Die Wahl des richtigen Hotels ist für die Erfüllung der erträumten Urlaubsphantasien immer ein wichtiger Faktor. Nirgendwo fällt die Entscheidung allerdings so sehr ins Gewicht, wie in Las Vegas. Hier ist das so eine Grundsatzgeschichte. Mit Casino oder ohne, mit Pokerbereich oder ohne, mit Kitsch, mit viel Kitsch, mit sehr viel Kitsch. Jedes Hotel ist ein eigener kleiner Mikrokosmos, eine Subkultur, eine kleine Stadt, ein Vergnügungspark, den man stunden-, ja tagelang erkunden kann. Und jedes Hotel ist groß, unglaublich groß.
Das Aria bildet diesbezüglich keine Ausnahme. In einigen anderen Dingen, ist es jedoch im Vergleich zu den vegas-typischen Hotels ein echter Kontrapunkt. Ende 2009 eröffnet, erhielt das Hotel noch im selben Jahr den LEED-Preis (Anm: Leadership in Energy and Environmental Design ) als größtes Gebäude der USA mit den umweltfreundlichsten Standards verliehen. Man legt enorm großen Wert auf die Reduzierung von Energie. Hier nennt man die Zimmer nicht einfach „Rooms“ sondern „Smart Rooms“. Ein vergessene Lichtquelle schaltet sich automatisch nach einer gewissen Zeit aus, so der Gast sich nicht im Zimmer befindet, die Temperatur wird automatisch geregelt. Ein amerikanisches Technik-Magazin nannte das Aria „the most technologically advanced hotel ever built.“ Für umweltbewusste Menschen also wohl die erste Wahl in Las Vegas. Allerdings sollte einem die Phrase „größtes Gebäude der USA mit den umweltfreundlichsten Standards“ auf jeden Fall zu denken geben, vor allem, wenn man nicht besonders gerne zu Fuss unterwegs ist. Man kann sich wohl ausmalen, wie groß dieser Komplex im Land der Superlative sein muss: die beiden Türme des Hotels, einmal mit 61 und einmal mit 51 Stockwerken ausgestattet, beherbergen 4.004 Zimmer und 568 Suiten.
Ein ständiger Bewohner des Aria, zumindest während seiner Aufenthalte in Las Vegas, ist Phil Hellmuth. Offensichtlich gefällt im das moderne Gebäude, dessen Architektur keinen Zweifel daran lässt, dass man im 21. Jahrhundert angekommen ist. Viel Glas, das Spiel mit dem Licht und eine Menge Holz bilden die Grundpfeiler der Ausstattung. Dabei ist man für Vegas’sche Verhältnisse überraschend dezent. Doch ganz traut man sich nicht auf den Flair der „good old days“ zu verzichten. Mit der „Viva Elvis“-Show des Cirque du Soleil wird seit 2010 dem „King of Rock ’n‘ Roll“ im Elvis-Theater des Aria Tribut gezollt. Die Show läuft allerdings nur noch bis Mitte August und wird dann, aufgrund der schlechten Besucherzahlen, durch die Rock Oper „Zarkana“ ersetzt.
Ein eigener Elvis-Fan Shop und eine Elvis-Büste im Casino gemahnen ebenfalls an die großen Erfolge des „King“ in der Wüstenstadt. Und auch rund um den Pokerraum frönt man dem Kitsch. Goldene, ineinander verschlungene Spielkarten bilden Pfeiler und Sichtschutz der Pokerabteilung. Dort stehen den Spielern 24 Pokertische zur Verfügung. Täglich werden Turniere gespielt, Cashgame wird in den Varianten No Limit Hold’em, Limit Hold’em, Pot Limit Omaha und Mix Game geboten. Die Blinds beginnen bei 1/3 und gehen rauf bis 300/600 im Mix Game, das in der HighStaker-Area, dem „Ivey’s Room“, gespielt wird. Oft trifft man dort Größen der internationalen Pokerszene und mitunter sollen die Blinds noch um einiges höher liegen. Immer wieder wird der Arias Pokerroom sowohl von Amateuren als auch von Profis als der Beste in Las Vegas bezeichnet.
Wem ausnahmsweise einmal nicht so nach Poker zumute ist, dem stehen im Aria zahlreiche Glücksspiel-Verlockungen zu Verfügung. 14.000 Quadratmeter der Hotelfläche sind allein den Automaten, Blackjack- und Roulettetischen gewidmet. Zusätzlich warten 16 Restaurants, darunter das erste Thai-Restaurant der Stadt, das Lemongrass, sowie 10 Bars und Lounges auf die unterhaltungsuchenden Gäste. Und weil Vegas nicht nur für die Vielfalt der gebotenen Spielen und gastronomischen Möglichkeiten bekannt ist, sondern auch für das unglaubliche Shoppingangebot, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass dem Aria direkt angeschlossen die „Crystals Luxury Shopping Mal“ zu finden ist. Sie wird ihrem Namen mehr als gerecht. Luxus ist in Las Vegas kein leeres Versprechen. Gucci, Fendi, Dolce&Gabana, Dior, Cartier, Tiffany’s, Stella McCartney und Louis Vuitton sind nur einige der großen Namen, die man hier auf einer relativ kleinen Fläche unter einem Dach versammelt findet. Und wenn einem dafür gerade das nötige Kleingeld fehlt, kann man auch einfach ein bisschen durch die Gänge schlendern und die Auslagen bewundern, denn auch die sind in Las Vegas immer ein bisschen aufregender, als in unseren Breiten.
Einen Eindruck von den Suiten im Arias bietet dieses Video von Phil Hellmuths: