Pokerstrategie

Welche Variante ernsthaft angehen?

Hier dominiert ganz klar No-Limit Hold’em. Und auch bei den Pokerstrategien und -Büchern dominiert diese Variante. Höchstens die Anfängerbücher beschäftigen sich mit allen bekannteren Varianten, aber wirkliche Strategie kann man daraus nicht mitnehmen. Einzig Pot-Limit Omaha scheint ein neuer Trend zu sein, dem man sich bald nicht mehr entziehen kann. Immerhin gibt es schon ein deutsches Pot-Limit Omaha Buch, weitere sollen folgen.

Als seriöser Spieler stellt man sich natürlich die Frage welcher Variante man sich denn widmen soll, gerade weil No-Limit Hold’em vielen schnell zu langweilig wird. Schauen wir uns die Möglichkeiten an:

Bei No-Limit Hold’em bleiben

Es besteht kein Zweifel, dass auch im Internet am meisten No-Limit Hold’em gespielt wird. An Traffic mangelt es bei dieser Variante sicherlich nie. Als guter Spieler profitiert man deswegen so gut von diesem Spiel weil viele Einsteiger diese Variante im Fernsehen oder sonst wo sehen und es mal ausprobieren. Es ist schließlich leicht zu lernen und viele glauben sie würden das Spiel beherrschen, sind aber nur „Dead Money“. Außerdem sind Fehler extrem teuer. So mancher Einsteiger glaubt ein Paar Asse würde allen Bets und Raises standhalten, callen es bis zum River durch und gehen dabei broke.
No-Limit Hold’em wird nach wie vor eine gute Variante für stärkere Spieler bleiben. Wem es also noch nicht zu langweilig ist, sollte erstmal dabei bleiben.

Zu Pot-Limit Omaha wechseln

Omaha ist der Trend seit 2008. Nicht nur Patrik Antonius, Phil Ivey und Tom Dwan spielen diese Variante in ihrer Challenge um hunderttausende von Dollar, sondern auch viele eigentliche Hold’em Spieler. Das interessante ist, dass viele Hold’em Spieler wegen der Ähnlichkeit glauben bei Omaha die gleiche Strategie anwenden zu können. Das ist jedoch ein teurer Fehler – ein Fehler, den gute Omaha Spieler leicht ausnutzen können.
Daher gibt es sehr viel Geld zu verdienen. Aber man muss sich auch bewusst sein, dass die Schwankungen bei Omaha deutlich größer sind. Die Entscheidungen sind knapper und es ist locker möglich mit den Nuts das ganze Geld am Flop in die Mitte zu schieben und trotzdem Außenseiter zu sein. Dessen muss man sich auf alle Fälle bewusst sein.
Bevor man überhaupt von Hold’em auf Omaha wechselt sollte man unbedingt (!) Literatur zum Thema lesen und sich den Unterschieden zwischen diesen beiden Varianten bewusst sein. Ansonsten kann es ein sehr teurer Ausflug werden. Außerdem sollte man sich auf dem kleinsten Limit einspielen. Es ist absoluter Quatsch als No-Limit Hold’em 200 Spieler auch auf Pot-Limit Omaha 200 zu wechseln. Pot-Limit Omaha 50 sollte hier schon das Maximum sein.
Wegen der großen Swings ist es auch locker möglich am Anfang einen netten Upswing zu erleben und gerade zu alle Limits zu überspringen. Irgendwann hat der Upswing ein Ende und man merkt, dass man das Limit eigentlich gar nicht schlagen kann. Auch das kann sehr teuer sein und man sollte länger als in Hold’em auf den verschiedenen Limits spielen und mehr auf sein Bankroll-Management achten.

Mal was anderes ausprobieren

Es gibt jedoch nicht nur Hold’em und Omaha. Manche Anbieter haben so ziemlich jede denkbare Form im Angebot. Interessant für gute Spieler sind weiterhin:
Omaha High/Low (8-or better). Dies ist die Split-Variante von Omaha. Es ist möglich, dass der Pot zwischen der stärksten und der schwächsten Hand aufgeteilt wird. Das macht dieses Spiel nicht nur profitabel, weil sehr viele Spieler nicht einmal das Board lesen können und wissen welche Hand welche schlägt, sondern auch Varianzärmer. Die Swings sind wegen der Potteilung deutlich kleiner. Wenn seine beste Hand geschlagen wird, verliert der Spieler nicht wie in Omaha den ganzen Pot, sondern kann immerhin den halben gewinnen. Omaha High/Low kann man ins Auge fassen wenn man Omaha High spielen kann und Abwechslung sucht.
Seven Card Stud. Eine Variante, die eher am aussterben ist. Diese Variante erfordert viel Konzentration weil man auf bereits ausgeteilte Karten achten muss. Multitabling ist damit sehr viel schwieriger. Beherrscht man Seven Card Stud jedoch, kann der Vorteil relativ groß sein. Problem ist, dass in diesem Spiel kaum schlechte Spieler zu finden sind. Denen ist das zu langweilig – sie bleiben lieber bei Hold’em oder Omaha.

Natürlich gibt es noch viele andere Varianten, doch dies sind die interessantesten mit denen man am besten professionell spielen kann. Bei anderen Varianten ist das Problem, dass selten genügend Tische vorhanden sind. Möchte man zum Beispiel Five Card Draw oder Deuce-To-Seven Triple Draw spielen, gibt es nur sehr wenige Anbieter, die dies mit genügend Tischen anbieten.


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