Pokerstrategie

Straight im Battle of the Blinds

34

Bei einem Onlineturnier ohne Re-Entry (Buy-In: $50+5) ereignete sich folgende Hand:

Stack der involvierten Spieler:
Du bist im SB: 16k
Spieler im BB: 17k
 
Infos zum Turnier:
Startdotation: 10k
Blindlevel: 15 Minuten
ITM: noch weit entfernt
Fullring

Infos zu dem Gegner:
Er war bis dato komplett unauffällig. Er hat seine Chips ein paar Hände zuvor mit Set over Set gemacht.

Bei einem vollen 9er Tisch folden alle Spieler zu Dir im SB und Du limpst mit :7h: :6h: bei Blinds 80/160 Ante 16. Der Spieler im BB raist auf 480 und Du callst. Den Flop :Ah: :9d: :5c: checkst Du und Dein Gegner checkt behind. Den Turn :9h: bettest Du mit 500 und Dein Gegner callt. Den River :8d: bettest Du mit 1,4k und Dein Gegner pusht nach langem Überlegen all-in.

Welche Range gibst Du Deinem Gegner und was machst Du in dieser Situation? Wie hättest Du diese Hand gespielt?

 


Ihr wollt mehr Strategie-Diskussionen?
Schaut in unserem Forum vorbei und diskutiert mit!

https://www.pokerfirma.com/Pokerforum/forum/strategie 

 

34 KOMMENTARE

  1. Ich hätte das auch so gespielt.

    Jetzt bettet er 2.5x Pot am River. Entweder ein Full oder gar nichts / verpasste Draw’s. Mit einer Hand wie AK (2pair mit gutem Kicker) oder mit Tripps wären max. kleine Valuebets drinnen oder halt einfach ein Call.

    Welche verpassten Draw’s gäbe es hier? Sehe hier nicht viele Hände. AX in Herz verwandelt man nicht in einen Bluff. Brodwaycombos in Herz, wäre vielleicht möglich.

    Da wir nur 2.5K investiert haben komme ich da raus.
    Tippe mal auf pocket 88 beim BB.

  2. „Welche Range gibst Du Deinem Gegner und was machst Du in dieser Situation?“
    Man mag mich hier wieder für wenig Inhalt beschimpfen, aber auch hier kann der Gegner wieder alls von Luft bis Nüsse haben.
    Historie haben wir bislang nur Set over Set – Luckyboy, jedoch nur wenig hilfreich.
    Buy-in 50€ – online spielen das die größten Goldfische bis Reg-Streamer, also auch wenig hilfreich. Andere Infos lese ich nicht heraus.
    Pre kann der Gegner im BB nach dem Limp des SB 100% seiner Range raisen – also alles. wirklich alles.
    Flop geht check / check. Ändert an seiner Range nicht viel, außer dass ich denke Ax c-bettet weiter für Value von einer 9 oder 5 im SB. Also streiche ich Ax beim BB.
    Turn geht bet / call. Nun sehe ich diese Range im BB: TT+, 9x, 55, 2xs+ (in Herz / ja, ich würde hier auch 24s callen).
    River geht bet / push. Hier stellt sich mir vorrangig die Frage, ob der BB so kompetent ist, seine Bluffs oder so schwach ist, mit einer 9x für (vermeintliche) Value zu pushen. Da ich keine hilfreiche Historie oder Stats kenne, traue ich ihm weder das Eine, noch das Andere zu.
    Heisst im Umkehrschluss er riskiert hier selten seinen Stack mit Luft und hat hier mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Full.
    Also (wieder) FOLD für mich.

    „Wie hättest Du diese Hand gespielt?“
    Genau so.

    8
    2
  3. Ich würd mich in einen Call leveln. Es gibt im Prinzip nur 2 Hände die gemäss des Verlaufs der Hand in Frage kommen, die uns auch schlagen. AA und A9, dagegen stehen zuviele Hände die der Gegner overplayed (Ax), for value shoved (9x) sowie complete Air. Zugegen letzteres ist unwahrscheinlich. Dennoch calle ich.

    • Pocket 5er und Pocket 88 würde ich auch noch in die Valuerange mit reinpacken. Pocket 55 kann er am Flop auch mal checken. Pocket Achter sollte man auf nur eine Bet am Turn noch nicht folden. 98 würde ich aufgrund der Preflop/Flop Action als eher unwahrscheinlich erachten, aber dennoch nicht gänzlich ausschließen.

      3
      1
  4. Also unser gegner checkt a95 tainbow behind. Dadurch sehe ich ihn sehr selten am river plätzlich bluffen. Alle hände khne showdownvalue sollten hier immer cbetten. So glaube dass er entweder das board massiv getroffen a9 pder besser oder daas er pocket 88 hinterhercheckt. Callt am turn und ziemlich happy ist am river 8. Die sache ist dass wir erst 1/7unseres stackes investiert haben da sollten schon unser turnierleben retten, wenn wir einen bliff catcher am river…iat halt komisch. Er müsste 1010 bus kk in oder ax in eine n bluff verwandeln….ansonsten verstehe ich den chwck back auf dem flop nicht….also ich calle hier nur falls ich informationen habe, die darauf hindeuten, dass man gegner mit grossen meeressäugern verwandt ist…

    7
    1
  5. Fold.

    Preflop finde ich einen Limp, aber auch ein Raise in Ordnung. Nach dem Limp würde ich die 320 bei den aktuellen Stacksizes auch nachbezahlen.

    Flop Check ist ok. Eher unerwartet checkt der Big Blind ebenfalls. Auf einem unkoordinierten Board würde ich als Big Blind mit Händen wie KQ, KJ etc. auf jeden Fall eine Contibet setzen, da man als Villain nach der PF-Action das A gut repräsentieren kann. Da Hero auch eher selten einen guten Draw getroffen hat, wäre die Bet auch erfolgsversprechend. Daher denke ich, dass der BB hier ein Pocket Pair hat oder ein Monster Slow spielen will. Ax Hände sind auch noch möglich.

    Am Turn treffen wir zum Inside Draw auch noch den Flushdraw. Ebenso ist die 9 durchaus in Hero’s Range. Für mich genug Gründe, eine Bet zu setzen. Mit dieser Bet könnten wir seine Bluffs (falls er diese am Flop nicht angespielt hätte) loswerden.

    Dass der Gegner callt, erfreut uns natürlich nicht. Ich beschränke seine Range nun auf Hände mit Showdownvalue und weiterhin auf seine Monster. Einzige noch einigermaßen plausible Draw-Hand wäre für mich noch Kx siuted in Herz mit dem Nutflushdraw.

    Der River kommt für uns super runter, denn die Straße ist für den Big Blind nur sehr schwer zu erkennen. Geschlagen werden wir nur von Fulls und Pocket 9er. Da seine Ax Hände und Pocketpaare meist hinterher checken sollten, würden wir uns bei einer gegnerischen Bet meist einem Full oder einem Bluff ausgesetzt sehen (Eine 9 hat er eher selten). Mit der Straße hätten wir je nach Setzhöhe aber fast sicher einen Call.

    Mit einer eigenen Riverbet ist aber mehr zu erreichen, denn von Ax-Händen, von einer Zufallsneun und manchmal auch von Pocket Paaren können wir schon noch auf einen Call hoffen. Daher finde ich die 2/3-Riverbet passend.

    Der Gegner geht nach langem Überlegen All-In. Mit den mittelstarken Showdownhänden würde er hier zwischen Call und Fold entscheiden, da es keinen Grund gibt, diese Hände in einen Bluff zu verwandeln (Denn die Riverkarte ist zu allermeist eine Blank und er kann hier kaum ein gerivertes Monster repräsentieren). Bleibt einzig die Frage, ob er hier einen Flushdraw blufft. Da ich den Flushdraw aber schon zuvor für eher unwahrscheinlich erachtet habe, bleiben eigentlich nur noch die ganz starken Hände über.

    Ich sehe hier nur eine mögliche Valuehand, die wir noch schlagen, und die ein aggressiver Big Blind auch so spielen könnte, nämlich 9x mit einem wirklich guten Kicker.

    Bleibt noch die Frage, ob der Big Blind 9x Hände oder auch seine Monster nicht schon am Turn geraist hätte. Da finde ich seinen Call aber nicht schlechter als ein Raise.

