Pokerstrategie

Der LAG versus TAG

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Das liegt vor allem an der weiteren Verbreitung der Pokerstrategie. Während vor einigen Jahren noch kaum jemand was von Pot Odds gehört hat, ist dies mittlerweile so gut wie jedem ein Begriff. Damit verliert der tight-aggressive Stil an Attraktivität. Stellen Sie sich einen Tisch voller TAGs, also tight-aggressiven Spielern vor. Wenn Sie an einem solchen auch als TAG spielen, haben Sie keine Edge und werden langfristig sogar verlieren, weil Sie schließlich auch Rake bezahlen müssen. Natürlich funktioniert der TAG Stil am besten an loosen oder tight-passiven Tischen. Doch selbst wenn nur die Hälfte am Tisch TAG ist und der Rest loose oder tight-passiv, verlieren Sie einen Großteil Ihrer Edge und müssen sich anpassen. Das machen Sie am besten mit einem loose-aggressiven Stil, denn dieser ist der profitabelste, wenn Sie ihn beherrschen.

Was genau macht einen LAG aus?

Viele denken bei einem loose-aggressiven Spieler (LAG) gleich an einen Maniac, der jede Hand spielt und ständig am raisen und betten ist. So einfach ist es nicht. Der Maniac gehört zwar zu den LAGs, ist aber offensichtlich kein Vorbild dieses Stils. Tom Dwan ist schon eher ein solches Vorbild und praktiziert den LAG Stil in Perfektion. Jeder, der die letzte Staffel von High Stakes Poker gesehen hat, weiß wovon die Rede ist.
Kurzum ist der LAG ein Spieler, der viele Hände spielt und diese auch aggressiv. Aber das ist natürlich noch nicht alles. Denn um ein erfolgreicher LAG zu werden muss man nicht nur jede Hand spielen und ständig raisen. Man spielt zwar viele Hände, aber nur weil man nach dem Flop eine Edge hat, die man ausnutzen kann. Und um genau diese Edge dreht sich die ganze Strategie: man muss genau wissen wann man angreifen und aggressiv spielen kann und man muss auch wissen wann man geschlagen ist und den Gegner nicht aus der Hand drängen kann.

Gutes Risiko-Gewinn Verhältnis

Viele stellen sich einen LAG als einen notorischen Raiser vor – ein Spieler, der nach einigen Limps raist um den Pot gleich vor dem Flop in Anspruch zu nehmen. Doch diese Vorstellung könnte falscher nicht sein. Gerade der LAG, der viele Hände spielt, muss darauf achten an möglichst günstige Flops zu kommen um später seine Gegner ausspielen zu können. Trotzdem muss er auch nicht jede Hand spielen, weswegen er ohne weiteres folden kann wenn die Starthand nicht vielversprechend ist. Angenommen der LAG sitzt am Button mit A6 und sieht einen Raise aus früher Position. Er wird kaum callen nur weil er ein LAG ist und viele Hände spielen muss. A6 ist auch für ihn keine Hand mit der er nach dem Flop in profitable Situationen gerät. 87, 44, JT sind schon eher vielversprechende Hände, die man in einer solchen Situation in Erwägung ziehen kann.

Gutes Postflop Spiel

Der Schlüssel zur Profitabilität des LAGs liegt im besseren Postflop Spiel. Denn es muss ja einen Grund geben warum er mit schwächeren Starthänden in einen Pot einsteigen kann. Die entscheidenden Punkte für ein vorteilhaftes Postflop Spiel sind:
–    Unlesbarkeit durch ein ausgewogenes Bluff/Value Spiel
Das heißt ganz einfach, dass der LAG seine starken Hände wie seine     schwachen spielen muss und umgekehrt. Gelingt ihm das, kann er     theoretisch gar nicht gelesen werden und spielt damit optimal.
–    Maximierung des Values
Kurzum muss der LAG versuchen in jeder Situation das meiste heraus zu     holen. Wenn er die Nuts floppt heißt es nicht slowplayen und den Gegner die     Initiative übernehmen zu lassen, sondern Gas geben und dem Gegner mit     einer schwächeren Made Hand oder einen Draw das Geld aus der Tasche     ziehen.
–    Gute Reading Skills
Der wahrscheinlich größte Vorteil des LAGs liegt in den Reading Skills. Also     der Fähigkeit die Gegner auf eine gewisse Palette an Händen zu setzen. Er     muss wissen wann der Gegner wahrscheinlich eine zu starke Hand hat um     auf einen kleinen Bluff zu folden und wann der Gegner wahrscheinlich zu     schwach ist um Geld in den Pot zu schieben. Das sind allerdings auch die     schwierigsten Fähigkeiten, die sehr viel Erfahrung bedürfen.

Der LAG-Stil ist definitiv der profitabelste, vor allem bei den derzeitigen Tischen, die meist mit TAGs überschwemmt sind. Wichtig ist aber auch zu verstehen, dass der LAG nicht überall funktioniert. Zum Beispiel gegen Maniacs kann dies in einem Krieg enden, in dem man kaum eine Edge hat und nur gambeln kann.

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