Pokerstrategie

Das Spiel gegen tight-aggressive Spieler

Die Schwächen des tight-aggressiven Spielers
Wenn der tight-aggressive Spieler gemeinhin als Winning Player gilt, können die Schwächen nicht ganz so offensichtlich und vor allem ausgeprägt sein. Viele Schwächen findet man nicht und wenn man welche findet, dann sind diese eher minimal. Darum sollte man lieber nicht nach Schwächen suchen, sondern nach Tendenzen, die man eventuell ausbeuten kann.
Der tight-aggressive Spieler hat, wie der Name schon verrät zwei Tendenzen: Er spielt tight und er ist aggressiv. Wegen seiner tighten Spielweise ist sein Hand-Spektrum überschaubar. Er kann relativ leicht auf eine gewisse Hand-Range gesetzt werden. Macht der tight-aggressive Spieler einen Reraise in mittlerer Position vor dem Flop, so ist diese Hand-Range relativ begrenzt. Er kann demnach recht leicht auf eine Hand gesetzt werden. Während ein Maniac einen solchen Reraise auch mit JT machen könnte, hat der tight-aggressive Spieler meistens AQ oder besser.
Die andere Tendenz wäre seine Aggressivität. Er investiert viel Geld und spielt um große Pots, wenn er sich dafür entscheidet eine Hand zu spielen. Konsequenterweise investiert er auch hin und wieder Geld mit der schwächeren Hand oder baut mit nicht verbesserten Händen wie Ass König einen großen Pot auf.

Ausnutzen seiner Tendenzen
Mit welchen Tendenzen der tight-aggressive Spieler vorgeht, ist an dieser Stelle geklärt. Die Frage ist nur noch wie man mit diesen Tendenzen umgeht und eventuell damit Profit macht. Hier sei gleich erwähnt, dass der Profit nicht allzu hoch ausfallen wird. Die Edge gegen den tight-aggressiven Spieler ist sehr gering, selbst wenn man mit der richtigen Strategie gegen ihn antritt.
Um dennoch gegen ihn bestehen zu können und das Maximum heraus zu holen, ist es vor allem wichtig auf seine Position zu achten. Tritt man gegen ihn out of Position an, ist der Vorteil dahin und man wird langfristig Geld liegen lassen. Man muss also versuchen gegen ihn in Position anzutreten. Wenn man also auf seinen Raise aus früher Position reagieren muss und am Button sitzt, kann man mit relativ vielen Händen antreten. Während man im Small Blind nur mit sehr wenigen Händen gegen seinen Raise standhalten kann.
Angenommen der tight-aggressive Spieler raist an einem Short-Handed No-Limit Tisch und man befindet sich am Button mit 76s. Mit einer solchen Hand ist man gut beraten gegen ihn zu spielen. Zum einen hat man die gewünschte Position und zum anderen eine Hand, die so gut wie nie dominiert ist. Gegen seine Hand-Range ist man nur kleiner Underdog und begeht mit einem Call keinen großen Fehler. Dafür kann man nach dem Flop einiges gewinnen. Zum Beispiel einen kleinen Pot, wenn er seine Continuation Bet bringt und man immerhin ein Paar flopt um gegen diesen Einsatz bestehen zu können. Oder indem man sogar ein Monster wie Two Pair, Trips oder eine Straight floppt und er mit einem Overpair alle Chips riskiert.

Das Spiel gegen einen tight-aggressiven Spieler ist sicherlich nicht einfach. Wichtig ist zu wissen, dass man nur einen kleinen Vorteil gegen ihn haben kann und dass man unbedingt auf seine Position achten sollte. Nur dann kann man gegen ihn bestehen.

Stefan Baumgart


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