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MLB feuert Schiedsrichter Pat Hoberg wegen Wettvergehen mit Poker-Spieler

Die Major League Baseball (MLB) hat Umpire (Baseball-Bezeichnung für einen Schiedsrichter) Pat Hoberg offiziell entlassen, nachdem eine Untersuchung ergab, dass er gegen die Wettregeln der Liga verstoßen hatte. Der 38-jährige Schiedsrichter hatte sich demnach auf illegale Weise an Sportwetten beteiligt. Besonders brisant: Er teilte sich ein Wettkonto mit einem professionellen Pokerspieler, der nachweislich auf Baseball gewettet hatte.

Pat Hoberg galt lange Zeit als einer der besten Schiedsrichter der Major League Baseball. Seit seinem Debüt 2014 und der Beförderung zum Vollzeit-Umpire 2017 hatte er sich den Ruf eines außergewöhnlich präzisen Offiziellen erarbeitet. Seine wohl größte Leistung war ein sogenanntes „Umpire’s Perfect Game“ während der World Series 2022, bei dem er jeden Ball und Strike fehlerfrei bewertete. 

Harte Strafe trotz fehlender Beweise für Spielmanipulation

Obwohl die MLB keine Beweise fand, dass Hoberg selbst auf Baseball gewettet oder Spiele manipuliert hatte, war sein Verhalten dennoch problematisch. Er nutzte das geteilte Konto für Wetten auf andere Sportarten wie Fußball, Basketball und Golf. Sein Poker-Freund hingegen setzte insgesamt 141 Wetten auf Baseball, darunter acht auf Spiele, in denen Hoberg als Schiedsrichter oder Replay-Official tätig war.

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Laut MLB reichte allein die Tatsache, dass Hoberg diese Aktivitäten duldete, um einen schwerwiegenden Interessenkonflikt zu schaffen. Zudem löschte er Nachrichten, die als Beweismittel hätten dienen können – ein weiteres Indiz für fragwürdiges Verhalten.

Die Liga hatte Hoberg bereits im Mai 2024 über seine Entlassung informiert. Der Schiedsrichter legte daraufhin Berufung ein. Nach einer umfassenden Prüfung bestätigte Commissioner Rob Manfred die Kündigung am Montag. In seiner Stellungnahme betonte er, dass die Integrität des Spiels oberste Priorität habe und Hobergs Handlungen „zumindest den Anschein eines Vergehens“ erweckten. Selbst wenn keine direkte Manipulation nachgewiesen werden konnte, sei bereits die enge Verbindung zu einem Wettspieler ein Problem.

Hoberg bereut seine Handlungen

Hoberg zeigte sich reumütig und gestand „schlechte Entscheidungen“, betonte jedoch, dass er niemals selbst auf Baseball gewettet oder Insiderinformationen weitergegeben habe. Dennoch bleibt er vorerst gesperrt. Frühestens zur Saison 2026 kann er eine Wiederanstellung beantragen. 

Pat Hobergs Entlassung ist nur das jüngste Kapitel in einer langen Geschichte von Wettskandalen im Baseball. Bereits in den 1910er-Jahren erschütterte der „Black Sox“-Skandal die Liga, als mehrere Spieler der Chicago White Sox bestochen wurden, um die World Series 1919 absichtlich zu verlieren. Jahrzehnte später wurde Pete Rose, einer der erfolgreichsten Spieler aller Zeiten, lebenslang gesperrt, weil er als Manager auf Spiele seines eigenen Teams gewettet hatte.

Die MLB versucht, mit strengen Regeln und harten Strafen die Integrität des Sports zu schützen – doch Fälle wie der von Hoberg zeigen, dass die Grenze zwischen legalem Wetten und unerlaubter Einflussnahme oft verschwimmt. Mit der Entlassung hat der Verband zumindest ein weiteres Zeichen gegen Wettvergehen gesetzt.


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