Kolumnen

„Unverhüllte“ Rück-, Ein- und Ausblicke von Hermann Pascha

Regelrecht verflogen scheint das vergangene Jahr zu sein. Jährliche Rituale, wie jenes am heutigen Hl. Dreikönigstag, an dem ich seit Jahren zur Vierschanzentournee nach Bischofshofen fahre, machen mir dies so richtig bewusst. Es scheint wie gestern, dass ich im Jahr 2013 das Skispringen erkältungsbedingt zu Hause vorm Fernseher verfolgt habe. Und doch ist so viel passiert.

hermann_paschaDas Jahr 2013 war für mich ein sehr intensives, in das ich bereits mit der Einstellung „13 ist meine Bockzahl, das wird mein Jahr“ gegangen bin. Vielleicht war es die „Self fulfilling Prophecy“, denn bis aufs Pokern war es das dann auch. Aber wie sagt man so schön „das Glück ist ein Vogerl“. Und dieses ist kurz vor Silvester auch pokertechnisch gesehen wieder bei mir gelandet. Bis dahin konnte ich machen was ich wollte – große Pötte waren zu Hauf da, warteten nur darauf einkassiert zu werden, allerdings niemals von mir. Sich fast ein ganzes Jahr lang immer klein-klein wenigstens dahingehend wieder aufzubauen, dass man aus dem Minus kommt, und sich immer wieder zu motivieren, ist schon eine lange Durststrecke, auf der sogar mir oft das Lachen vergangen ist.

An manche Situationen, wie etwa meine Pechsträhne bei der German High Roller-Aufzeichnung in Velden, mag ich mich gar nicht mehr erinnern. Da hilft es auch nichts, mir die positiven Dinge, wie die top Location des Wörthersees, die netten Leute und dergleichen in Erinnerung zu rufen. Aber vorbei ist vorbei, was bleibt, ist die Hoffnung, dass die jetzige Glückssträhne, die wie gesagt in den letzten Tagen vor Silvester begonnen hat, und damit dem Jahr 2013 zugerechnet werden darf, wenigstens so lange hält, dass sie den Namen „Strähne“ verdient … Und wer weiß, eventuell gibt es ja dann doch noch eine Staffel German High Roller mit mir. Die Dezember-Aufzeichnung habe ich jedoch nicht mangels fehlendem Pokerglück abgesagt, sondern weil mir das Spiel dort einfach zu hoch geworden ist. Natürlich heißt die Serie „High Roller“, aber bis vor kurzem wurde dort noch mit Auflagen gespielt, die ich mir zu diesem – für mich schon ganz besonderen – Anlass geleistet habe. Jetzt wird mit Einsätzen gespielt, die einfach nicht zu mir passen. Aber eventuell ändert sich ja auch dies wieder und ich bekomme noch einmal die Gelegenheit mitzuspielen.

unverhuelltDoch auch beim Pokern gab es bereits während des Jahres ein Highlight für mich: Pascha Poker wurde in Salzburg wieder eröffnet. Und seit dem habe ich bei uns im Pascha Salzburg, wo ich ja auch lebe, sozusagen wieder ein Wohnzimmer ganz nach meinem Geschmack, in dem täglich nett gepokert wird und der Schmäh läuft. In Erinnerung wird mir das vergangene Jahr aber vor allem deswegen bleiben, weil mein Buch – eine Melange aus Biografie, persönlichen Einblicken und Erzählungen – veröffentlicht worden ist. Es war ein langer, arbeitsintensiver Weg, bis es im Dezember endlich so weit war und „Hermann Pascha Unverhüllt“ im Handel landete. Aber ich denke, der Aufwand hat sich gelohnt und das Buch, dessen Reinerlös 1:1 an Menschen in Not geht, kann sich sehen lassen. Mitgenommen habe ich mir bei diesem Projekt nicht nur den Respekt für Leute, die ein Buch schreiben (ich hatte mir eigentlich noch nie darüber groß Gedanken gemacht, welch Fleiß hinter so einem Buch steht), sondern auch die Erkenntnis, dass die Arbeit wieder mal nicht damit getan ist und das gute Stück auch „an den Mann“ gebracht werden will. Und das ist gar nicht so einfach. Natürlich haben die meisten Menschen den Anstand, sich das Buch zu kaufen, bevor sie sich mit mir an den Pokertisch setzen. Aber dies ergibt natürlich lediglich eine überschaubare Zahl an verkauften Büchern. Wobei ich nicht meckern darf: Das Buch war bereits bevor es erschienen ist, ganz gut verkauft. An dieser Stelle auch ein großes Danke an alle, die dazu beigetagen haben. Aber es kann halt immer mehr und besser sein.

Deswegen werde ich im Jahr 2014 mein Augenmerk vor allem darauf legen, das Buch zu promoten. Denn auch hier ist es wie überall im Leben: Stillstand ist Rückschritt, und den kann man sich heutzutage wirklich nicht mehr leisten. In diesem Sinne darf ich allen ein erfolgreiches, gesundes, glückliches und vor allem auch zufriedenes 2014 wünschen und mich mit einem „Gehen wir es an“ darauf freuen, den einen oder anderen wieder am Pokertisch zu sehen.

Hermann Pascha


4 Comments
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werner
8 Jahre zuvor

edit – warum müssen solche Beleidigungen sein?

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FluxxG
8 Jahre zuvor

edit – nein geht nicht Persönlich finde ich Hr. Pascha herzerfrischend offen. Man muss nicht immer der selben Meinung sein, aber er ist eine Bereicherung für die Szene. Weiter so.

huber
8 Jahre zuvor

der Pascha mag ein „herzerfrischend offener Typ“ sein, aber eine Bereicherung für die Szene ?
na ja … ich möchte nicht als Pokerspieler mit ihm
in den selben Topf geworfen werden.
Wirklich nicht !!!!!

malm
8 Jahre zuvor

Ich finde es absolut richtig, beleidigende Kommentare zu löschen. Ich schätze diese Seite auch, weil man hier im Gegensatz zu „Runtergepokert“ noch ein gewisses Niveau, eben auch in Kommentaren findet. Eines muss ich jedoch hier anmerken.

Früher war es der gute Herr Pascha, den die sogenannten high-roller als den Fisch sahen und regelmäßig abzogen. Nicht nur am TV-Tisch! Da waren seine zehntausend, zwanzigtausend, dreißigtausend noch genug. Er war dementsprechenden auch beliebt 😉
Heute hat man den „Wal“ Leon gefunden und es geht um hunderttausende! Es macht auch keinen spaß mehr der geldhungrigen Meute beim warten auf gute Spots gegen den Wal zuzusehen. Ich wäre viel mehr daran interessiert sie gegeneinander spielen zu sehen. Ich brauche keine 200-300k Pötte! Dafür vielleicht etwas mehr Metagame und levelling!

So entwickeln sich aber cash-game Runden. In meiner privaten Runde ist es ja genauso. Man ist als guter Spieler ständig auf der Suche nach neuen Fischen.

CU at the tables