    Fazit. Wir schlagen die 9x Händen, verlieren gegen seine Monster und als Bluff kommt eigentlich nur ein eher seltener Flush Draw in Frage. Wir haben mit unserer Riverbet Stärke gezeigt und ich denke, dass hier nur ein Value-Raise Sinn macht. Er kann nicht davon ausgehen, dass wir hier eine 9 folden. Entscheidend ist hier für mich nicht, dass wir hier auch viele Bluffs haben können, sondern, dass der Big Blind nicht viele Bluffs in seiner Range hat. Unser Stack bleibt bei einem Fold auch völlig intakt. Also Fold.

    6
    5
  6. Hi Kovi,

    preflop hätte ich diese Hand vermutlich auf 450 bis 480 geraist. Den Limp würde ich hier nur gegen einen Spieler versuchen, von dem ich weiß, dass er recht nitty ist.
    Der Limp gefällt mir aus verschiedenen Gründen nicht so gut:
    1. Er ist nicht aggressiv – ich generiere keine FE, aber die Blinds und Antes mitzunehmen wäre hier doch ein gutes Ergebnis.
    2. Ich repräsentiere im Battle of the Blinds kein As, keinen King, hohe Karten oder ein Pocket. Kommen A, K, Q im Flop wirken meine C-Bets unglaubwürdiger.
    3. Ich schränke die Range meines Gegners in keiner Weise ein. Er kann am Flop alles haben und alles treffen. Mit 76s möchte ich doch zumindest erreichen, dass Hände wie T4, J3, 95 o.Ä. preflop folden. Also Hände die mich schlagen, wenn die Overcard trifft. Beispiel: der Flop kommt T72. Ich treffe und spiele mit der C-Bet weiter. Villain wird hier die T ja dann erst einmal nicht folden, selbst wenn er T3off hält.
    4. Villain gibt mir im überwiegenden Teil der Fälle keine starke, sondern eine spekulative Hand. Und das sind eben oft Connectors und suited Karten. Oder auch schwache Asse und kleine Paare. Ich signalisiere, dass ich mich „in die Hand verliebt habe“ und sie gerne spielen bzw. ich den Flop sehen möchte, bevor ich entscheide ob ich weiterspiele. Oft wird auf einen solchen Spielzug hin ein Raise noch gecallt, weil der Limper „unbedingt“ den Flop sehen will. Als Aggressor kann ich solchen Spielern oft mit einem Raise preflop und einer Bet auf dem Flop einige zusätzliche Chips abnehmen.
    5. Ich bin nach dem Flop ooP.
    6. Auf einen Raise (und Call) hin muss ich ein Monster zum Weiterspielen treffen. Dazu benötige ich hohe implied odds. Die realisiere ich eher gegen aggressive Gegner, weniger gegen unauffällige, zurückhaltende Gegner.

    Nach dem Raise hast du für einen Call rund 29% Pot-Odds. Das sieht erst einmal gut aus, aber wie willst du das weiterspielen? In knapp 92% der Fälle enthält der Flop mindestens eine Overcard. Wenn der Gegner in Position auf Flop und Turn feuert, was zahlst du denn mit einem getroffenen Paar Siebener oder Sechser noch?! Dann musst du oft folden, auch wenn du im SD vielleicht gegen Pocket 5er gewonnen hättest.
    Also: ich halte den Call für zumindest grenzwertig wenn nicht gar knapp falsch. Im Cashgame sicher vertretbar, aber im Turnier finde ich den Call nicht gut. Da muss ich nicht jede kleinste +EV-Situation mitnehmen, da sollte ich mich auf weniger, aber dafür klarere +EV-Situationen fokussieren.
    Ach ja, seine Range: aggressiven Spielern traue ich hier beinahe mit any2 das Raise zu. Dem unauffälligen Spieler eher nicht. Ich gebe ihm hier 77+ und Broadway-Kombos in seiner Range sowie natürlich beinahe alle Asse. Vielleicht noch mittlere suited Connectors und mittlere bis gute Könige, insbesondere suited. Letztere werden aber iP gerne gecheckt, ebenso 22-66.

