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New Hampshire erwägt Legalisierung von Online-Glücksspiel

New Hampshire könnte bald ein weiteres Kapitel in der Legalisierung des Glücksspiels in den USA aufschlagen. Vier republikanische Senatoren haben den Gesetzentwurf SB 168 eingebracht, der Online-Glücksspiel einschließlich iGaming regulieren und die generierten Steuereinnahmen dem Staat zuführen soll. 

Die New Hampshire Lottery würde eine eigene Abteilung zur Überwachung des neuen Marktes einrichten. Betreiber mit lizenzierten Gaming-Einrichtungen im Bundesstaat müssten dann mit dieser kooperieren. 

Geplant ist die Vergabe von drei bis sechs Lizenzen für Online-Casinos. 45 % des Bruttospielertrags würden als Steuer an den Staat gehen. Die Einnahmen sollen anteilig dem allgemeinen Staatshaushalt, dem Sonderfonds für Bildung sowie Programmen für Senioren, Menschen mit Behinderungen und andere soziale Gruppen zugutekommen. 

Besonders bemerkenswert ist, dass das Mindestalter für Online-Glücksspiel in dem Gesetzesentwurf auf 18 Jahre festgelegt wurde – ein Novum in den USA, wo üblicherweise eine Altersgrenze von 21 Jahren gilt.

Potenzielle Auswirkungen auf Online-Poker

Obwohl Poker nicht explizit in dem Gesetzestext erwähnt wird, sieht SB 168 eine „interstaatliche Gaming-Vereinbarung“ vor, was auf eine mögliche Integration in das bestehende Multi-State Internet Gaming Agreement (MSIGA) hindeutet. 

Das MSIGA ist eine Vereinbarung zwischen mehreren US-Bundesstaaten, die es Online-Poker-Plattformen ermöglicht, Spieler über Staatsgrenzen hinweg in einem gemeinsamen Netzwerk zu verbinden. Dadurch können sich Spieler aus verschiedenen Bundesstaaten an den gleichen Tischen begegnen und gegeneinander spielen.

New Hampshire

New Hampshire hat eine relativ kleine Bevölkerung von nur 1,4 Millionen Einwohnern. Ohne eine solche Vereinbarung wäre es demnach schwierig, eine ausreichende Zahl an aktiven Spielern auf den Plattformen zu haben, um kontinuierliche Pokerpartien mit verschiedenen Buy-Ins, Turnieren und Cash Games anzubieten. Spieler würden möglicherweise abgeschreckt, wenn sie lange Wartezeiten für Spiele in Kauf nehmen müssten oder wenn das Angebot an Tischen und Gegnern zu begrenzt wäre.

Durch den Beitritt zum MSIGA-Netzwerk, das bereits Nevada, New Jersey, Michigan, Delaware und West Virginia umfasst, könnten Anbieter in New Hampshire auf einen wesentlich größeren Spielerpool zugreifen. Auch Pennsylvania mit 13 Millionen Einwohnern wird voraussichtlich bald beitreten.

Hürden für die Legalisierung

Obwohl die Chancen auf eine Verabschiedung des Gesetzes höher als in der Vergangenheit eingeschätzt werden, gibt es Widerstand. Während der Anhörung zu SB 168 meldeten sich lediglich zwei Zeugen zu Wort, die beide gegen das Gesetz argumentierten. 

So äußerte die New Hampshire Charitable Gaming Association Bedenken, dass Online-Casinos den traditionellen stationären Glücksspielstätten Kunden entziehen könnten. Zudem wurde kritisiert, dass der Bundesstaat nur geringe Mittel für Programme zur Prävention von Spielsucht bereitstellt.

Der Senatsausschuss für Steuern und Abgaben vertagte am 5. Februar eine Entscheidung zu SB 168, während ein anderes Glücksspielgesetz, SB 60, weiter vorangetrieben wurde. SB 60 erlaubt es Spielern, im Voraus Geld auf ein Wettkonto einzuzahlen, um dann auf Pferde- oder Hunde-Rennen zu wetten, die von der staatlichen Lotterie reguliert werden.

Der federführende Senator Tim Lang hat derweil angekündigt, dass er den Gesetzentwurf SB 168 überarbeiten und erneut zur Abstimmung stellen möchte. Besonders die Möglichkeit der Anbindung an bestehende Spielstätten könnte dabei eine Rolle spielen, um den Bedenken der Wohltätigkeitsorganisationen entgegenzukommen. 

Die laufende Legislaturperiode endet am 30. Juni. Bis dahin könnte sich entscheiden, ob New Hampshire in die Riege der Bundesstaaten mit legalem Online-Casino- und Pokerangebot aufsteigt.

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