Sam Soverel hat beim $10.000 No-Limit Hold’em 6-Max Championship der World Series of Poker 2025 Geschichte geschrieben. In nur 19 Minuten fegte der US-Profi am vierten Turniertag den Finaltisch leer – mit einem Spiel, das an Präzision, Mut und Timing kaum zu überbieten war. Soverel sicherte sich damit nicht nur sein drittes WSOP-Bracelet, sondern auch satte $986.337 Preisgeld.
546 Spieler gingen in diesem prestigeträchtigen Event #94 an den Start, angezogen vom elitären 6-Handed Format und einem Preispool von über fünf Millionen Dollar. Doch am Ende stand Soverel ganz allein im Rampenlicht. Sein Lauf am letzten Spieltag war so dominant wie selten zuvor auf der großen Bühne von Las Vegas.
Gleich in der ersten Hand des Tages setzte er ein erstes Ausrufezeichen. Klemens Roiter erwischte es auf Platz vier ($300.521), dann folgte Isaac Kempton, der mit $437.276 immerhin ein starkes Preisgeld mitnahm. Im finalen Duell gegen Daniel Vicente ließ Soverel nichts anbrennen. Mit Jack-Ten dominierte er dessen Nine-Seven und beendete ein Finale, das mehr an ein Home Game erinnerte – frech, schnell, gnadenlos effizient.
„Ich hab einfach jeden All-In gewonnen“, kommentierte Soverel mit einem Lächeln. Doch hinter seiner Leichtigkeit steckt jahrelange Erfahrung. Er weiß, wann Risiko belohnt wird. Seine Selbstsicherheit ist kein Zufall, sondern das Resultat unzähliger Stunden am Felt. Er punktet mit Kombinationsgabe, verstandenem Risiko – und dem Mut, auch mal mit Schrottkarten einen Spot zu kaufen. Genau das machte ihn an diesem Tag unschlagbar.
Final Table Payouts – Event #94: $10.000 NLHE 6-Handed Championship:
- 1. Sam Soverel (USA) – $986.337
- 2. Daniel Vicente (Spanien) – $649.925
- 3. Isaac Kempton (USA) – $437.276
- 4. Klemens Roiter (Österreich) – $300.521
- 5. Eric Wasserson (USA) – $211.068
- 6. Leonard Maue (Deutschland) – $151.567
Trotz des Sieges wird Soverel nicht bis zum Serienende bleiben. Der Ausnahmegrinder hat sich längst vom Dauerfeuer der Turnierszene zurückgezogen. Heute spielt er selektiv: „Ich spiele, wenn ich Lust hab. Meist bei lokalen Events, nicht mehr ständig durch die Welt.“
Gerade dieser Abstand scheint ihm gutzutun. Locker, gelassen, mit einem klaren Mindset – und messerscharfem Instinkt. Der Sieg war mehr als nur eine Zahl in der Statistik. Er war ein Statement. Für alle, die glauben, dass man nur mit ständiger Präsenz ganz oben mitspielen kann.
Soverel beweist, dass Klasse nicht vom Volumen, sondern vom Können kommt. Drei Bracelets, unzählige tiefe Runs – und jetzt dieses Finale im Eiltempo. Manchmal schreibt der Pokergott eben Geschichten, die man sich nicht besser ausdenken könnte.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir Poker lieben.