    Play am Flop: mit dem Gutshot und dem Backdraw FD checke ich zum Aggressor hier fast immer. Hinzu kommt, dass er preflop das Raise ausgepackt hat. Ein As ist somit immer in seiner Range. Aus seiner Sicht ist das Board recht trocken, d.h. keine offensichtlich guten Draws sind unterwegs. An sich für ihn ideal für eine C-Bet.
    Gemäß der Fausregel „Kleine Hand – kleiner Pot“ fände ich eine Bet mit einem As korrekt (Hand beenden) aber nach unserem Check auch mit jedem Pocket, einer 9, einer 5 (K5s) und hohen Karten und totalem Mist richtig. Gemäß der Idee von oben, den Pot auf dem Flop klarzumachen, sollte er hier praktisch jedes Mal betten, denn wir würen hier sehr viele Hände gegen aggressives Verhalten folden (müssen).
    Es macht mich schon ein wenig stutzig, dass hier keine Bet kommt. Es riecht nach Slowplay. Das sind alle Sets und A9. TT-KK könnte er versuchen günstig in den Showdown zu bringen und ebenfalls checken. Weil das Board so trocken ist, könnte ich mir auch vorstellen, dass er evtl. auch AK und AQ behind checkt.

    Turn: Die Bet finde ich ganz gut. Hero hat einen Semibluff und kann gut eine 9 repräsentieren. Andererseits macht mich die 9 auch nervös: vorher hätte ich Sets und Two Pair mit einer Straight oder dem Flush geschlagen, nun bin ich in einigen Fällen schon drawing dead. Ich möchte beim Gegner eigentlich nur noch gute Asse oder Trips sehen.
    Da Villain am Flop gecheckt hat, finde ich einen Check als Option somit auch ganz gut, denn die Chancen stehen gut, dass ich günstig zum River komme.
    Villain callt die Bet. Ich stelle mir erstmals die Frage: Wieviel Angst hat Villain vor der neun bei mir?

    River: Auch die Bet ist ok für mich. Ich schlage nun alle Trips und die Asse (insbesondere AK-AQ). Ich repräsentiere erneut die 9.
    Jetzt geht Villain all-in. Er hat SD-Value für Trips und AQ-AK. Die zu pushen wäre weniger gut duchdacht, denn er bekommt nur einen Call, wenn er geschlagen ist.
    Aus meiner sicht hat er keine Angst vor einer neun, geschweige denn einem As. Auch sein langes Überlegen ist auffällig. Wenn er weiß, dass er keine Angst vor einer 9 bei Hero haben muss, dann hat er mindestens eine selber oder AA oder 55.
    Er sieht uns Preflop callen, ooP den Flop checken aber auf Turn und River setzen. Er kann ja gar nicht anders als uns Value zu geben. Und der kann ziemlich hoch sein. Folglich komme ich zu der Überzeugung, dass Villain sehr stark ist.
    Er hat hier aus meiner Sicht zu 90% mindestens ein Fullhouse. Manchmal noch K9. Sonst nichts. Ich sehe hier keinen sinnvollen Bluff. Ich gebe ihm primär A9, 99 oder AA. 88 ist denkbar, wäre aber wohl am Flop mit einer Bet entschieden worden, 55 mit einem Raise auf dem Turn.

    Also fold. Ist natürlich ein doofes Gefühl, wenn man eine spekulative Hand spielt und dann genau sein Monster trifft, am Ende aber doch geschlagen wird.

    Gruß

    der Tyro

    • Hey Tyro,

      hast Du denn Hände, die Du im Small Blind limpen würdest?
      Zweite Frage, wieso würde der BB mit einem Full mit Pocket 55 am Turn raisen (und mit den anderen Fulls nicht)?

