Der Traum vom $10 Millionen Preisgeld ist geplatzt. Beim $10.000 WSOP Main Event (#82) der World Series of Poker kehrten 21 Spieler ins Horseshoe und Paris Las Vegas zurück. Mit Hossein Ensan und Tolga Karakaya waren gleich zwei deutsche Spieler im Rennen um das begehrteste WSOP-Bracelet der Pokerwelt. Trotz hervorragender Ausgangsposition kam es anders als erhofft und beide Hoffnungsträger verpassten den Final Table denkbar knapp.
Mit insgesamt 9.208 Teilnehmern war das WSOP Main Event einmal mehr das Turnier der Superlative. Gespielt wurde um einen gigantischen Preispool von $85.634.400. An Tag 8 kehrten noch 21 Spieler an die Tische zurück und hatten bereits jeweils $325.000 Preisgeld sicher. Der große Fokus lag jedoch auf dem Final Table, denn mit dessen Erreichen war jeder Spieler automatisch Millionär.
Frühe Eliminierungen und bitterer Bad Beat für Todd Brunson
Zu den ersten Bustouts des Tages gehörte Todd Brunson, der das Turnier auf Rang 20 beendete. Der Sohn der Pokerlegende Doyle Brunson hätte 50 Jahre nach dem legendären WSOP Main Event-Sieg seines Vaters nur zu gerne selbst das Bracelet gewonnen. Nachdem er als Shortstack zunächst mit AKs verdoppeln konnte, kassierte er wenig später einen bitteren Bad Beat, indem seine Asse von AJs durch einen Flush geknackt wurden.

Direkt danach erwischte es Will Givens, der im bis dahin größten Pot des Turniers gegen Lucas Jumalon den Kürzeren zog. Mit AQ gegen A10 geriet Givens eigentlich in einen Traumspot, doch Jumalon traf bereits auf dem Flop Trips Zehnen. Damit war Givens praktisch drawing dead und verlor den Monsterpot über 56,2 Millionen Chips. Die Enttäuschung war ihm logischerweise deutlich anzusehen, auch wenn er den Bust Out mit Fassung nahm.
Auf Rang 15 musste schließlich auch Superstar Shaun Deeb die Segel streichen. Der Amerikaner setzte seine letzten Chips mit einem Open Ended Straight Draw, traf jedoch nicht und verabschiedete sich mit einem Preisgeld von $410.000 aus dem Turnier.
Hossein Ensan scheitert auf Platz 13
Kurze Zeit später erwischte es auch den deutschen Weltmeister Hossein Ensan. Der WSOP Main Event-Champion von 2019 startete als Achter im Chipcount in den Tag und gehörte aufgrund seiner Erfahrung zu den Favoriten auf den Final Table.
Zunächst lief auch alles nach Plan und Ensan baute seinen Stack von 29 Millionen auf knapp 50 Millionen Chips aus und spielte sich in eine hervorragende Position.
Anschließend verlor er jedoch nach und nach an Boden und büßte rund die Hälfte seines Stacks ein. Gegen Michael Gagliano geriet der Deutsche schließlich in einen verhängnisvollen Spot. Nach einem Button-Raise von Janne Saaskilathi mit J10s stellte Ensan seine verbliebenen 26 Millionen Chips aus dem Small Blind All-in. Gagliano wachte im Big Blind jedoch Pocket Kings auf und callte natürlich sofort.
Der Flop brachte mit einer Dame noch einmal etwas Hoffnung, doch auf dem Turn erschien der dritte König und besiegelte das Aus von Hossein Ensan. Für seinen starken Lauf erhielt der ehemalige WSOP-Champion ein Preisgeld von $510.000.
Tolga Karakaya verpasst den Final Table nur knapp
Nach dem Ausscheiden von Ensan ruhten die Hoffnungen der deutschsprachigen Poker-Community auf Tolga Karakaya. Der Amateur sorgte für eine der größten Überraschungen des Turniers und kämpfte sich sensationell bis in den achten Turniertag vor.
Mit 30 Millionen Chips startete er als Siebter im Chipcount, tat sich zunächst jedoch schwer, richtig ins Spiel zu finden. Trotzdem behauptete er sich konstant und war fast durchweg über Avarage.
Als nur noch elf Spieler im Rennen waren – lediglich zwei Plätze vom prestigeträchtigen Final Table entfernt – endete sein beeindruckender Lauf. Mit A10 stellte Karakaya seine Chips in die Mitte, doch der Amerikaner Jamie Shaevel fand Pocket Buben und bezahlte.
Der Flop brachte zwar noch eine Zehn und ließ die Hoffnung kurz aufleben, doch weitere Hilfe blieb aus.
Damit war auch für den letzten DACH-Spieler das Turnier auf Platz 11 beendet. Für seine starke Leistung erhielt Tolga Karakaya ein Preisgeld von $750.000, was den mit Abstand größten Gewinn seiner bisherigen Pokerkarriere darstellt.
Die pure Dominanz des Lucas Jumalon
An der Final Table-Bubble erwischte es schließlich den Chipleader zu Beginn des Tages, Malcolm Trayner. Der Pokergott war an Tag 8 nicht auf seiner Seite und Trayner schied letztlich etwas unglücklich gegen Lucas Jumalon aus.
Jumalon bewies im Laufe des Tages mehrfach starke Nerven und hatte in entscheidenden Momenten zudem das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite. Gleichzeitig war er der mit Abstand furchtloseste Spieler des Feldes und spielte von Beginn an kompromisslos auf den Sieg.
Diese aggressive Spielweise zahlte sich aus und mit beeindruckenden 194 Millionen Chips geht Lucas Jumalon als massiver Chipleader an den WSOP Main Event Final Table und zählt damit zum großen Favoriten auf den Titel und das Preisgeld von $10 Millionen.


