Kolumnen

Werthans Stories of Poker Vol 7

Von Schlangen und billigen Kamelen, ein Fußballer auf der WSOP der nicht Andreas Krause oder Lothar Matthäus heißt, ein Skandal der keiner wird, ein Kurzzeitpraktikant bei der Pokerfirma, Auswirkungen des schwarzen Freitags, einer der fest an sich glaubte und kein Poolwetter.

Das Sahara kommt weg. Abreissen, sprengen und niederwalzen – sehr schade. Trotz der Sentimentalität, hat der Ausverkauf der Kleinteile am Donnerstag begonnen. Der vier Tage Event entpuppt sich als absoluten Renner. Werthan war am Donnerstag gegen 15 Uhr Ortszeit dort und verwundert, dass Amerikaner (!) sagen, dass die Warteschlange zu lang für sie sei und wieder umkehrten. Eine durch Schritte errechnete Strecke, von ca. 200 Metern bis zur Kasse. Dort durften dann $10 Eintritt für den größten temporärem Flohmarkt von Las Vegas entrichtet werden. Die Preise nicht billig, aber gerade noch in einer Höhe, dass Liebhaber bereit sind etwas tiefer in die Tasche zu fassen. Eine Lampe mit einem Kamel als Sockel gab es für $150, Spiegel mit Goldrahmen schon ab $20. Auf jeden Fall der größte Erfolg des Saharas seit vielen Jahren, so groß, dass sogar drei Fernsehstationen, teilweise live davon berichteten.

 

Roy Makaay auf der WSOP als Rail-Boy. Seine Frau gewann ein Ticket bei ihrem ersten Turnier, er flog mit ihr nach Las Vegas und dann vor ihr aus dem Turnier. Aufgeregt wie eine Spielerfrau in der Südkurve, stand er an der Absperrung und fieberte mit seiner Frau. Torjubelähnliche Gesten konnte er leider fast nie machten, zumal Frau Makaay pro Stunde eine halbe Hand spielte. Beton-Poker in seiner perfektesten Form. Im Interview erzählt er den Rest.

Einem Bracelet-Event der WSOP ist es unwürdig, ein Turnier so zu spielen. Im „Raum“ zwischen den Toiletten, neben den quietschenden, duddelnden, blinkenden Daddelautomaten, vor dem Eingang zum Pool mit sehr lautem Partymusik bumm bumm und neben der Bühne im Casino des Rio’s auf der alle 15 Minuten eine der Kellnerinnen ein Lied mehr schlecht als angenehm zelebriert, stehen die Tische. Es wurde zwar versucht, die Tische so schnell als möglich aufzulösen, allerdings gilt dies nicht als Entschuldigung für etwas, das so gar nicht passieren hätte dürfen. Einer der die Situation mit entspannter Ruhe entgegennahm war unter anderem der 770-Pro Julian Herold. Chapeau!

Giuseppe Pantalones Turnier-Performance gehört zur Zeit nicht zu den nachzuahmenden Serien. Um die meist sehr lange Wartezeit auf seine Buddies sinnvoll zu gestalten, wurde er von der Pokerfirma für drei Minuten als Fotograf engagiert. Die kurze Zeit weniger deshalb weil seine Bilder noch schlechter (siehe Bild) als die von Werthan sind, sondern weil er einfach die Lust daran verlor, zumal diese Fotografiererei viel zu wenig mit Zocken zu tun hat. Egal, G. vor oder hinter der Kamera, ist immer ein Erlebnis. Weshalb hat der Typ eigentlich noch keinen Vertrag?

 

Was auf dem Bild aussieht wie eine gut besuchte Rail ist vielmehr die Reihe der Wartenden für die Sit and Go – Tische. In etwa hundert Spieler stehen geduldig für einen der Plätze an. Warteschlange obwohl 42 Tische zur Verfügung stehen. Pokerboom pur und die sichtbarste aller Auswirkungen des schwarzen Freitags.

Spieler des Tages:

Wie sicher muss man sich bei einer Wette sein, um bereit zu sein, einen ganzen Tag mit blinkenden, rosaroten Hasenohren herumzulaufen?

Das Wetter:

Anfangs sonnig, nachmittags bewölkt bei 38° – Scheisswetter also.


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