Shaun Deeb hat es wieder getan. Zum zweiten Mal nach 2018 krönt sich der US-Amerikaner zum WSOP Player of the Year – und diesmal in einem der emotional intensivsten Duelle, das die Pokerwelt je erlebt hat. Sein Triumph über Benny Glaser war ein Lehrstück in Entschlossenheit, Können und taktischem Fokus.
Über die Wochen der World Series of Poker 2025 hinweg spielte Deeb auf einem konstant hohen Niveau. Er stand viermal am Final Table, sicherte sich am 3. Juli sein siebtes Bracelet im prestigeträchtigen $100.000 Pot-Limit Omaha High Roller (#79) und gewann fast drei Millionen Dollar – sein größter Live-Cash bisher. Insgesamt kam er auf 18 Cashes, wobei das neue PoY-Punktesystem nur seine besten zehn Resultate zählte.
Glaser, der für viele als Favorit galt, spielte eine herausragende Serie mit gleich drei gewonnenen Bracelets. Doch am Ende fehlten ihm wenige Punkte. Seine letzten Versuche, mit kleineren Cashes im $1.500 „The Closer“ (#97) und dem $1.000 Super Turbo (#100) an Deeb vorbeizuziehen, verliefen enttäuschend. Knapp geschlagen musste sich der britische Mixed-Game-Meister mit dem zweiten Platz begnügen.
Das Rennen war ein Krimi. Beide Spieler blieben bis zum allerletzten Turniertag im Einsatz. Jeder Bust, jeder Deep Run, jedes Achtelfinale konnte das Pendel ausschlagen lassen. Deeb blieb cool, fokussiert, entschlossen – Qualitäten, die ihn seit Jahren auszeichnen.
Auch andere große Namen spielten ein starkes Jahr. Michael Mizrachi sorgte mit seinem Sieg im prestigeträchtigen $50.000 Poker Players Championship und dem WSOP Main Event für Schlagzeilen. Trotzdem reichte es wegen fehlender Konstanz nur für Platz vier im PoY-Rennen, hinter dem drittplatzierten Martin Kabrhel.
Topplatzierungen des PoY-Ranking 2025:
- Shaun Deeb – 2x WSOP Player of the Year, 7 Bracelets
- Benny Glaser – 3 Bracelets in 2025, beeindruckendes Mixed-Game-Spiel
- Martin Kabrhel – durchgehend starke Ergebnisse
- Michael Mizrachi – zwei prestigeträchtige Titel, aber wenige Cashes außerhalb
Der Kampf um den Player of the Year-Titel ist mehr als nur Zahlen und Trophäen. Er ist ein Spiegelbild von Ausdauer, Leidenschaft und taktischer Klasse – genau das, was Deeb 2025 in Perfektion verkörperte.
In einem Statement auf X brachte er seine Emotionen auf den Punkt: „Es war definitiv das anstrengendste PoY-Rennen, das ich je miterlebt habe. Glaser war unglaublich stark – ich wusste bis zur letzten Minute nicht, ob es reicht.“
2025 war kein gewöhnliches Jahr für die WSOP. Es war das Jahr, in dem zwei Giganten Seite an Seite marschierten – bis einer vorne blieb. Shaun Deeb hat mit seinem zweiten Titel endgültig Geschichte geschrieben. Die Poker Hall of Fame dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.
