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Romney vs. Gingrich – Wetten auf den irren Vorwahlkampf der Republikaner

Wer politische Realsatire der Extraklasse erleben will, sollte in die USA schauen: Dort läuft der Vorwahlkampf der Republikaner auf Hochtouren. Beinahe wöchentlich veranstaltet eines der großen TV-Networks eine Fernsehdebatte, die jedes Mal für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Momentan läuft im Lager der Konservativen alles auf einen Zweikampf hinaus. Wer also wird Herausforderer von Barack Obama?

Auf der einen Seite: Mitt Romney. Der stinkreiche Mormone (geschätztes Vermögen: 270 Millionen Euro) galt bis vor kurzem als einzig wählbarer Kandidat und absoluter Favorit. Auf der anderen Seite: Newt Gingrich. Der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhaus holte sich zuletzt völlig überraschend einen klaren Sieg bei Vorwahlen im erzkonservativen South Carolina. Interessanter Fakt: Seit dem Wahlerfolg Ronald Reagans 1980 wurde immer derjenige Republikaner Kandidat fürs Präsidentschaftsrennen, der hier gewinnen konnte.

Über Newt Gingrichs Erfolg wundern sich viele Experten, erst recht, weil er Moral und Werte predigt, selber aber in dritter Ehe lebt und seine (schwerkranken) Frauen teilweise über Jahre betrog. Sein Vorteil aber ist sein Gegner. Denn Mitt Romney gilt vielen einfachen Republikanern als zu abgehoben. Der Multimillionär ist mit seinem Steuersatz von 15% ein gefundenes Fressen für Gingrichs populistisches Steuersystem. Romney aber beginnt jetzt zurückzuschießen. So greift er Gingrich an, dass dieser als Lobbyist für eben jene Bank (Freddie Mac) Millionen erhalten habe, die hauptverantwortlich für die Immobilienkrise im Herbst 2008 war. Die hat besonders in Florida viele Hausbesitzer ihr Eigenheim gekostet – dort, wo die nächsten Vorwahlen stattfinden. Florida dürfte ohnehin eher Romney-Land sein, da es hier weniger konservativ zugeht als in South Carolina.

Den beiden anderen verbliebenen Kandidaten Rick Santorum (Tipp: Unbedingt mal googlen, es lohnt sich…) und Ron Paul werden, wenn überhaupt, nur noch Außenseiterchanchen ausgerechnet. Apropos: Experten rechnen keinem der vier Kandidaten Chancen gegen Barack Obama aus, aber für die Republikaner geht es ohnehin um mehr. Die Entscheidung wird eine Richtungsbestimmung sein: Will man ideologische Hardliner wie Newt Gingrich oder smarte Unternehmer á la Mitt Romney? Bei Betfair liegt Romney derzeit noch vorne (1.5), Gingrich wird bei Quoten um 3.4 gehandelt.

Hier geht’s zum Wettmarkt zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner…

Bildquelle: politico.com


1 Kommentar
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9 Jahre zuvor

was ist denn ein populistisches steuersystem? und wo hat der autor „ideologischer hardliner“ in der nähe von gingrich gefunden?