Wenn du ein siebenjähriges Mädchen fragst, wohin es in seinen Ferien fahren möchte und es antwortet mit WSOP, dann ist es die Tochter, die ich gerne hätte, oder Alexia Fisher. Stundenlang steht sie an der Rail und beobachtet ihre weiblichen Vorbilder, wie Annie Duke, Barbara Enright oder Vanessa Rousso.
Begonnen hat es damit, dass ihr Vater Justin anhand eines Pokerdecks das Zählen lernte. Später sah sie dann ihre „Lernkarten“ im Fernseher und wollte dieses Spiel lernen, bei dem die Leute klatschen und so viel Spass haben. Mit drei Jahren bekam sie ihren ersten Pokerkoffer und lernte Poker. Jetzt im Alter von sieben beherrscht sie alle Pokervarianten, welche auf der WSOP angeboten werden, sowie Badugi und Badusi. Dieses Jahr bei einem Charity-Event zugunsten eines Kinderheimes spielte sie ihr erstes Live-Turnier und bustete im Mittelfeld. Jetzt steht Alexia Autogramme sammelnd an der Rail und Greg Raymer schrieb ihr auf ihre Kappe “See you in 2024!”. Weil sie gegen Annie Duke nicht Pokern darf, spielte sie nur „Schere, Stein, Papier“ und gewann. Daniel Negreanu grüßt sie am Gang der WSOP wie einen alten Bekannten und sie weiß genau, dass sie Profipokerspielerin sein wird – in 14 Jahren.
Spielregeln sind ja grundsätzlich etwas, das nicht wirklich in einen Graubereich fällt. Dies dachte Werthan zumindest bis dato und so dachte er, dass wenn einer ein Raise macht und der andere einen Call macht, dass er dann nicht nochmals nachlegen darf, um daraus ein Re-raise zu machen. Bei der WSOP geht das schon, also zumindest am Finaltisch des Heads-Up Turnieres mit Moritz Schmejkal und Ayaz Mahmood. Dann annonciert der Floor einfach „Call, with a Raise behind“ Also, wenn die das in Vegas bei der WSOP so machen, dann dürfen wir das auch, aber sicher.
„Ich spielte schon Poker, als dein Vater, das Präservativ wegwarf, in dem deine einzige Hoffnung auf ein bisschen Hirn schwamm“, so oder so ähnlich sollte man es sagen, wenn da nicht der Konjunktiv dazwischen käme. Völlig unverständlich sind Personen, deren Profilierungsneurotik derart ausgeprägt ist, dass sie nicht nur bereit sind, sich mit ein paar Handgriffen und Verkleidung zum totalen Idioten zu machen, sondern dann auch noch allen am Tisch erklären wie eine Hand zu spielen ist, natürlich nur dann, wenn sie mit der schlechteren Hand verloren haben. Die darf man beschimpfen. In Amerika auf deutsch, dann ärgern sie sich noch viel mehr. Das Pferdegetrampel der Kavallerie sollte man dann aber schon hören.