Die WSOP hat also begonnen und wenn man den Organisatoren Glauben schenken darf, dann können wir mit einer Rekordbeteiligung rechnen. Nicht umsonst sollen die „Caesars Entertainer“ 90 zusätzliche Tische aufgestellt haben. Rein statistisch dürften sie Recht behalten. 2003 nahmen 7,572 Spieler teil und verursachten einen Gesamtpreispool von $21,789,060. Nur zwei Jahre später spielten so viele Spieler allein im Main Event. 2011 waren es 75,672 Teilnehmer und $192,008,868 an ausbezahlten Geldern. Werthan ist gelandet, gejetlagged und motiviert bis zum Main Event über die Kleinigkeiten und Skurriles rund um die WSOP zu berichten.
Ungewohnt für europäische Verhältnisse ist vieles in den Casinos von Las Vegas. Ein Punkt ist, wie jedes Jahr, die sibirische Kälte in den Sälen, ein anderer sind die Dealer. Wenn in unseren Breiten Dealerkarrieren früh beginnen und bald auch wieder beendet sind und kaum ein Dealer älter als 30 in seinem Job wird, dienen in Amerika die Kartengeber anscheinend bis zu einem Leben lang. Joe (oder Jack oder Jim, Name der Redaktion entfallen) ist mit 84 Jahren der wahrscheinlich älteste Dealer der Welt.
Der andere Abgebildete ist wahrscheinlich der….
Apropos Kälte. Selbst Russen ziehen sich hier warm an. Wie viele Teddybären mussten sterben, damit Vitaly Lunkin diese Jacke tragen kann?
Um zu beschreiben wie gigantisch die Dimensionen auf der WSOP sind, würde ein kurzer Text nicht reichen. Deshalb ein kurzer Rundgang. Kurz deshalb, weil, dank ESPN, oder Pokernews (irgendeiner wird schon der Böse sein) es anderen Medien nicht erlaubt ist, pro Tag mehr als 5 Minuten Videomaterial zu veröffenlichen. Dazu wird ein „Escort“ verpflichtet, dich zu begleiten und auf die Sekunde genau mitzustoppen, um nicht längere Filmchen zu machen. Schwere Verhandlungen waren nötig um 17 Sekunden zu „verlängern“. Dem Werthan seinerseits ist der Stress bei den versuchten Erklärungen anzuhören.
http://youtu.be/FXeExshqznY
Noch nicht wirklich viele deutsche Spieler sind bisher in Las Vegas gelandet, einer der von Anfang an dabei ist, ist Marc Gork. Dieser dürfte esotherische Hilfe angenommen haben, um seine „ersten-zwei-Tage-Chipleader-und-dann-doch-bubbeln“ Phasen zu überwinden, und sei es auch nur durch gutes Zureden mittels Card-Protector. Irgendwann wird auch für ihn die Sonne über dem Finaltisch scheinen.
7Card Stud ist definitiv die körperlich anstrengendste Pokervariante. So wieder gesehen, bei Event 10, dem 5k 7Card Stud Turnier. Für Sitz zwei und drei, bzw. 8 und 9 sollte man entweder gute Augen haben, oder aber einen 10er Block im Fitnesstudio besitzen, um die Karten auf der anderen Seite des Tisches zu erkennen.
Poker ist keine Frage des Alters, allerdings eine Frage von Tells. So spielte dieser ältere Herr am 1,5k NLH-Event mit und immer, wenn er bluffte, kamen gurgelnde Geräusche aus dem Köfferchen neben ihm. Er schied an Tag eins aus.
WPT goes WSOP. Matt Savage dient oft als Anlaufstelle für die europäischen Spieler, welche ihn bitten, denen von der WSOP ein wenig bei der Struktur zu helfen, denn teilweise passt das Chips/Strukturverhältnis in keiner Weise. Das Mix/Max war nur ein Beispiel.
Manche Stimmen behaupten seit vielen Jahren, dass Daniel Negreanu sich nach Jason Somerville orientiert. Vielleicht achtete er deshalb besonders darauf, dass alle Welt und die versammelte Presse sieht, dass er bei diesen beiden Grazien baggert, wie Bob der Baumeister. Spass hatte er mit den Ladies sicher mehr als am Pokertisch.