Die flächendeckende Legalisierung von iGaming in den USA wird weiter vorangetrieben. Der Bundesstaat Illinois startet einen neuen Anlauf zur Legalisierung von Online-Glücksspielen, einschließlich Online-Poker.
Zwei Gesetzentwürfe, House Bill 3080 und Senate Bill 1963, wurden von den Abgeordneten Edgar González Jr. und Cristina Castro eingebracht. Diese sollen einen sogenannten Internet Gaming Act schaffen und Online-Casinos sowie Pokerplattformen unter bestimmten Bedingungen legalisieren.
Ziel ist es, zusätzliche Steuereinnahmen für den Staat zu generieren, der sich 2026 mit einem Haushaltsdefizit von drei Milliarden Dollar konfrontiert sieht. Auch Gouverneur JB Pritzker zeigte sich offen für die Einführung von iGaming und bezeichnete die Idee als “eine Überlegung wert”.
Poker-Spieler-Pooling und Lizenzregelungen
Die geplante Gesetzgebung würde es bestimmten Anbietern ermöglichen, Online-Poker-Räume und andere iGaming-Angebote in Illinois zu betreiben. Allerdings gibt es klare Bedingungen für die Vergabe von Lizenzen:
- Wer darf eine Lizenz erhalten? Nur landbasierte Casinos oder Rennstrecken, die bereits in Illinois operieren, dürfen eine Lizenz für Online-Glücksspiel beantragen. Jedes dieser Unternehmen kann maximal drei separate Online-Plattformen („Skins“) betreiben.
- Kosten der Lizenz: Betreiber, die eine Lizenz erwerben möchten, müssen eine Einmalgebühr von 250.000 USD zahlen. Für die Verlängerung der Lizenz ist eine zusätzliche Gebühr von 100.000 USD fällig.
- Steuern und Abgaben: Die Nettoeinnahmen aus iGaming-Angeboten werden mit 25 % besteuert. Allerdings dürfen Anbieter bestimmte Promotions und Gratisangebote begrenzt von ihren steuerpflichtigen Einnahmen abziehen.
Mit diesen Regelungen will Illinois sowohl den staatlichen Gewinn aus Online-Glücksspielen maximieren als auch sicherstellen, dass bestehende landbasierte Casinos nicht benachteiligt werden.
Für Pokerspieler in Illinois ist aber ein Punkt besonders interessant: Das Multi-State Internet Gaming Agreement (MSIGA) könnte es ermöglichen, Online-Poker-Spieler aus dem nördlichen Bundesstaat mit anderen regulierten Märkten in den USA zu vernetzen.
Sorge vor Kannibalisierung des Casino-Marktes
Ein Punkt, der der Legalisierung noch in die Quere kommen könnte, ist eine mögliche Kannibalisierung der landbasierten Casinos durch die neuen Online-Angebote. Illinois ist mit 16 stationären Casinos ein bedeutender Glücksspielmarkt – und Betreiber wie Bally’s Chicago äußerten bereits Bedenken.
Um diesen Bedenken entgegenzuwirken, enthält der Gesetzesentwurf eine Klausel, die Unternehmen von der Lizenzvergabe oder -verlängerung ausschließt, falls sie seit 2020 mehr als 25 % ihrer Belegschaft abgebaut haben. Diese Regelung soll sicherstellen, dass Online-Casinos nicht auf Kosten traditioneller Spielstätten wachsen.
Günstige politische Ausgangslage für die Reform
Frühere Versuche zur Legalisierung von iGaming Illinois scheiterten zwar, doch 2025 könnten die Chancen besser stehen. Neben der Unterstützung durch den Gouverneur erhöht die angespannte Haushaltslage in dem Staat den Druck, neue Einnahmequellen zu erschließen.
Sollte die Gesetzgebung verabschiedet werden, könnten die ersten Online-Poker-Plattformen und Casinos bereits 2026 an den Start gehen. Mit einer Bevölkerung von über 12 Millionen Menschen könnte sich Illinois zu einem der größten regulierten Online-Glücksspielmärkte in den USA entwickeln.
