Wir hatten das schon einmal. Was sind die verdammten Bergkantone in der Schweiz doch eigen. Hinten und vorne eine Bergwand und genau da brauen sie ihre besten Schnäpse. Illegale Brennereien gibt es da wie Bauernhöfe, geschweige von den undefinierbaren Dialekten.
Früher kamen die Gastarbeiter in diese Gegend, weil die Textilproduktion blühte und genau diese Kinder blieben dann auch genau dort. Die Secondos.
Einer davon ist Claudio Piceci, welcher am Finaltable der EPT San Remo saß und wir erst am Finaltable bemerkten, dass er trotz italienischer Flagge fliessend Schweizerdeutsch redet. Und jetzt passiert die Sache noch einmal. Natürlich ist es nicht wieder Claudio, sondern dieses Mal sein Freund. Wir hätten es uns ja denken können, bei diesen Berglern.
Gianni Direnzo, Italiy, so wird er bei der WSOP geführt, ist momentan mit 3.4 Mio Chips noch fleißig am Mainevent, dem grössten regelmässigen Pokerturnier der Welt locker am spielen. Momentan wo ich diesen Artikel schreibe steht er auf Platz 21 von noch 79 Spielern und eben 7319 Teilnehmern. Darauf gekommen sind wir nur, weil sein Kollege beim Livereporting in Velden ein Kommentar in die Shoutbox gesetzt hat. Unglaublich.

Dieser Modeunternehmer aus dem Kanton Glarus, spielt ähnlich wie Claudio Piceci und dies so unbeschwert. Kennengelernt habe ich ihn in Campione Mitte Juni. Zusammen war er mit Claudio und einem Kollegen unterwegs und immer gut gelaunt. Heads up (am liebsten am Automaten) ist seine Lieblingsdisziplin. Bankrollmanagement habe ich ihm dort auf sein Iphone installiert und eben jetzt sind ihm schon 81’000 USD sicher. Eine schöne Kurve nach oben.
Für uns ist Gianni Direnzo ein Schweizer. Der Typ ist Secondo und würde ein Bracelet dann eben in den Kanton Glarus holen, in diesen eigenartigen und sehr schönen Kanton, von da wo italienische Pokerspieler herkommen, welche eigentlich im Herzen Urschweizer sind.
Natürlich bleiben wir dran.
Hopp Schwiiz!
Martin Bertschi