Meike Busch und Betsson luden zu einem Ausflug mittels Helikopter in den Grand Canyon und Werthan sollte darüber schreiben. Über die Landschaft, die atemberaubenden Steingebilde, darüber wie es sich anfühlt, in einem Helikopter geschüttelt zu werden und wie viel Spass es macht.
Es ist dem Kolumnisten einfach nicht möglich, die Eindrücke in Worte zu verpacken, doch einen Versuch will er wagen und er weiß, dass das Scheitern nur wenige Zeilen vor ihm liegt.
Treffpunkt 17 Uhr beim Desert Rose, einer kleinen, schönen Anlage, welche auch die Behausung der Betssons darstellt. Die Fahrt zum Flughafen sollte länger dauern als gedacht, zumal dieser weit außerhalb der erwarteten Entfernung liegt.
Der Flughafen ist klein und übersichtlich. Außer Flugzeugen und Helikoptern für Touristen steht hier nichts, was auf einen Flughafen schließen lässt. Der Pilot ist irgendwie zu jung, 28, vielleicht 30, mit zarten Gesichtszügen und keiner Falte des Alterns oder Erfahrung. Er macht seine Sache gut, soweit Werthan dies beurteilen kann, denn seine Erfahrung mit Hubschraubern liegt im gleichen Bereich wie das Gefühl einen Finaltisch zu erleben, nämlich bei Null.
Der Start wirkt gar nicht helikopterartig, so wie man es sich vorstellt. Mit einem Schub nach oben und einem seitlichen Wegdrehen, wie man es in Filmen sieht, eher wie in einem Aufzug mit Fenstern. Vielleicht schaukelt es ein wenig mehr als in einem Lift, aber nicht spektakulär. Die Höhe fühlt sich überraschend gering an, selbst für jemanden mit Höhenangst.
Meike sitzt neben dem Piloten, führt die Videokamera für ihren Blog und sie ist von den Eindrücken ebenso überfordert wie die anderen Mitreisenden, vom Hooverstaudamm, der Wüste, dem Lake Mead, dem Colorado River.
Der Pilot erzählt über die Geschichte des Landes, welche Western hier gedreht wurden, über Goldgräber, vergangene Städte und vergessene Indianer.
Irgendwann heben sich am Horizont die gigantischen Steinschichten des Grand Canyon aus der dunstigen Luft ab und alle im Fluggerät schweigen nun, selbst Meike. Langsam fliegt der Hubschrauber durch die atemberaubende Schlucht des Colorado Rivers. Durch die Licht- und Schattenspiele der Sonne und dem Gestein, welches in fast unrealen Farben eine fremde Natur widerspiegelt.
Nach wenigen Minuten sinkt der Helikopter zu einem Landeplatz ins Tal hinunter, dort wo schon andere stehen und einer Hütte, gleich neben einer Flussbiegung.
Picknick gibt es dort und 20 Minuten Aufenthalt, mit Champagner, einer Tüte Chips und Diet-Coke für jeden Passagier.
Meike und Ralph drehen ihren Videoblog weiter.
Die anderen spazieren herum, machen Fotos, viel zu viele, denn den Eindruck kann man unmöglich digitalisieren und irgendwann sehen die Bilder alle gleich aus.
Der Rückflug vergeht zu schnell, ein letztes Genießen der Abendsonne in 1.000 Meter Flughöhe und ein Blick auf die endlos wirkende Wüste.
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