      • Na klar. Welche das sind hängen aber vom Gegner, Stacksizes etc. ab. Tendenziell spiele ich aber lieber Hände wie TJ oder 9T als Limp, denn damit spielt es sich mit Top Pair besser als mit 67 und einem getroffenen Top Pair. Es geht mir hier um die mittleren Paare 66-TT die ich mit einem Treffer noch schlagen kann. Bei 67 habe ich gegen 88, 99, TT keine guten Chancen.
        Zur zweiten Frage: ich hatte die 55 noch „nachgeschoben“, weil ich sie etwas schwächer einstufe als die anderen Hände. Das Set 5er kann am River noch durch einige höhere Karten entwertet werden: ein As, eine 9 sind keine guten Karten für 55 und falls der Gegner ein Pocketpair 66-88 hält, gibt es zwei weitere Outs, die das Set 5er entwerten könnten, vor denen sich A9 nicht fürchten muss. D.h. ich würde mit 55 seltener Freecards verteilen, aber auch nicht durchdrehen, weil ich ja den FD und SD noch die Chance geben möchte zu treffen. Mit den anderen Fulls am Turn zu raisen finde ich auch gut, aber dann hauptsächlich for value. 55 tut das zwar auch, aber zusätzlich muss die Hand ein wenig for protection betten.

        Gruß
        Tyro

  7. Die Action preflop sollte in Ordnung gehen, wir könnten da auch raisen aber denke mit unserer Hand ist auch ein Limp/Call vertretbar, ein Fold preflop kommt mit 76s und den gegebenen Stacksizes Blind on Blind meiner Meinung nach nicht in Frage selbst wenn wir raisen und geraist werden (möchten wir kein Reraise zahlen dann limpen wir eben wie auch geschehen). Check am Flop sollte standard sein, da wir dass A nicht wirklich repräsentieren können. Setzt unser Gegner callen wir mit Gutshot und Backdoor-Flushdraw. Unsere Bet am Turn könnte größer sein, eher so 75% Pot, für eine Bet unter 50% Pot foldet da unser Gegner wohl so gut wie nie und callt sicherlich auch noch mit K high und sein Check am Flop deutet auch eher darauf hin dass eine gewisse Showdown-Value hat (mit QJ sollte er am Flop wohl immer setzen da er das A gut repräsentieren kann und sehr wenig Showdown-Value hat). Die Betsize am River finde ich gut. Nachdem Shove am River denke ich unser Gegner hat da fast immer AA 55 99 88 oder A9 und wir können da enstpannt folden auch wenn wir vllt in seltenen Fällen auch mal gegen K9 oder Q9 gewinnen würden. Einen Bluff sehe ich bei unserem Gegner sehr selten und selbst wenn er ab und an blufft bekommen wir keinen ausreichend guten Preis (er müsste ja so in ca. 40% der Fälle bluffen). Finde dass All-In unseres Gegners ziemlich schlecht, weil er da in einem Spot shovt, in dem er eigentlich niemals einen Bluff hat ( wenn er nichts hat dann setzt er wohl einfach am Flop, er könnt vllt ab und an mal eine Hand mit sehr wenig Showdown-Value in einen Bluff umwandeln). Anstatt All-In zugehen sollte man da Stelle unseres Gegners einfach raisen um zumindest ab und an noch Value zu bekommen.

  8. Call. Gegner hat AQ/AJ. Er überlegt am River ob sein Kicker gut genug ist bzw. ob ich Ihn eventuell mit Ak oder Full oder Quad schlagen könnte. Double up! Run it up! GG

    3
    1
  9. Ich löse diesmal erst am Donnerstag (01.11.2018) auf.
    Zukünftig werde ich immer erst 1 Woche nach der Veröffentlichung der Hand auflösen, sprich jeden 2. Mittwoch gibt es eine neue Handanalyse und die Woche drauf am Mittwoch gibt es die Auflösung.

    7
    1
  10. Wir hatten gestern Abend in kleiner Runde eine Diskussion über Timing Tells beim Poker. Und kamen dabei auch kurz auf diese Hand zu sprechen. Es ging bei der Betrachtung wirklich nur darum, zu überlegen, wie der Big Blind agieren würde, wenn er denn doch einen Bluff hat.

    Dabei hingen wir bei folgender Frage fest: Kovi, hat der Big Blind am Turn auch sehr lange für seine Call-Entscheidung gebraucht? Wenn Du das noch sicher beantworten könntest, wäre interessant.

