Kolumnen

WSOP 2011, Werthan: „Abschied … ……. …“

Höchste Außentemperatur/Schatten 49°, innen Durchschnittstemperatur 20°, durch einen einzigen Schritt durch eine Tür der WSOP nach draußen 29° Temperaturunterschied. So etwas macht dich fertig, tötet dich ganz langsam und nur die ganz Harten schaffen das, wirklich nur die.

„Ne, das schaff ich nicht, will ich auch gar nicht. Falsches Heldentum und so, ne ne is‘ schon gut so. Ja, das waren 39 Tage Las Vegas, 115 Interviews, 56 Events, 762 Photos, 9 Telephonate mit Udo und ein paar Geschichten so nebenbei.

Der Abschiedsschmerz von Vegas ist witzigerweise proportional schlimmer als der Hass, welchen man in den Wochen davor entwickelt und aufgestaut hat.

Jetzt werden einige besonders aufmerksame von den Leser sagen, „Klar, ist ja wieder typisch! Jetzt vor dem Main-Event abreisen. Das ist ja so, als ob man zur Fußball-WM fährt und dann das Endspiel versäumt.“ Naja, ganz so ist es ja nicht. Die, die schon mal beim Main-Event waren, wissen, welcher Wahnsinn sich da abspielt. In den Fluren, in denen sich in den 57 Events zuvor, nur an die 500 Spieler bewegten, sind es jetzt 4.000 und mehr. Man findet nicht mehr die Spieler, welche man finden möchte und reden möchte. Zwischen den Tischen, war bis jetzt Platz für zwei Masseurinnen, drei Blogger und vier Fotographen – jetzt stehen im selben Bereich dreimal so viele Pressevertreter mit fetten dicken TV-Kameras und Mikrofongalgen und drängen jeden weg, der „nur“ mit nem kleinen Fotoapparat im Weg herum steht. Das ist Krieg und da will ich nicht dabei sein.

Aber Untätigkeit kann uns keiner vorwerfen. Denn in einem kleinen südlichen Bundesland in Österreich findet jedes Jahr eines der schönsten Turniere Europas statt: die CAPT in Velden am Wörthersee und da werden wir mit vollem Team dabei sein. Live-Coverage wird neu definiert werden müssen – nein, das ist natürlich Quatsch, wir geben uns einfach Mühe und ob es dann gut ist oder nicht werdet dann ihr entscheiden.

Ja, Vegas ist für mich wieder mal vorbei und wenn ich ganz ehrlich bin, ist das auch ganz okay so. Nach 5 Wochen Vollbeschäftigung hab ich die Nase so richtig voll hat von hier. Seltsamerweise freue ich mich aber schon ein klein wenig auf die nächste WSOP.

Ich möchte mich nicht nur bei den Lesern bedanken fürs Lesen, Loben und Kritisieren, sondern auch bei allen Spielern, die mir ihre Pausenzeit für Interviews schenkten. Danke für die Zusammenarbeit und danke für die unzähligen Biere auf der Treppe vor der WSOP und den tollen Gesprächen, bei denen es sich um vieles ging und nur ganz selten um Poker.

Merci, Chapeau und Au revoire – mögen die Amerikaner die Franzosen eigentlich schon wieder? Egal, wir sehen uns in Velden. „See you around, Robert Werthan“

Kurzfilm: „Warten auf ein Interview“


WARNUNG!! Dieses Video raubt nur Ihre Zeit und hat NULL Information oder Botschaft. Es gibt nichts zu sehen und hat auch keine Handlung.


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