WPT

WPT – Splitter aus Prag: Von Wegelagerern und Buchstabenspielern

Die Frage an einen ersten Splitter aus einem jeweiligen FerienTurnierort ist, ob man sich zuerst mal auskotzen soll über Gegebenheiten oder ob man mit den schönen, angenehmen, den lebenswerten Dingen beginnen soll.

Weil ich trotz Hamburger Lebensmittelpunkt noch immer Österreicher bin und in Tschechien Böhmen liegt und ein Großteil der Wiener Küche durch böhmische Köchinnen beeinflusst wurde und das „Hubovat“ (Schimpfen) zu den beliebtesten Prager aber auch Wiener Tugenden gehört, will ich mit den nicht so erfreulichen Dingen beginnen.

Die Wegelagerer

Sind die Hotelbetreiber alle wahnsinnig geworden? Reicht ein Pokerturnier schon aus, um bei den europäischen Hoteliers die Eurozeichen comichaft in den Augen blitzen zu lassen? Ein frisch gepresster Orangensaft kostet 145 Credits (welche Währung haben die hier überhaupt). Zum Vergleich kostet ein Abendessen in einem guten Prager Restaurant ebensoviel, zwei prächtige Biere inkludiert. Der Espresso-Preis hat venezianische Attribute, ohne allerdings nur im Ansatz jene Service-Qualitäten zu erreichen, welche einen Preis von 90 Credits (Sloty?) rechtfertigen, zumal dies, je nach Wechselkurs, den Gegenwert von 4 Euro 50 darstellt. Glauben diese Wegelagerer wirklich, dass jeder Pokerspieler die Bankroll von Dominik Nitsche hat?

Noch schlimmer trifft es die internationalen Blogger, welche das Live-Coverage machen (btw gute Arbeit Herr Achim Quo!). Kein Wasser und auch sonst keine Verpflegung wird den Poker-Arbeitern geboten, dafür können die Blogger Wasser um fünf Euro an der Bar erstehen. Burger (mit Pommes) gibt es für 250 Credits (Rupie?, auf jeden Fall sind dies 14 Euro für nen Burger). Zur Verteidigung sei gesagt, das Emu, der jetzt Medienverantwortlicher im King’s Casino ist, gegen 20 Uhr ein paar Flaschen Cola und Wasser in den Medienbereich brachte, dies dürfte aber eine Ausnahme sein.  Wann verstehen die Veranstalter, dass nicht jeder Pokerspieler diese „Nebenkosten“ bezahlen kann oder will. Umdenken wäre da schon einmal ein erster Schritt. Liebes King’s Casino: Euer „bestes Service“ ist in diesem Fall nicht erkennbar.

Armer Laufvogel

Apropos Emu vulgo Emmanuel Adam, unser hochgeschätzter Kollege hängt in den Seilen. Eine Magen/Darmgrippe hat ihn flach gelegt. Doch trotz körperlicher Unstimmigkeit ist er der einsame Kämpfer der Informationsbeschaffung für die internationalen Pokerspieler und Medienvertreter. Ein Lob und ein Danke an Emu von Seiten der Pokerfirma.

Lächerlicher Randsport Poker!

Im 24. Stock des Corinthia Hotel findet zur Zeit ein Mindsport-Festival statt. Gestern wurde gescrabbelt. Das lustige Buchstabenspiel für Menschen ab 67 erfreut sich höchster Beliebtheit und das nicht nur bei der Generation, welche sich außerhalb der werberelevanten Zielgruppe 49+ befindet. Für das gestrige Scrabble-Turnier lagen € 10.000 im Preispool bei einem Mitspielbeitrag von € 100. Die Begeisterung ist beeindruckend. Bis zu 27.000 Scrabbelaffine saßen gestern vor dem Computer um den „Side-Event“ zu begleiten. Drei Scrabble-Profis sitzen als Moderatoren mit Live-Analysen vor den Monitoren. Der Feature-Tabe ist schon für € 20.000 zu bekommen und ist gleich wie bei Poker ein Live-Tisch. Alle Buchstabenwerte und sonstige wichtige Infos werden wie an einem Pokertronic-Tisch eingelesen und sofort ins Internet übertragen.
Aber es wird nicht nur gescrabbelt. Backgammon, Risiko, Schach und Bridge stehen ebenso am Programm wie die E-Sport-Klassiker League of Legends und Counter-Strike. Beim Counter-Strike-Turnier traten die 10 besten Teams der Welt an, um um den Preispool von 20k zu spielen, das Buy-in beträgt bei so einem Turnier € 990 pro Team. Zu sehen ist dies, für Pokerspieler etwas befremdliche Geschehen unter http://www.mindsportstv.com – einfach mal reinklicken – das ganze ist spannender als es klingen mag. Ein Chapeau an die Kollegen im 24. Stockwerk für die Professionalität, mit welcher sie dieses Festival umsetzen.
[vimeo]https://vimeo.com/54787062[/vimeo]