    • Wir kamen zu dem Entschluss, das der Big Blind am Turn mit einem Bluff auf jeden Fall eine längere Zeit zum Nachdenken gebraucht hätte (Vollfische natürlich ausgenommen). Mit z.B. KQ hätte er auf diesem Board auf Idee kommen können, einen Bluff vorzubereiten. Die Überlegung wäre, heraus zu finden, ob man Hero hier aus dem Pot bekommen kann. Und das sollte möglich sein, wenn Hero keine 9 hat. Der Big Blind hätte abwägen müssen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das Hero eine 9 besitzt. Denn hat er sie nicht, kann man ihn sehr wahrscheinlich aus dem Pot drücken. Dazu gehören dann auch die Überlegungen, welche Riverkarten dem Big Blind helfen würden und welche Betsizes sinnvoll sind.

      Da die Riverkarte blankt (tut sich nicht, wir wissen es besser. Aber sie ist in der Regel eine Blank), wäre ein Bluff dann durchziehbar. Nur wäre das sehr lange Überlegen am River dann aber nicht nötig und in diesem Fall ein reiner Showtank. Und wir wären zu der Entscheidung gekommen, dass der Button in dieser Timing Tell Kombination ein Bluff ist.

      Warum?

      Hätte der Big Blind am Turn die entgegengesetzte Überlegung, nämlich den Weg des Herocalls zu gehen (z.B. mit 77), dann hätte er am River mit der „Blank“ einen leichten Call und keinen Grund, hier in den Tank zu gehen!

      Mit einem Monster wäre er am Turn ebenso oft zu einer schnellen Entscheidung kommen können. Nämlich zu der, Hero am River weiter betten zu lassen.

      • Sorry, verschrieben. Ende des 2. Absatzes sollte es heißen:

        „Und wir wären zu der Entscheidung gekommen, dass der Big Blind in dieser Timing Tell Kombination einen Bluff hat“.

        • Ich denke das die Frage Bluff oder nicht ,sich mit der Eingrenzung der Hände die er Pre auf einen Limp raised und dann am Flop behind checkt, der Schlüssel zu dieser Frage ist.

          • Das denke ich auch. Er könnte mit den kleinen Paaren und KQ am Turn auf die Idee kommen. Klar hätte man die am Flop besser anspielen sollen, aber ich erwische mich auch oft dabei, Fehler vom Flop mit „Kreativität“ ab dem Turn wieder gutmachen zu wollen. Und das wäre hier durchaus möglich gewesen und diese Hände wären dann plausibel (kleine Paare würden dann natürlich in einen Bluff verwandelt).

            Aufgrund dessen als Hero einen Call zu finden, wäre natürlich schon etwas crazy, aber eine Überlegung wert.

  11. Für mich sieht das entweder nach einem sehr tricky gespielten Monster oder nach überspielten Trips aus. Alles andere macht wenig Sinn.
    Gespielt hätte ich es genau so, vielleicht die Turnbet ein wenig höher. Ob ich den Fold hinbekomme weiß ich ehrlich gesagt nicht obwohl hier alle Alarmglocken läuten.

  12. Anbei die Auflösung:
    Ich war diesmal der Spieler im BB und ich hatte die Asse ;-) Der Spieler im SB hat sofort meinen Push gecallt.

    Anbei meine Gedanken zu dieser Hand aus der Sicht des Spielers im SB:
    Da Tyros Analyse meine Gedanken spiegeln, kopiere ich hier seine ausführliche Analyse.
    „Hi Kovi,

