Irmo, South Carolina – Gary Watts, ein ehemaliger Rechtsmediziner mit einer großen Leidenschaft für Poker, hat Klage gegen die örtliche Polizei eingereicht. Hintergrund ist ein aufsehenerregender Polizeieinsatz bei einem privaten Heimspiel im Jahr 2024, bei dem Watts und weitere Beteiligte festgenommen wurden.
Watts, mittlerweile 67 Jahre alt, wurde zusammen mit zwei anderen Männern beschuldigt, eine illegale Glücksspielstätte betrieben zu haben. Die Polizei beschlagnahmte rund 15.000 US-Dollar, während zehn weitere Gäste mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert wurden. Die Pokerrunden fanden regelmäßig in einer angemieteten Büroeinheit statt.
Gerichtsurteil bringt überraschende Wende
Ein Gericht entschied 2025 jedoch, dass kein Gesetzesverstoß vorliegt. Private Heimspiele in gemieteten Büros fallen laut Gericht nicht unter das gesetzliche Verbot von Glücksspielen, welches sich speziell auf Orte wie Bars, Spirituosenläden, öffentliche Wege und Rennbahnen bezieht.
Dieser Entscheid stärkt nicht nur Watts’ Position, sondern auch die aller Pokerfreunde, die sich in einer juristischen Grauzone bewegen.
Watts erhebt schwere Vorwürfe
In einer Zivilklage wirft Watts den Behörden nun Falscharrest, böswillige Strafverfolgung und Hausfriedensbruch vor. Seine Anwälte betonen, dass es sich um eine harmlose Spielrunde unter Freunden gehandelt habe – mit Karten, Gesprächen und gemeinsamem Essen. Das Bild einer illegalen Glücksspieloperation sei völlig unzutreffend.
Die Polizei von Irmo bleibt bei ihrer Einschätzung. Polizeichef Bobby Dale erklärte, das Verhalten verstoße gegen das Staatsrecht und sei in Irmo nicht akzeptabel. Trotz des Gerichtsurteils zeigt sich wenig Einsicht. Die Staatspolizei SLED äußerte sich bislang nicht – das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Ein Fall mit Signalwirkung
Der Fall hat weitreichende Bedeutung über Irmo hinaus. In Online-Diskussionen wird der Fall als Beispiel für den oft willkürlichen Umgang mit privaten Pokerrunden in den USA gesehen. Ein Nutzer brachte es auf X auf den Punkt: „Was zählt als illegales Glücksspiel? Noch immer bestimmt das der Wohnort.“
Viele Hobbyspieler erhoffen sich ein klares Zeichen der Rechtsprechung zugunsten legaler Privatrunden. Denn für sie ist Poker mehr als ein Spiel – es geht um Strategie, Gemeinschaft und Vertrauen.
Gary Watts führt deshalb nicht nur einen persönlichen Kampf. Er streitet stellvertretend für eine Community, die sich rechtliche Klarheit und Anerkennung wünscht – und eine Polizei, die zwischen Spiel und Straftat zu unterscheiden weiß.
