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Schweiz: Pokercommunity mit klarem „Nein“ zum neuen Geldspielgesetz

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Gut Ding will Weile haben. Das trifft in der Schweiz aktuell nicht zu. Zwar wird schon seit 2010 um ein neues Geldspielgesetz gekämpft und ein gutes Ende war absehbar, aber jetzt muss die Pokercommunity einmal mehr zusammenhalten und mit einem klaren „Nein“ am 10. Juni abstimmen.

Das neue Geldspielgesetz der Schweiz kommt ein bisschen wie ein Trojanisches Pferd. Auf den ersten Blick müsste sich die Poker-Community freuen, denn endlich sind Turniere wieder außerhalb der Casinos erlaubt. Auf den zweiten Blick sieht man dann die vielen Restriktionen, aber immerhin wären private Pokerclubs wieder möglich und wären nicht auf Freeroll-Aktionen wie im Poker Palace beschränkt. Jahrelang hat Marc Horisberger für die Öffnung des Pokermarktes gekämpft und mit dem neuen Geldspielgesetz könnte man nun eben meinen, dass er posthum sein Ziel erreicht hat. Einige der (ehemaligen) Pokerclub-Besitzer klammern sich an den Strohhalm, dass dieses Gesetz die letzte Chance ist, dass die Turniere wieder außerhalb der Casinos möglich sind. Auch der Pokerverband propagiert nun unter der Führung von Rene Ruch das „Ja“ zum neuen Gesetz.

Sieht man aber genauer hin, dann ist das neue Geldspielgesetz genau das, was SP Bundesrätin Simonetta Sommargura im Parlament rausgerutscht ist – ein Gesetz der Casinos. Es geht nicht nur um die Netzsperren, die Online-Anbieter wie Pokerstars, 888poker oder partypoker verbieten würden. Es geht darum, dass die Casinos ein für sie maßgeschneidertes Gesetz bekommen. Lotto, Toto und alles, was viel Geld generiert im Glücksspielsektor, bauen sich ihr eigenes Reich. Auf die Pokerspieler und was die eigentlich wollen, wird dabei keine Rücksicht genommen.

Obwohl die Schweiz international immer als Vorzeigestaat an Innovationen genannt wird, versagt man hier gänzlich. Regulierte Märkte wie nun der Zusammenschluss von Frankreich, Spanien, Italien und Portugal zeigen ebenso wie Dänemark, dass eine gute und durchdachte Regulierung weit effektiver ist, als diktatorische Verbote unter der vorgetäuschter „Spielerschutzmaßnahme“.

Auch wenn eine mögliche Erlaubnis der Pokerturniere wieder auf die lange Bank geschoben wird, muss die Pokercommunity der Schweiz zusammenhalten und am 10. Juni mit einem klaren „Nein“ stimmen. Denn dieses Gesetz ist noch lange nicht das beste, was es nach so langer Diskussion und Entwicklung sein könnte.

1 KOMMENTAR

  1. War am Samstag im Casino Luzern und musste feststellen, das das Personal unfreiwillig Pins tragen mit aufforderung zu einem Ja für das gesetzt.
    Das ist eine Schweinerei da die Meinung der Mitarbeiter egal scheint ob Sie für einJa stimmen.
    Unglaublich sowas!!

    Gr
    Burito

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