    preflop hätte ich diese Hand vermutlich auf 450 bis 480 geraist. Den Limp würde ich hier nur gegen einen Spieler versuchen, von dem ich weiß, dass er recht nitty ist.
    Der Limp gefällt mir aus verschiedenen Gründen nicht so gut:
    1. Er ist nicht aggressiv – ich generiere keine FE, aber die Blinds und Antes mitzunehmen wäre hier doch ein gutes Ergebnis.
    2. Ich repräsentiere im Battle of the Blinds kein As, keinen King, hohe Karten oder ein Pocket. Kommen A, K, Q im Flop wirken meine C-Bets unglaubwürdiger.
    3. Ich schränke die Range meines Gegners in keiner Weise ein. Er kann am Flop alles haben und alles treffen. Mit 76s möchte ich doch zumindest erreichen, dass Hände wie T4, J3, 95 o.Ä. preflop folden. Also Hände die mich schlagen, wenn die Overcard trifft. Beispiel: der Flop kommt T72. Ich treffe und spiele mit der C-Bet weiter. Villain wird hier die T ja dann erst einmal nicht folden, selbst wenn er T3off hält.
    4. Villain gibt mir im überwiegenden Teil der Fälle keine starke, sondern eine spekulative Hand. Und das sind eben oft Connectors und suited Karten. Oder auch schwache Asse und kleine Paare. Ich signalisiere, dass ich mich „in die Hand verliebt habe“ und sie gerne spielen bzw. ich den Flop sehen möchte, bevor ich entscheide ob ich weiterspiele. Oft wird auf einen solchen Spielzug hin ein Raise noch gecallt, weil der Limper „unbedingt“ den Flop sehen will. Als Aggressor kann ich solchen Spielern oft mit einem Raise preflop und einer Bet auf dem Flop einige zusätzliche Chips abnehmen.
    5. Ich bin nach dem Flop ooP.
    6. Auf einen Raise (und Call) hin muss ich ein Monster zum Weiterspielen treffen. Dazu benötige ich hohe implied odds. Die realisiere ich eher gegen aggressive Gegner, weniger gegen unauffällige, zurückhaltende Gegner.

    Nach dem Raise hast du für einen Call rund 29% Pot-Odds. Das sieht erst einmal gut aus, aber wie willst du das weiterspielen? In knapp 92% der Fälle enthält der Flop mindestens eine Overcard. Wenn der Gegner in Position auf Flop und Turn feuert, was zahlst du denn mit einem getroffenen Paar Siebener oder Sechser noch?! Dann musst du oft folden, auch wenn du im SD vielleicht gegen Pocket 5er gewonnen hättest.
    Also: ich halte den Call für zumindest grenzwertig wenn nicht gar knapp falsch. Im Cashgame sicher vertretbar, aber im Turnier finde ich den Call nicht gut. Da muss ich nicht jede kleinste +EV-Situation mitnehmen, da sollte ich mich auf weniger, aber dafür klarere +EV-Situationen fokussieren.
    Ach ja, seine Range: aggressiven Spielern traue ich hier beinahe mit any2 das Raise zu. Dem unauffälligen Spieler eher nicht. Ich gebe ihm hier 77+ und Broadway-Kombos in seiner Range sowie natürlich beinahe alle Asse. Vielleicht noch mittlere suited Connectors und mittlere bis gute Könige, insbesondere suited. Letztere werden aber iP gerne gecheckt, ebenso 22-66.

    Play am Flop: mit dem Gutshot und dem Backdraw FD checke ich zum Aggressor hier fast immer. Hinzu kommt, dass er preflop das Raise ausgepackt hat. Ein As ist somit immer in seiner Range. Aus seiner Sicht ist das Board recht trocken, d.h. keine offensichtlich guten Draws sind unterwegs. An sich für ihn ideal für eine C-Bet.
    Gemäß der Fausregel „Kleine Hand – kleiner Pot“ fände ich eine Bet mit einem As korrekt (Hand beenden) aber nach unserem Check auch mit jedem Pocket, einer 9, einer 5 (K5s) und hohen Karten und totalem Mist richtig. Gemäß der Idee von oben, den Pot auf dem Flop klarzumachen, sollte er hier praktisch jedes Mal betten, denn wir würen hier sehr viele Hände gegen aggressives Verhalten folden (müssen).
    Es macht mich schon ein wenig stutzig, dass hier keine Bet kommt. Es riecht nach Slowplay. Das sind alle Sets und A9. TT-KK könnte er versuchen günstig in den Showdown zu bringen und ebenfalls checken. Weil das Board so trocken ist, könnte ich mir auch vorstellen, dass er evtl. auch AK und AQ behind checkt.

