Dass die Casinos in Deutschland alles andere als eine Lizenz zum Gelddrucken sind, weiß man mittlerweile schon. Nun kracht es auch in Schleswig-Holstein und die Landesregierung hat sich zum Verkauf der Spielbanken entschlossen und ein internationales Bieterverfahren eröffnet. Nur so glaubt man, die Casinos vor der Schließung retten zu können.
Fünf Spielbanken hat Schleswig-Holstein – Kiel, Travemünde, Schenefeld, Flensburg und Sylt. Vor allem in Travemünde sieht die Umsatzprognose sehr düster aus. Denn wie bei allen Casinos sind auch in Schleswig-Holstein vor allem beim Automatenspiel Umsatz und Besucherzahlen stark zurückgegangen. Auch beim Lebendspiel fehlen die großen Umsätze. Spielbankenchef Matthias Hein zeigt sich durch den geplanten Verkauf verbittert. Dem oder den Käufern wird es dann nämlich auch erlaubt sein, Casinospiele im Internet anzubieten. Hein glaubt, dass es bei einer früheren Genehmigung auch so gelungen wäre, die Spielbanken aus der Misere zu führen. Er muss nun zusehen, wie die fünf Casinos entweder einzeln oder im Gesamtpaket veräußert werden.
Nach wie vor zweigeteilt sind allerdings die Meinungen zum Vorstoß der CDU in Sachen Glücksspiel. Hans-Jörg Arp (CDU) sieht im Verkauf der Spielbanken und dem neuen Glücksspielgesetz von Schleswig-Holstein die Zukunft. Nur so können Arbeitsplätze und neue Einnahmen und Steuern generiert werden. Die SPD und die Grünen hoffen auf einen Wahlerfolg im nächsten Jahr und wollen dann wieder zurück in die Glücksspielsteinzeit. So wettert man jetzt auch schon gegen den Verkauf der Spielbanken. Allerdings gab es weder von der SPD noch von den Grünen einen entsprechenden Vorschlag, um die Casinos vor dem Niedergang zu retten. Der bisherige Glücksspielstaatsvertrag hat offenbar nicht dazu beigetragen, aus den Spielbanken florierende Unternehmen zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu sichern.