- Ehemaliges Casino: Riesige Cannabisfarm in einstigem Pokerpalast entdeckt
- Professionelle Ausrüstung: Bewässerung, Lichtsysteme und Sicherheitsmaßnahmen auf Industrieniveau
- Organisierte Kriminalität: Polizei will gesamtes Netzwerk hinter der Plantage zerschlagen
Was früher als Aspers Casino Pokerspieler aus dem ganzen Vereinigten Königreich anzog, wurde nun zum Schauplatz eines der größten Cannabisfunde in der Geschichte Northamptonshires.

Am Donnerstag, dem 30. Oktober 2025, durchsuchten Polizeikräfte das seit 2024 geschlossene Gebäude in Northampton und stießen auf eine riesige, professionell betriebene Indoor-Plantage mit über 7.000 Cannabispflanzen. Das Ausmaß der Operation schockierte selbst erfahrene Einsatzkräfte.
Ein 36-jähriger Mann, Mantas Pipiras, wurde vor Ort festgenommen. Ihm wird die Produktion illegaler Drogen sowie Beteiligung an organisierter Kriminalität vorgeworfen.
Zugang nur mit Gewalt möglich
Die Ermittlungen begannen nach Hinweisen aus der Bevölkerung. Ungewöhnliche Lichtverhältnisse bei Nacht, auffälliger Geruch und Lieferwagenverkehr weckten demnach das Misstrauen.
Bei der Durchsuchung mussten Spezialeinheiten zum Einsatz kommen, denn die Täter hatten das Gebäude mit Stahlverstärkungen, verbarrikadierten Türen und Sicherheitskameras nahezu uneinnehmbar gemacht. Laut Polizeichefin Nicola Davis-Lyons sei der Zugang „nicht einfach“ gewesen.
Hinter der improvisierten Festung offenbarte sich den Polizisten dann ein Hightech-Komplex mit automatischer Bewässerung, Lüftungssystemen und hunderten Lichtpanelen, alles ausgelegt auf maximale Ernteerträge.
Glücksspiel adé: Cannabis statt Karten in Northampton
Das 2007 eröffnete Aspers Casino galt lange als beliebte Adresse für Live-Poker, Slotgames und Turniere. Infolge der Pandemie musste der Betrieb allerdings eingestellt werden. Nach mehreren Besitzerwechseln stand das Gebäude leer, Strom und Wasser waren jedoch weiterhin verfügbar.
Die Täter nutzten die 3.000 Quadratmeter mitten in der Innenstadt, um diskret Millionenwerte zu erwirtschaften. Drei bis fünf Millionen Pfund Jahresertrag seien bei bis zu drei Ernten im Jahr laut Polizei möglich gewesen. Dass jahrelang tausende Menschen achtlos an diesem Ort vorbeiliefen, beschreibt Davis-Lyons als „ziemlich dreist“.
Organisiertes Verbrechen im Fokus
Die Behörden gehen von einer gut vernetzten kriminellen Gruppierung aus, die mit großer Professionalität und erheblichen finanziellen Mitteln agierte. Beunruhigend sei, dass solche Netzwerke häufig gefährdete Personen unter Zwang einsetzen. „Es geht nicht nur um Pflanzen, es geht um Ausbeutung, Gewalt und organisierte Strukturen“, so Davis-Lyons.
Noch ist unklar, wie viele Personen in die Operation involviert waren. Die Polizei wird nun für rund sieben Tage im Einsatz sein, um die Plantage zu demontieren und das Gebäude zu sichern. Ziel sei es, die gesamte Organisation zu zerschlagen.