Ray Qartomy gehört längst zur festen Größe der internationalen Pokerszene. Doch trotz unzähliger Turniererfolge fehlt ihm noch immer ein Triumph bei der World Poker Tour (WPT). Beim $3.500 WPT Championship Main Event im Chamada Prestige Hotel & Casino in Zypern sollte es erneut nicht sein. Platz 47 und ein Preisgeld von $11.800 markieren das bittere Ende eines weiteren Versuchs, endlich den langersehnten WPT-Titel zu holen.
Seit Jahren gehört Qartomy zu den gefürchtetsten Spielern in High Roller-Kreisen. Der gebürtige US-Amerikaner, der mittlerweile in Jordanien lebt, bringt Erfahrung, Aggressivität und Furchtlosigkeit mit an den Tisch. 2025 läuft sein Spiel wie geschmiert. Zwei Siege bei den $15.000 ARIA High Rollern allein im Juli brachten ihm stolze $480.000 ein. Die Form stimmt – der Titel blieb dennoch aus.
„Ich spiele derzeit mein bestes Poker. Ich hatte echtes Vertrauen in mein Spiel”, sagte Qartomy gegenüber PokerNews in Zypern. Die Hoffnung war groß, diesmal über sich hinauszuwachsen.
Doch Poker kennt kein Mitleid. In Level 19 war es vorbei. Mit nur noch wenigen Big Blinds pushte Qartomy aus dem Button mit A♣8♣. Hulya Secking callte mit K♠J♠. Der Flop – A♠6♠4♠ – besiegelte Qartomys Schicksal. Helmhoch, aber chancenlos gegen Seckings Nut Flush. Der Turn brachte keine Rettung. Der River auch nicht. Ein weiteres Mal verpasst er den ersehnten Finaltisch – und den Titel.
Trotzdem schreiben seine Zahlen eine beeindruckende Geschichte:
- 22 WPT-Cashes
- Knapp $1,57 Millionen WPT-Gewinne
- Über $5,88 Millionen an Gesamtgewinnen laut The Hendon Mob
- $600.000 allein in 2025
Diese Bilanz macht deutlich: Qartomy ist nicht nur ein Mitläufer. Er gehört zur Spitze.
Was ihn so besonders macht, ist sein Kampfgeist. Niederlagen brechen ihn nicht – sie motivieren ihn. „Ich werde nächstes Jahr alle WPTs spielen“, kündigte er entschlossen an. Besonders das Event in Jacksonville hat es ihm angetan. „Das ist eines meiner Lieblingsevents. Sie kümmern sich großartig um uns Spieler.“
Qartomy kämpft nicht um Anerkennung – die hat er längst. Er jagt einen Titel, der ihm bisher stets verwehrt blieb. Doch Poker ist ein Marathon, kein Sprint. Und Ray läuft weiter, unbeirrbar, zielstrebig.
Ob 2025 endlich das Jahr wird, in dem er seinen ersten WPT-Titel feiern darf? Die Community fiebert mit. Denn es ist nicht nur seine Geschichte – es ist auch die von jedem Spieler, der nie aufgibt.
