WSOP: Die Bilanz einen Tag vor dem Main Event

Die WSOP wäre nicht die WSOP, wenn es nicht alljährlich einige Rekorde geben würde. Auch in diesem Jahr gab es bei der World Series of Poker (WSOP) Grund zum Jubeln – drei Mal auch für Deutschland. Auch die Erwartungen an das morgen beginnende Main Event sind hoch.

WSOP: Die Bilanz einen Tag vor dem Main Event

Die WSOP wäre nicht die WSOP, wenn es nicht alljährlich einige Rekorde geben würde. Auch in diesem Jahr gab es bei der World Series of Poker (WSOP) Grund zum Jubeln – drei Mal auch für Deutschland. Auch die Erwartungen an das morgen beginnende Main Event sind hoch.

Mit dem Colossus Event wurde ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt, um nicht zu sagen, alle bisherigen Bestmarken wurden pulverisiert. 22.374 Teilnehmer sorgten bei diesem $565 No Limit Hold’em Event für einen Preispool von $11.187.000. Sieger Lance Garcia konnte $638.880 mitnehmen.

Phil Hellmuth
Phil Hellmuth

Phil Hellmuth verbessert alljährlich seine eigenen Rekorde. 113 Mal hat er bislang bei einem WSOP Event gecasht, unglaubliche 14 Bracelets darf er sein eigen nennen. Das erste holte er sich 1989, als er beim Main Event Johnny Chan bezwang. Zwölf davon hat er in einer Texas Hold’em Variante geholt, erstmals 2012 konnte er ein Razz Event für sich entscheiden. In diesem Jahr war es die 10k Razz Championship, bei der sich Hellmuth durchsetzte und eine Siegesprämie von $271.105 kassiert. Fünf Mal war er bei der diesjährigen WSOP im Geld und es würde nicht überraschen, wenn er auch beim Main Event wieder mitmischen würde.

Drei der bisher vergebenen Bracelets gingen an Deutschland. Paul Michaelis ließ die deutsche Community in diesem Jahr nicht lange warten. Er sicherte sich Event # 8, ein $1.500 Pot Limit Hold’em Event, sein Sieg brachte ihm $189.818. Der zweite glorreiche Deutsche war Adrian Apmann, der sich beim $1.500 No Limit Hold’em Extended Play behaupten konnte und eine Siegesprämie von $478.102 kassierte. Paul Hoefer schlug dann quasi im Endspurt beim $1.111 Little One for One Drop zu und holte sich die satte Siegesprämie von $645.969. Bis Paul Hoefer das dritte Bracelet holte, war es einige Male sehr knapp für die deutschsprachigen Spieler, oft durften im Livestream am Final Table mitgefiebert werden. Vor allem Ismael Bojang lieferte eine konstante Performance und so liegt er auch auf Rang 6 im WSOP Player oft he Year Ranking, das von Mike Gorodinsky angeführt wird.

3bracelets

Ein Spieler konnte in diesem Jahr zwei Bracelets holen – Brian Hastings. Sowohl bei der 10k Seven Card Stud Championship als auch beim $1.500 Ten Game Mix ging er als Sieger nach Hause. Mike Gorodinsky führt aktuell das WSOP POY Ranking an. Beim Razz Championship Event musste er sich noch Phil Hellmuth geschlagen geben, beim 50k Players Championship Event konnte er sich dann aber durchsetzen und die Siegesprämie von $1.270.086 einstreichen. Insgesamt sieben Mal konnte er sich in den Geldrängen platzieren.

Das höchste Preisgeld kassierte Jonathan Duhamel, der sich das $111.111 One Drop High Roller Event sichern konnte und dafür mit $3.989.985 belohnt wurde. Nachdem er 2010 den Weltmeistertitel geholt hat, war das nun sein zweites Bracelet. Der satte Gewinn katapultierte ihn wieder in die Top 10 der All Time Money Liste.

Morgen startet dann das $10.000 WSOP Main Event. Langsam greifen auch die Online-Qualifikanten wieder, alleine über 888poker konnten sich 128 Spieler das Buy-In erspielen. Wie sehr die Teilnehmerzahl vom Online-Poker beeinflusst wird, sieht man in den Zahlen seit 2003 Chris Moneymaker den Pokerboom auslöste. Jamie Gold konnte 2006 das bislang größte WSOP Main Event für sich entscheiden. Danach kam der UIGEA in den USA und der damalige Branchenriese Partypoker zog sich zurück. Im Jahr darauf war die Teilnehmerzahl gleich eklatant niedriger. Langsam stiegen die Zahlen wieder, ehe der Black Friday samt Full Tilt Crash erneut einen Einbruch brachte.

Main Event Winner Martin Jacobson
Main Event Winner 2014 Martin Jacobson

2014: 6.683 / $10.000.000 Martin Jacobson
2013: 6.352 /$8.359.531 Ryan Riess
2012: 6.598 /$8.531.853 Greg Merson
2011: 6.865 /$8.715.368 Pius Heinz
2010: 7.319 /$8.944.310 Jonathan Duhamel
2009: 6.494 /$8.547.042 Joe Cada
2008: 6.844 /$9.152.416 Peter Eastgate
2007: 6.358 /$8.250.000 Jerry Yang
2006: 8.773/$12.000.000 Jamie Gold
2005: 5.619 /$7.500.000 Joe Hachem
2004: 2.576 /$5.000.000 Greg Raymer
2003: 839 / $2.500.000 Chris Moneymaker

Obwohl die 10 Millionen Garantie für den Sieger wieder zurückgenommen wurde, erwartet man in diesem Jahr erneut eine Steigerung der Teilnehmerzahlen. Favoriten für den Sieg gibt es nicht, denn in einem derart riesigen Feld kann man keine kleine Gruppe an Favoriten bestimmen. Die deutschsprachigen Spieler lieferten in diesem Jahr konstant gute Leistungen bei allen großen Turnieren ab und viele werden auch beim Main Event ihr Glück versuchen. Am 14. Juli werden die November Nine feststehen und es heißt Daumen drücken, dass auch der ein oder andere Spieler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit dabei ist.

Das Main Event gilt nach wie vor als das beste Liveevent überhaupt. 30.000 Chips, eine sehr flache Blindstruktur und 120 Minuten Levels geben extrem viel Spielraum und gute Spieler haben strategisch garantiert einen Vorteil. Aber auch das nötige Kartenglück ist notwendig und so bleibt es spannend, wer im November zurück ins Rio kommt.

Die Livecoverage könnt Ihr unter wsop.com mitverfolgen, hier auf Pokerfirma.com gibt es natürlich täglich ein Update.