Die Legalisierung von Online-Casinos in Wyoming hat einen schweren Rückschlag erlitten. Der zuständige Ausschuss des Repräsentantenhauses, das Travel, Recreation, Wildlife & Cultural Resources Committee, verweigerte die Weiterverfolgung des Gesetzentwurfs HB 162. Die Abgeordnete Cathy Connelly stellte zwar einen Antrag auf eine Diskussion des Gesetzes, doch kein anderes Mitglied unterstützte diesen. Der Ausschussvorsitzende Andrew Byron erklärte das Vorhaben daraufhin für auf unbestimmte Zeit vertagt.
Damit ist das Gesetz zwar nicht endgültig gescheitert, aber die Chancen auf eine Wiederbelebung sind gering. Die laufende Legislaturperiode endet am 6. März – bis spätestens zum 12. Februar müsste es das Gesetz in den Senat schaffen. Ohne klare Unterstützung im Repräsentantenhaus ist dies jedoch äußerst unwahrscheinlich.
Widerstand der Stämme und Bedenken zum Spielerschutz
Ein zentrales Hindernis für die Legalisierung von iGaming in Wyoming ist der Widerstand der indigenen Stämme. Vertreter der Northern Arapaho und Eastern Shoshone argumentierten, dass frühere Lockerungen bezüglich Glücksspiel – darunter für Sportwetten und Pferderennen – ihre Casinoeinnahmen bereits reduziert hätten. Die Einführung von Online-Casinos könnte diesen Trend noch verstärken und damit ihre wirtschaftliche Stabilität sowie die Finanzierung von Sozial- und Bildungsprogrammen gefährden.
Neben den Stämmen äußerten auch Organisationen für verantwortungsvolles Spielen erhebliche Bedenken. Sie warnten vor einem möglichen Anstieg von Spielsucht sowie negativen Auswirkungen auf junge Menschen und gefährdete Bevölkerungsgruppen.
Poker und Online-Glücksspiel als Wirtschaftsfaktor?
Trotz des Widerstands gibt es auch Befürworter der Gesetzesinitiative. Die Sports Betting Alliance (SBA), ein Zusammenschluss großer Anbieter wie BetMGM, DraftKings und FanDuel, hob die wirtschaftlichen Vorteile hervor. Sie argumentierte, dass eine Regulierung nicht nur Verbraucherschutzmaßnahmen verbessern, sondern auch den illegalen Markt bekämpfen könnte.
Derzeit operieren zahlreiche Offshore-Plattformen in Wyoming in einer rechtlichen Grauzone, da es keine detaillierte gesetzliche Grundlage für Online-Poker und andere iGaming-Angebote gibt. Vertreter der Branche verwiesen auf Michigan, wo die Regulierung zu einer effektiven Bekämpfung illegaler Anbieter geführt habe.
Außerdem prognostizierte eine Studie für Wyoming jährliche Steuereinnahmen zwischen 20 und 40 Millionen USD durch Online-Casinos – doch trotz dieser Zahlen fand das Gesetz keine Unterstützung.
Andere Bundesstaaten mit besseren Chancen
Während Wyoming nun neben Virginia zu den Bundesstaaten gehört, die iGaming-Initiativen für 2025 abgelehnt haben, sieht die Lage in anderen Regionen der USA besser aus. In Maryland, New York, New Hampshire und Indiana wurden bereits neue Gesetzesentwürfe eingebracht, die neben Online-Casinos auch Poker umfassen.
Gegenüber 2024 wäre das schon einmal ein Fortschritt – im vergangenen Jahr war nämlich kein neuer Bundesstaat hinzugekommen, der Online-Poker legalisiert hat. Der Fall Wyoming zeigt jedoch, dass Online-Casinos in den USA trotz des jüngsten Erfolgs von Sportwetten weiterhin umstritten bleiben.
