Splitter aus Las Vegas 2012 – EM Spezial inkl. Video

Las Vegas – Hofbräuhaus,  am Rande der Erträglichkeit, Kitsch as Kitsch can in weiß /blau, die Stimmung war phänomenal und die WSOP deutschlandfrei. Alle, also fast alle Germanophilen und Germanen hatten sich in der  nachgebauten Münchner Bierausschank eingefunden und eine Aufzählung der Anwesenden würde fast die Liste der deutschen Pokerspieler in Vegas widerspiegeln. Die Schweizer Unterstützung für Portugal, setzte sich durch Dani Studer, Sohn und Freund zusammen, auch wenn diese behaupteten „neutral“ zu sein. Später kam noch weitere „neutrale“ Unterstützung durch Österreichs reisefaulsten Pokerspieler Harry Casagrande hinzu.

Anfangs war das Grundgefühl noch norddeutsch zurückhaltend, doch sobald alle Wetten abgeschlossen, jedes Bier und Essen bestellt und der Anpfiff erfolgte, war der Raum erfüllt von Schlachtgesängen und Anfeuerungen. Allerdings nur kurz, denn dann wurden die Gäste ebenso gelangweilt, wie die Fussballer auf den Großbildschirmen es ihnen vorzeigten. Die KellnerInnen taten ihnen dies nach und kamen einfach nicht mehr.

Die Speisekarte im „Hofbräu“ kann man durchaus als deutsch bezeichnen, die Erklärungen zu den Speisen aber amüsierend amerikanisch: Schweinebraten (This is one a bavarian cannot live without), Fleischpflanzl (Giant bavarian hamburger), Leberkäs’ (bavaria’s absolut favorit) oder Bierkutschersteak (enjoyed by beer trucker after a hard day). Das Bier in vernünftigen Größen zu Oktoberfestpreisen. Für eine „Mass“ durften $13,95 abgelegt werden, was für vegas’sche Verhältnisse als sehr günstig einzustufen ist, der  WSOP-Preis für einen ¼ Liter Bier beginnt bei $7.
Die Kellnerinnen, nett in Phantasie-Dirndln gekleidet, welche zum Teil deutsche Wurzeln hatten, waren aber mit dieser geballten Menge „Altheimat“ hoffnungslos überfordert – echte Deutsche sind eben doch anders als Deutsch-Amerikaner.

Weil das „Hofbräu“, streng nach seinem Münchner Vorbild ein rauchfreies Lokal ist, traf sich die Fangemeinde draußen vor dem Gebäude auf eine Zigarette und ein Gespräch und wenig verwunderlich wurde ausschließlich über Fußball gesprochen, über die Fehlleistungen des Schiedsrichters, die mutige Einsetzung von Schweinsteiger und jeder war Fachmann, fast wie beim Pokern.
In der zweiten Hälfte kam dann endlich das zum Beginn der ersten Hälfte bestellte Essen und die Aufmerksamkeit beim entscheidenden Tor bezog sich in diesem Moment hauptsächlich auf Leberkäse, Weißwürste und Schweinebraten, allerdings nur kurz.

Nach dem Spiel Fachgespräche und Ortsfindung für die „Party danach“. Gegen Holland wird’s ernster. Wie war das? Orange trägt nur die Müllabfuhr?

Impressionen aus dem Hofbräuhaus in Las Vegas

http://youtu.be/6sEJweohPzw

http://youtu.be/AO7gJBsocHU


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Comments
Inline Feedbacks
View all comments