Tschechischer Zungenbrecher des Tages

„strc prst skrz krk“ (Steck den Finger durch den Hals) – irgendwie klingt hier alles so.

Der beängstigenste Dealer des Tages

Vorschau des Tages

SOSA und deren charmanter Host Sabine Hahlweg berichten ab morgen von der WPT/Praha und nächste Woche von der EPT Praha und eine Woche darauf vom PokerStars Snowfest, welches vom 16. bis 21. Dezember in Saalbach/Hinterglemm statt finden wird.


13 Comments
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jered leto
7 Jahre zuvor

Zloty? Kronen!

werthan
7 Jahre zuvor

credits!

Stefan W.
7 Jahre zuvor

Wenn sie das Geld bekommen wären sie ja blöd es nicht zu verlangen.

Frank
7 Jahre zuvor

25 czk = 1 Euro. Also kostet der Espresso 3,60 €und nicht 4,50 €.

ego
7 Jahre zuvor

scheiss egal wie der umrechnungskurs ist, wenn du für ein glas orangensaft in einem normalen lokal ein ganzes essen bekommst, dann ist das abzocke von uns spielern!!!

Juri
7 Jahre zuvor

Poker ist doch auch Abzocke. So what

openfolder
7 Jahre zuvor

Der tschechische Renminbi – der Ausdruck ‚Tschuschenpeso‘ gilt als politisch inkorrekt – wurde, so weit ich weiß, eingeführt, um Robert Werthan persönlich zu ärgern. Welche Gründe die tschechische Regierung dafür hatte, ist mir unbekannt, vielleicht hat er sich abfällig über die Zubereitungsart von Powidldatschkerln in Budweis geäußert.
Der Umtauschkurs von 25 tschechischen Kopeken für einen Euro ergibt sich ganz zwanglos im Hinblick auf die angestrebte Umstellung auf Euro zum Kurs von 1:1 (der Tschechischen Regierung ist nicht entgangen, wie gut das damals bei der DM geklappt hat).
Die Preisgestaltung im King’s Casino ist lediglich angewandte Verkaufspsychologie. Ein ‚read‘ auf den anvisierten Kunden ist dabei hilfreich. Im Casino einfallende Pokerspieler werden folgendermaßen analysiert:

1) Hat Geld dabei (weil er ja Poker spielen will)
2) Ist ihm egal, was es kostet (weil er ja auch rake anstandslos bezahlt)
3) Kann sich nicht laut beschweren (weil dann die anderen am Tisch wüssten, dass hier ’scared money‘ spielt)
4) Hat sehr großen Durst (weil er hier sonst nichts bestellen würde)

Ergebnis: Bittäscheen, där Härr,Fingärhut Oranschsaft, 145 tschechische Franken, bittäscheen.

Robert Werthan zum Trost: jetzt noch viel trinken ist +EV; nach der Umstellung auf E-Uro wird’s erst richtig teuer…

RADIOMEN
7 Jahre zuvor

Also viel O-saft trinken beim Pokerturnier und dann wie Freeroll spielen – so kann man da die Frauenherzen erobern 😉

name
7 Jahre zuvor

well done

egon
7 Jahre zuvor

wenn dir das zu teuer ist, dann mach doch einen anderen job

GermanHawke
7 Jahre zuvor

Edit – GH geht’s noch?

GermanHawke
7 Jahre zuvor

Immer werde ich falsch verstanden. Das muss an meinem autoritären Führungsstil liegen.
Aber die Sabsi hat sich ganz schön rausgeputzt. Respekt. Würde man das Foto rumzeigen und Leute fragen, welche Partei würden sie dieser Frau zuordnen, also wenn ichs nicht wüsste…dann…ja dann.

GermanHawke
7 Jahre zuvor

Hurra, die Rosi zensiert wieder