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PokerStars – Retter in schimmernder Rüstung

Die einen sagen, PokerStars hätte sich mit dem Full Tilt Deal gegenüber dem Departement of Justice (DOJ) freigekauft. Die anderen glauben seit gestern wieder an Wunder. 13 Monate lang warten die Full Tilt Spieler auf einen Silberstreifen am Horizont. PokerStars brachte nun gleich die ganze Sonne mit.

Kaum einer hat mehr daran geglaubt, sein Geld von Full Tilt Poker wiederzubekommen. Als Alexandre Dreyfus Ende April zwitscherte, dass PokerStars Full Tilt übernehmen würde, erwachte in vielen die Hoffnung, dass alles doch noch ein gutes Ende nehmen würde. PokerStars dementierte das Übernahmegerücht nicht, aber Information gab es auch keine. Ein langes Hoffen und banges Warten auf Neuigkeiten begann. Doch der Grund, warum es keine voreilige Presseerklärung gab, ist ein einfacher.

Schon nach dem Black Friday hat PokerStars bewiesen, warum das Unternehmen zu den vertrauenswürdigsten in der Branche gehört. Da gab es keine unzähligen Pressemitteilungen mit leeren Versprechungen. Da gab es nur Fakten und diese wurden auch so umgesetzt. Innerhalb kürzester Zeit hatten alle US-Spieler ihre Gelder zurück auf ihren Konten. Genauso verhielt sich PokerStars nun beim Full Tilt Poker Deal.

An diesem Deal hängt mehr als nur das Reaktivieren der Software und das Auszahlen der Spieler. Praktisch das komplette Verfahren des DOJ gegen PokerStars als Unternehmen gehört zu diesem Deal. 547 Millionen Dollar muss PokerStars in den nächsten drei Jahren an die US-Regierung zahlen. 225 Millionen Dollar müssen in den nächsten sechs Tagen beglichen werden, denn nur dann ist der Deal endgültig in trockenen Tüchern. Rund $150.000.000 erhalten die US-Spieler an Rückzahlungen, rund $184.000.000 gehen an alle anderen Spieler. Im Gegenzug erhält PokerStars alles, was Full Tilt Poker besitzt und zu Full Tilt Poker gehört. Das umfasst auch die zahlreichen Sub-Unternehmen, von denen Pocket Kings Ltd. sicherlich die bekannteste ist. Ein weiterer Teil des Deals ist, dass Isai Scheinberg innerhalb von 45 Tagen all seine Management-Funktionen zurücklegt.

Gleichzeitig ist das Verfahren des DOJ gegen PokerStars und auch gegen Full Tilt Poker erledigt. Unabhängig davon sind die zivilrechtlichen Verfahren gegen Howard Lederer, Chris Ferguson, Ray Bitar und Rafe Furst. Ihnen wird Betrug gegenüber den Spielern in der Höhe von über $300.000.000 vorgeworfen und in diesem Verfahren müssen sie sich auch verantworten.

Gesagt werden muss allerdings auch, dass die US-Behörden die größten Gewinner des Black Friday sind. Millionen an Geldern wurden schon beschlagnahmt. Strafzahlungen in exorbitanten Höhen fließen nun ebenfalls in die marode Staatskasse der USA. Dass den Behörden die Spieler am Herzen liegen und durch den PokerStars Deal sich nun alles in Wohlgefallen auflöse, hinterlässt doch einen sehr schalen Beigeschmack. Die Pressemitteilung des DOJ findet Ihr hier zum nachlesen.

Für die Full Tilt Poker Spieler war gestern Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal. Aber auch die Pokerwelt hat allen Grund zum Feiern. Zwar unken manche schon, dass PokerStars die ohnehin schon existierende Vormachtstellung im Online-Markt ausnützen würde, aber wichtiger ist, das PokerStars der Pokerwelt das schenkt, was man am meisten braucht – Sicherheit. Kein anderes Unternehmen genießt ein derart hohes Ansehen bei den Spielern. Bwin/PartyPoker kommt dem nahe, hat aber beim PartyPoker Rückzug aus den USA 2006 nicht nur finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

Seit 13 Monaten wollen die Full Tilt Spieler nur eines – auszahlen. Doch die Übernahme durch PokerStars relativiert diesen Wunsch. Denn so wie viele auf PokerStars als beste Software schwören, tun es andere bei Full Tilt. Dass man beide Plattformen unabhängig von einander betreiben will, bringt wieder Abwechslung in die Online-Welt. Und da PokerStars nun hinter Full Tilt steht, sind sich die Spieler auch ihrer Gelder wieder sicher. Sicherlich werden viele ihre Accounts komplett auszahlen lassen, aber einige werden vielleicht auch nur einen Teil oder gar nichts auscashen. Wenn es jemand schaffen kann, die Marke Full Tilt Poker in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, dann ist das PokerStars.

Innerhalb von 90 Tagen wird – was Deutschland, Österreich und die Schweiz betrifft – die Full Tilt Welt wieder in Ordnung sein. Wunder gibt es eben doch.


3 Comments
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McGregor
8 Jahre zuvor

Eine ziemlich einseitige News. Natürlich können wir froh sein unser Geld wiederzubekommen aber die Übernahme ist schon fast ein Fall für’s Kartellamt und nach etwas wie dem Black Friday zu schreiben wie super toll und sicher alles bei Pokerstars abläuft, fragwürdig.

Kurzfristig, da stimme ich zu, wird der Effekt durchweg positiv ausfallen, aber langfristig wird die Übernahme der Industrie wenig helfen. Party-bwin hätten mal etwas versuchen sollen um zu Pokerstars aufzuschliessen, das hätte für Action gesorgt aber beide konzentrieren sich anscheinend auf Sportwetten, respektive Casinogames.

SteveRT
8 Jahre zuvor

Keine Ahnung was an der News einseitig sein soll, es werden alle Facetten beleuchtet, so gut es eben in solch einem kurzen Artikel geht.

Wie auch immer, ich gehöre zu denjenigen, die den großen Teil auscashen werden und mit dem Rest weiterspielen. Die FullTilt Software und das Angebot hat mir schon immer gefallen.

Detektiv57
8 Jahre zuvor

hat sich mal einer gefragt, wer nun die Zeche bezahlen wird? Ich finde es auch gut, das die Software von FullTilt zurück kommt.Aber ich bin davon überzeugt, das alle Spieler diese zusätzlichen Strafgelder im laufe der Jahre bezahlen werden. Das geht nur auf KOSTEN der bis dahin besseren Software von Tilt—und wird das Nivou von PokerStar´s bald erreichen. Da gibt es mehr als nur FRAGWÜRDIGE KARTEN-KONSTELLATIONEN–hintereinander und HÄUFIGKEIT bei 100 ausgegenen Spielen. So das die Spieler NIE eine Hand aufgeben werden. SO VERDIENT POKERSTAR´S IHR GELD.