- Keine Casino-Legalisierung: Der thailändische Senat lehnt Glücksspielgesetz trotz Poker-Boom und WPT-Event ab.
- Politischer Widerstand: Premierminister Anutin Charnvirakul stoppt Reformpläne, Sorge vor sozialen Folgen überwiegt.
- Studiengruppe geplant: Debatte geht weiter, Alternativen wie Online-Gaming und Entertainment-Zonen im Gespräch.
Die Hoffnung auf eine Legalisierung von Casinos in Thailand ist vorerst geplatzt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, eingebracht von der früheren Premierministerin Paetongtarn Shinawatra, wurde Anfang dieser Woche vom Senat abgelehnt.

Damit steht das ambitionierte Projekt eines integrierten Casino-Resorts genauso auf der Kippe wie die begleitenden Maßnahmen zur Reform des Glücksspielsektors, zu denen unter anderem die Anerkennung von Pokerturnieren als Sportereignisse zählte. Insbesondere Letzteres hatte in der Poker-Community für Aufsehen gesorgt, als kürzlich ein WPT Prime Event in Thailand stattfand.
Widerstand aus Regierung und Gesellschaft
Der Hauptgegner der Legalisierung ist Thailands neuer Premierminister Anutin Charnvirakul, der erst vor wenigen Wochen vereidigt wurde. Als erklärter Kritiker des Glücksspiels betrachtet er den Bau staatlich lizenzierter Casinos als gesellschaftspolitisches Risiko.
In der Debatte vor der Abstimmung äußerten zahlreiche Senatoren Bedenken hinsichtlich Geldwäsche, Spielsucht und sozialer Ungleichheit. „Das Casino ist nicht Nebenschauplatz, es ist der Kern des Antrags“, betonte Senator Chinachot Saengsang. Die Initiative zur Legalisierung sei ein zu starkes Signal in eine Richtung, die das Vertrauen in langfristige Regierungsarbeit untergraben könne.
Tourismus und Jobs vs. soziale Risiken
Shinawatra hatte das Gesetzespaket ursprünglich als wirtschaftspolitischen Hebel positioniert. Neben einem erwarteten Anstieg des Tourismus verwies sie auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Möglichkeit zusätzlicher Steuereinnahmen. „Die Legalisierung schützt die Öffentlichkeit und steigert gleichzeitig die Staatseinnahmen“, lautete ihr Argument.
Doch die Mehrheit im Senat sah das anders. Einige Stimmen forderten immerhin, das Thema nicht vollständig zu beerdigen, sondern einen neuen Studienausschuss ins Leben zu rufen. Dieser könnte Alternativen wie reine Entertainment-Komplexe ohne Glücksspiel, speziell ausgewiesene Casino-Zonen oder sogar reguliertes Online-Gaming und Online-Poker untersuchen. Ein Hoffnungsschimmer für langfristige Veränderungen bleibt den Befürwortern also.
Poker bleibt Ausnahme, Glücksspiel bleibt illegal
Während klassische Glücksspiele weiterhin verboten bleiben, hat die Debatte über Poker in den letzten Monaten zu einem Paradigmenwechsel geführt. Durch die sportliche Repositionierung des Kartenspiels war es überhaupt erst möglich geworden, ein WPT-Event im Land abzuhalten.
Trotzdem ist der Grat schmal. Kritiker wie Senator Sitthikorn Thongyos warnen davor, dass die Regierung mit solchen Ausnahmen bereits gefährlich nah an einer umfassenden Legalisierung des Glücksspiels operiere.
Besonders scharf kritisierte er auch die staatlich geförderten Renten-Lotterien, die aus seiner Sicht das moralische Fundament der Glücksspielregulierung untergraben. Für ihn markieren solche Maßnahmen einen Kurswechsel, der das Land schleichend in Richtung einer kompletten Öffnung führen könnte.
Fakt ist: Während Casinos in Nachbarländern wie Kambodscha, Laos oder Malaysia boomen, bleibt Glücksspiel in Thailand, mit Ausnahme von Pferderennen und staatlicher Lotterie, weiterhin offiziell illegal.