Tom Goldstein, ein prominenter Anwalt und Mitbegründer der bekannten Website SCOTUSblog, steht im Mittelpunkt eines aufsehenerregenden Steuerfalls. Eine Anklage des Bundesgerichts in Maryland wirft dem 54-jährigen Juristen vor, zwischen 2016 und 2022 Millionen an Pokereinnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert und Kanzleigelder für private Zwecke, darunter Glücksspielschulden, zweckentfremdet zu haben.
Goldstein hat in seiner Karriere in mehr als 40 Fällen vor dem Obersten Gerichtshof der USA plädiert – so oft wie kaum ein anderer Rechtsanwalt in privater Praxis. Im Laufe der Jahre vertrat er unter anderem den Tech-Giganten Google und Fortnite-Entwickler Epic Games. Die jüngsten Vorwürfe bestreitet er und kündigte an, die Anschuldigungen vor Gericht entschieden zu widerlegen.
Erfolgreiche Pokerspiele und undurchsichtige Steuervergehen
Die Anklage beschreibt Goldstein derweil als passionierten Teilnehmer hochdotierter Pokerspiele in Beverly Hills, Asien und an anderen internationalen Schauplätzen. Auch am Hustler Casino Live Million Dollar Game soll er 2024 als maskierter Mystery Poker Player teilgenommen und leichtfertig einen 540.000 USD-Pott verspielt haben.
In anderen Fällen war Goldstein jedoch erfolgreicher. Laut den Ermittlungen soll er Gewinne in Millionenhöhe, darunter 13,8 Millionen USD aus einem Spiel in Asien und 26,4 Millionen USD aus einer Partie in Kalifornien, absichtlich nicht angegeben haben.
Stattdessen habe er Kanzleigelder verwendet, um seine Glücksspielschulden zu begleichen, und diese Ausgaben fälschlicherweise als Betriebskosten deklariert. Darüber hinaus soll er Steuererklärungen manipuliert und falsche Angaben zu seinen Schulden gemacht haben, um Hypotheken für Luxusimmobilien in Washington, D.C., zu erhalten.
Berichten zufolge finanzierte er mit diesen Geldern auch die Gehälter und Krankenversicherungen von mindestens vier Frauen, mit denen er romantische Beziehungen unterhielt, obwohl sie kaum oder keine Arbeit für die Kanzlei leisteten.
Insgesamt soll Goldstein rund 5,3 Millionen USD an Steuerschulden angehäuft haben, während er gleichzeitig ein Leben im Luxus führte, einschließlich teurer Reisen und Kryptowährungsgeschäften im Wert von über 10 Millionen USD, die ebenfalls nicht ordnungsgemäß versteuert wurden.
Goldstein zeigt sich wenig einsichtig
Goldsteins Anwälte kritisierten die Anklage als voreilig und unüberlegt. In einer Stellungnahme erklärten sie: „Unser Mandant ist ein angesehener Anwalt mit tadellosem Ruf. Wir sind enttäuscht, dass die Regierung diese Vorwürfe erhoben hat, ohne alle Fakten zu berücksichtigen.“
Die Anklage gegen Goldstein umfasst 22 Punkte, darunter Steuerhinterziehung, Abgabe falscher Steuererklärungen, Betrug bei Hypothekenanträgen und Veruntreuung von Kanzleimitteln.
Vor den Anklagen war Tom Goldstein nicht nur ein erfolgreicher Anwalt, sondern auch ein einflussreicher Kommentator juristischer Themen. Er gründete SCOTUSblog, eine der führenden Plattformen für Berichterstattung über den Obersten Gerichtshof, und unterrichtete an renommierten Universitäten wie Harvard und Stanford.
Ob der einst gefeierte Jurist seine Reputation retten kann, wird sich im Verlauf des Gerichtsverfahrens zeigen.

