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Streitfrage Hendon Mob – Unheil oder Segen für die Pokercommunity

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Das jüngste Finanzurteil in Deutschland sorgt wieder für Aufregung in der Community. Nach Eddy Scharf und einigen weiteren Verurteilungen von Pokerspielern ist es nur verständlich, dass die Pokercommunity in heller Aufruhr ist. Ein Diskussionspunkt ist dabei der Hendon Mob geworden, der von vielen als Grundübel angesehen wird.

hendonmob_logoImmer mehr Spieler bevorzugen bei den Liveturnieren die anonyme Teilnahme. Der Fiskus macht Aktion scharf und auch in Österreich beginnen die Finanzbehörden aktiv zu werden, obwohl eigentlich die Verordnung in Sachen Besteuerung von Pokergewinnen vom Tisch ist. Große Turnierserien wie WSOP, EPT (oder PokerStars) und WPT erlauben keine anonyme Teilnahme, weil sie die Events natürlich auch als Werbe- und Medienveranstaltungen sehen. Es gäbe keinen Pokerboom, hätten sich die Pokermedien in den letzten zehn Jahren so etabliert.

Der Hendon Mob, nun mit dem Global Poker Index verknüpft, ist für viele zentrale Informationsquelle. Sei es für bevorstehende Veranstaltungen, aber auch für Ergebnisse. Und mittlerweile ist die umfassende Datenbank die beste Quelle für den Fiskus. Die Top Money Liste der einzelnen Nationen wird beinhart durchgegangen und manch einer hat schon eine böse Überraschung erlebt. Taucht man nicht im Hendon Mob auf, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dem Radar der Steuerbehörden zu entkommen. Wie eine private Webseite als zuverlässige Quelle von Einnahmen verwendet werden kann, steht auf einem anderen Papier. Aber wie schon das Urteil gegen Eddy Scharf gezeigt hat, ist die Argumentation gegen die Verlässlichkeit der Datenbank nicht effektiv.

Die Aktivitäten der Steuerbehörden bringen nun auch die Diskussion mit sich, dass die einen unbedingt in den Hendon Mob wollen, weil sie gerne ihre Ergebnisse vorweisen möchten, andere aber auf keinen Fall ihren Namen in der Datenbank wiederfinden wollen. Die Casinos sind zum Teil in der Zwickmühle, denn sie brauchen natürlich auch die Berichterstattung über ihre Events, aber auch die Spieler, denn sonst gibt es nichts zu berichten. Bei immer mehr Spielbanken kommt nun die Frage auf – soll an den Hendon Mob gemeldet werden oder nicht. Wir möchten Euch fragen und werden den Spielbanken dann natürlich eine entsprechende Empfehlung weitergeben.

9 KOMMENTARE

  1. Fakt ist, ohne Spieler kein Geschäft. Deshalb gehört dessen Schutz vor der Willkür der Behörden an 1.Stelle. Das Grundproblem ist, dass auf HM jeder Spieler ein Gewinner ist, was aber an Realitätsferne nicht zu überbieten ist. Selbst Spieler mit 6-stelligen Erträgen werden in der Masse nach Abzug aller Aufwendungen und vergeblichen (!!!!) Turnierteilnahmen, die nirgendwo gelistet sind, bestenfalls um die Nulllinie pendeln. Ausnahmen bestätigen hier die Regel, aber der Fiskus packt alle in einen Sack und schlägt drauf. Von der dahinter steckenden Doppelmoral will ich gar nicht anfangen, die ist noch viel übler als alles andere.

  2. Wir als Spieler sollten entscheiden können. Ich persönlich vermisse im Casino gefragt zu werden ob ich anonym oder nicht anonym spielen will. Wer unbedingt medial Auftauchen möchte dem soll die Chance natürlich auch nicht genommen werden.

  3. Ich habe einmal Thehebdonmob to remove an entry of a poker location played, because I’m running also a company in this country and I will get issues with that.
    Answer from Thehebdonmob: This is our platform, my request is fully illegal as I signed a paper when participating the tournament (which is not true at all). If you have an issue now, you should not played in this country. If you want to go by law we are safe. We won a lot of lawyers attacks !

  4. Was ist das für eine sinnbefreite Diskussion?
    Einfach Steuern zahlen, wie es Millionen andere auch machen! Wieso soll man Steuerhinterzieher unterstützen?
    Jeder Unternehmer und Freiberufler muss sich vor dem Fiskus erklären, warum nicht im Pokerbusiness?
    Wer steuerpflichtig soll seine Steuerschuld begleichen. Dass bürokratischer Aufwand damit zusammenhängt, wie Dokumentation von Kosten etc, liegt in der Natur der Sache.
    Darüber zu jammern- einfach nur langweilig…

  5. Ich spiele seit Jahren in der Spielbank Berlin nicht anonym. Als ich dann bei den letzten größeren Turnieren (Triple A) den Floorman gefragt hatte, ob ich bitte unter einem Nickname spielen könnte, hatte mich dieser dumm angemacht und gesagt „Nein das wollen wir nicht mehr“. Er hatte mich direkt abgewiesen. Seit dem hatte ich mich nicht mehr getraut zu fragen.

  6. Casinos in Deutschland dürfen rein rechtlich gesehen den Namen eines Besuchers gar nicht veröffentlichen und machen sich sogar strafbar mit der Veröffentlichung von Namen der Besucher. Dies sollte jeder Floor oder besser Casinobetreiber wissen. Eine Unterschrift vor einem Turnier das einer Veröffentlichung zugestimmt wird ist nicht rechtens und muss auch nicht gemacht werden bzw kann sogar zur Anzeige gebracht werden.
    Ob Pokerstars oder WSOP damit nicht einverstanden sind spielt da keine Rolle, wie gesagt die Casino Verantwortlichen sollten das wissen.

  7. Bitte versuchen Sie über Anwälte zu erreichen, dass nur der angeblich mathematische Vorteil des Profis auf das Spielerfeld besteuert werden darf. Beispiel buy in ist 5000,-. Vorteil 10% bedeutet Steuerpflicht auf 500 Euro. Faire Lösung wenn der Spieler lediglich wenige Turniere spielte. Zumal per Definition sämtliche Teilnehmer , die so ein hohes buy in zahlen, ja Profis sind

  8. Horst du spielst Poker und du steuerst eine Summe bei wie viele andere auch und das ist auch der Grund das es einem floorman gibt. Da ist Inbegriffen das du dir alles trauen kannst was niemanden seelisch oder körperlich verletzt. In dem Sinne quatsch ihn voll ;-)

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