    Turn: Die Bet finde ich ganz gut. Hero hat einen Semibluff und kann gut eine 9 repräsentieren. Andererseits macht mich die 9 auch nervös: vorher hätte ich Sets und Two Pair mit einer Straight oder dem Flush geschlagen, nun bin ich in einigen Fällen schon drawing dead. Ich möchte beim Gegner eigentlich nur noch gute Asse oder Trips sehen.
    Da Villain am Flop gecheckt hat, finde ich einen Check als Option somit auch ganz gut, denn die Chancen stehen gut, dass ich günstig zum River komme.
    Villain callt die Bet. Ich stelle mir erstmals die Frage: Wieviel Angst hat Villain vor der neun bei mir?

    River: Auch die Bet ist ok für mich. Ich schlage nun alle Trips und die Asse (insbesondere AK-AQ). Ich repräsentiere erneut die 9.
    Jetzt geht Villain all-in. Er hat SD-Value für Trips und AQ-AK. Die zu pushen wäre weniger gut duchdacht, denn er bekommt nur einen Call, wenn er geschlagen ist.
    Aus meiner sicht hat er keine Angst vor einer neun, geschweige denn einem As. Auch sein langes Überlegen ist auffällig. Wenn er weiß, dass er keine Angst vor einer 9 bei Hero haben muss, dann hat er mindestens eine selber oder AA oder 55.
    Er sieht uns Preflop callen, ooP den Flop checken aber auf Turn und River setzen. Er kann ja gar nicht anders als uns Value zu geben. Und der kann ziemlich hoch sein. Folglich komme ich zu der Überzeugung, dass Villain sehr stark ist.
    Er hat hier aus meiner Sicht zu 90% mindestens ein Fullhouse. Manchmal noch K9. Sonst nichts. Ich sehe hier keinen sinnvollen Bluff. Ich gebe ihm primär A9, 99 oder AA. 88 ist denkbar, wäre aber wohl am Flop mit einer Bet entschieden worden, 55 mit einem Raise auf dem Turn.

    Also fold. Ist natürlich ein doofes Gefühl, wenn man eine spekulative Hand spielt und dann genau sein Monster trifft, am Ende aber doch geschlagen wird.

    Gruß

    der Tyro“

    Anbei meine Gedanken aus der Sicht der Spielers im BB:
    Preflop:
    Raise ich immer mit den Aces nach dem Limp vom Spieler im SB.

    Flop:
    Ich checke behind, weil ich die Nuts habe und der Spieler im SB hat selten etwas.

    Turn:
    Ich calle nur mit dem Nutfull, da ich hoffe, dass der Spieler am River weiterbettet.

    River:
    Der Gegner zeigt wieder Stärke und nun gehe ich auf das Ganze. Wenn er wirklich die Straight oder Trips hat, dann wird es kein leichter Fold für ihn. Wenn er blufft oder nur eine schwache Hand hat, dann wird er natürlich folden, allerdings bekommt er keine Info von meiner Hand und ich bleibe unberechenbar für ihn ;-)

  13. Hallo seti und tyro, danke für eure netten Worte, aber anders als andere stehe ich zu meinem Beschluss, wenn ich ihn öffentlich formuliere. Bf hat einmal zu viel über die Stränge geschlagen. Sollte er sich hier bei mir entschuldigen und seine Fehler zugeben, bin ich gerne bereit, das kriegsbeil zu begraben, aber das muss von ihm kommen und nicht von anderen. Zu dieser Hand vielleicht noch. Es ist gar keine handanalyse notwendig. Wenn jemand gegen mich in der turmierphase bei den Stacks dermassen overpusht auf einem paired Board, ist das gegen einen bis dato unauffälligen Gegner ein snapfold. Er müsste hier jedes zweite mal bluffen, bzw. die schlechtere Hand pushen und davon gehe ich nicht aus. Euch weiterhin viel Glück an den tischen.

    • Hallo phillo283,

      ich kann deine Beweggründe natürlich verstehen. Vielleicht magst du deine Entscheidung trotzdem überdenken. Eine Entschuldigung würde echte Größe bedeuten, ich fände es aber richtiger die Entscheidung von wichtigeren Faktoren abhängig zu machen.

      Nevertheless falls du in Kontakt bleiben möchtest:
      https://www.pokerfirma.com/Pokerforum/topic/kontakt

      PS: Ich schulde dir noch ein Bier und ab und zu bin ich in Berlin :-)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT