Die größten Poker Skandale: Ein Blick auf Betrug und Manipulation in der Poker Welt

Wer an Poker denkt, hat sofort auch Begriffe wie gezinkte Karten, bluffen und tricksen im Kopf. Poker und Betrug gehören für Laien zusammen. Und natürlich wird beim Pokern geblufft, das ist der Sinn des Spiels. Tatsächlicher Pokerbetrug sollte aber außen vor bleiben, sowohl im stationären Bereich, in den Spielbanken, bei den großen Turnieren als auch beim Online Poker.

Wir wollen folgend auf einige der größten Poker Skandale näher eingehen, Ihnen verschiedene Betrugsformen genauer vorstellen und erklären, wie Sie sich selbst vor Pokerbetrug schützen können.

Bekannte Poker Skandale

Wir steigen direkt ins Thema ein und stellen Ihnen einige berühmte Poker Skandale vor, die die Poker Welt bis ins Mark erschüttert haben.

The Ultimate Bet Skandal

Der Ultimate Bet Skandal war so heftig, dass er fast die gesamte Online Poker Szene aus den Angeln gehoben hat. Allein schon der Zeitraum sucht seinesgleichen. Betrogen wurde von Januar 2005 bis Januar 2008 an den Online-Tischen von UltimateBet.

Den Betrügern war es gelungen, einen nicht autorisierten Code in die Poker-Software einzuschleusen. Wie spätere Ermittlungen der Kahnawake Glücksspielaufsicht ergaben, waren dafür Mitarbeiter des Software-Unternehmens Excapsa verantwortlich. Spieler, die mit dem Software-Code gespielt haben, konnten über die „Super-User“-Funktion die verdeckten Karten der anderen Mitspieler einsehen.

Aufgefallen ist der Betrug, da einige Spieler zu gierig waren. Die Gewinne waren auffällig hoch. Als Hauptverantwortlichen des Poker Skandals identifizierte die Kahnawake Gaming Commission den früheren Gewinner der World Series of Poker und den ehemaligen Besitzer von UltimateBet Russ Hamilton.

UltimateBet begann 2008 mit der Rückzahlung des Schadens von mehr als 22 Millionen Dollar. Zusätzlich musste der Poker Anbieter 1,5 Millionen Dollar Strafe zahlen. UltimateBet verlor seine Reputation, seinen Kundenstamm und verschwand schließlich komplett aus der Online Poker Welt.

The Black Friday Skandal

Der 15. April 2011 war für die Online-Pokerszene im wahrsten Sinne des Wortes ein „schwarzer Freitag“. Betroffen vom Poker Skandal waren aber nicht die Spieler, sondern drei renommierte Portale, Full Tilt Poker, Absolute Poker und Pokerstars.

Die US-Justizbehörde (DOJ) klagte die Betreiber wegen Bankbetrugs, Geldwäsche und Verstößen gegen den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) von 2006 an. Die Folgen haben bis heute Nachwirkungen. Die damaligen Anklagen haben in der Poker Welt für neue, bessere Sicherheitsmechanismen gesorgt.

PokerSkandalamPokerTisch

Bei Full Tilt Poker wurde festgestellt, dass 390 Millionen Dollar an Kundengeldern nicht gedeckt waren. Zwischen 2007 und 2011 hatten sich die Inhaber und Direktoren zuvor jedoch 444 Millionen Dollar ausgezahlt. Die Alderney Gambling Control Commission entzog Full Tilt Poker die Lizenz. Die Plattform wurde von Pokerstars übernommen.

Absolute Poker, damals übrigens interessanterweise mit UltimateBet verbunden, brach zusammen. Lediglich Pokerstars überlebte das Black-Friday-Beben. Der Poker Anbieter einigte sich mit DOJ auf einen Vergleich. Pokerstars zahlte 731 Millionen Dollar Strafe und durfte sein Geschäft außerhalb der USA fortsetzen.

Der Mike Postle Skandal

Der Mike Postle Skandal, auch bekannt als Postlegate, ist der berühmteste Live Stream Poker Skandal. Bis heute sind zwar nicht alle Details bekannt, doch der Skandal zeigt, dass auch Live Poker extrem gefährlich sein kann.

Ereignet hat sich der Fall 2018 und 2019. Mike Postle nahm damals an niedrig-stakes Cash-Games ($1/$3 und $2/$5) teil, die per Livestream übertragen wurden. In schier unfassbarer Art und Weise gewann Postle rund 250.000 US-Dollar. Mit unorthodoxen Spielzügen, die sich als perfekt erwiesen, kassierte Mike Postel richtig ab. Selbst für erfahrene Poker-Profis waren die Spielentscheidungen nicht nachvollziehbar.

Da Postel während der Pokerrunden immer auf sein Handy schaute, wird vermutet, dass er mithilfe von RFID-Technologie die Hole Cards seiner Gegner in Echtzeit einsehen konnte. Auch kam der Verdacht auf, dass er externe Signale in seinem Hut empfing.

Mehrere Poker-Profis analysierten die Spielweise von Mike Postle. Sie kamen zum Schluss, dass man derartige Spielzüge nur wagt, wenn man die Karten der Gegner kennt. Beweisen konnten Sie den Poker Betrug aber nicht.

Im Oktober reichten 24 Pokerspieler Klage in Höhe von 30 Millionen US-Dollar gegen Mike Postle ein. Dieser wehrte sich mit einer Verleumdungsklage in Höhe von 330 Millionen Dollar, unter anderem gegen Poker-Superstar Daniel Negreanu. Beide Klagen wurden abgewiesen. Mike Postle leugnet bis heute jegliches Fehlverhalten.

Weitere kleinere Poker Skandale

Neben den drei großen Poker Skandalen gab es einige weitere Betrügereien, die ebenfalls für Schlagzeilen sorgten:

  • Potripper Skandal: 2007 wurde bekannt, dass bei Absolute Poker ein Spieler namens „Potripper“ unterwegs war, der via Superuser-Funktion die Karten der Mitspieler einsah. Er ergaunerte 1,6 Millionen Euro.
  • Superuser Moneytaker69: Bei GGPoker war Superuser „Moneytaker69“ unterwegs. Sein unfaires Spiel fiel recht schnell auf. „Moneytaker69“ wurde aus dem Verkehr gezogen. Er wurde lebenslang gesperrt und musste 29.795 Dollar zurückzahlen.
  • Dream Machine von Fedor Kruse: Der deutsche Pokerprofi Fedor Kruse wurde von seinen Mitbewohnern verraten. Kruse nutzte eine Real-Time-Assistance (RTA) Software, um seine Entscheidungen zu optimieren. Fedor Kruse wurde auf alle großen Plattformen gesperrt.
  • RTA-Vorwürfe gegen Nacho Barbero: Der Profi stand lange Zeit im Verdacht, auf ACR Poker ein RTA-Tool verwendet zu haben. Die Vorwürfe führten schlussendlich aber nur zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen bei ACR Poker.

Hintergründe und Auslöser von Poker Skandalen

Die Poker Skandalfälle bzw. die Poker Betrugsfälle basieren meist auf der gleichen Grundlage. Wir fassen die wichtigsten Hintergründe und Auslöser zusammen.

Technologische Manipulation (Software, Bots)

Technologische Manipulation (Software, Bots)

Technologische Manipulationen im Online-Poker umfassen den Einsatz von Bots und Real-Time Assistance (RTA)-Software. Die Bots spielen automatisch auf einem höheren Niveau als die Überzahl der Spieler. RTA Tools schlagen den Spielern indes die optimalen Entscheidungen vor, in Echtzeit versteht sich. Da die RTA Tools separat laufen, sind sie von den Poker Anbietern kaum zu erkennen. Die besten Poker Plattformen arbeiten aber mit Algorithmen, um verdächtige Spielstrategien zu entdecken und Betrüger zu sperren.

Insider-Wissen und Betrug durch Mitarbeiter

Insider-Wissen und Betrug durch Mitarbeiter

Beim Insider Betrug sind Mitarbeiter der Softwarehersteller oder Poker Portale involviert. Das typische Beispiel für die Betrugsmasche sind die „Superuser“-Accounts, wie bei The Ultimate Bet Skandal.

Gesetzliche Grauzonen und unzureichende Regulierungen in einigen Ländern

Gesetzliche Grauzonen und unzureichende Regulierungen in einigen Ländern

Wird in einer Region gespielt, in der Online Poker nicht überwacht wird, sind dem Betrug und der Abzocke Tür und Tor geöffnet. Betroffene Spieler haben quasi keine Chance, sich zur Wehr zu setzen.

Problematisch ist, dass Online Poker rechtlich unterschiedlich bewertet wird. In einigen Staaten gehört es zum Glücksspiel, andere Länder sehen Poker als Geschicklichkeitsspiel an, mit einer weniger strengen Regulierung.

Die Psychologie der Spieler und der Reiz des schnellen Gewinns

Die Psychologie der Spieler und der Reiz des schnellen Gewinns

Clevere Betrüger nutzen die irrationalen Denkweisen der Spieler (Anfänger) aus. Wer kleinere Gewinne eingefahren hat, neigt zum höheren Risiko. Diese Spieler sind anfälliger für Betrug.

Die andere Seite ist, dass einige Pokerspieler dem Reiz des schnellen Geldes erlegen sind und selbst zu unlauteren Mitteln greifen. Der Reiz des Geldes ist auch für die reichsten Pokerspieler immer gegewärtig.

Auswirkungen auf die Poker-Branche

Auswirkungen auf die Poker-Branche

Poker Skandale erschüttern die Szene. Doch langfristig sind die Auswirkungen der Poker Skandale sogar positiv zu sehen. Alle Poker Portale haben ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüft und an vielen Stellen nochmals nachgebessert. Ein wenig hat sich am Markt zudem die Spreu vom Weizen getrennt. Kurzfristig hatte jeder Poker Skandal aber erst einmal negative Folgen. Potentielle Poker-Spieler sind von den Online Anbietern ferngeblieben.

Vertrauensverlust und die Auswirkungen auf Online Poker Plattformen

Seriöse Poker Anbieter haben in der Vergangenheit auf jeden Skandal in der Branche reagiert, egal ob sie selbst betroffen waren oder nicht. Neue Sicherheitsmaßnahmen belegen, dass die Portalbetreiber immer transparent agieren, um für die maximale beste Poker-Security zu sorgen. Sofern möglich, wird gegen Poker Betrüger zivil- und strafrechtlich vorgegangen.

Wer online Poker spielt, gehört fast immer einer Community an und dies ist auch gut. Die Poker Betrugsfälle haben gezeigt, dass die Aufdeckung fast immer aus der Spielerszene heraus erfolgt ist. Wir sehen diesen Punkt als wichtige Sicherheitskomponente.

Tipps zur Vermeidung von Betrug und unethischem Verhalten

Eine 100%ige Sicherheit zur Vermeidung von Betrug beim Online Poker gibt es nicht. Wer sich für große, renommierte Plattformen entscheidet, hat aber gute Chancen, nicht vom nächsten Poker Skandal betroffen zu sein.

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Kontrollieren Sie vor der Registrierung, welche Lizenz der Anbieter besitzt und von welcher Behörde er überwacht wird. Sicherheitssiegel, beispielsweise vom TÜV, sind weitere untrügliche Seriositätskennzeichen. Die besten Online Poker Anbieter arbeiten mit renommierten Zahlungsdienstleistern zusammen. Die Kassenbereiche tragen PCI DSS Sicherheitszertifikate.

Empfehlenswert ist es, alle Gewinne nach den Poker Sessions sofort auszahlen zu lassen. Lassen Sie nur ein nötiges, kleines Guthaben auf Ihrem Pokerkonto.

Juristische Folgen für Täter und Betrüger

Wer einen Schaden anrichtet, muss dafür haften. Beim Online Poker ist dies nicht anders. Da Poker rechtlich weltweit unterschiedlich bewertet wird, kann es zu unterschiedlichen Strafen und Konsequenzen kommen. Aus deutscher Sicht kann gesagt werden, dass offensichtliche, nachgewiesene Betrügereien nach §263 StGB bestraft werden. Poker Betrügern können mehrere Jahre Haft drohen.

Schlussfolgerung

Poker Skandale und Poker Betrug bleiben nicht aus – wer nach unserem Erfahrungsbericht nun meint, dass das Online Pokern eine gefährliche Angelegenheit sei, der irrt sich jedoch. Die Sicherheitsmaßnahmen der besten Poker Plattformen bewegen sich auf einem Topniveau. Die Regulierungsbehörden kontrollieren streng und ergreifen schon bei kleineren Unregelmäßigkeiten sofortige Maßnahmen. Ihr Risiko, das nächste Opfer von Poker Betrug zu werden, ist daher verschwindend gering.

Häufig gestellte Fragen: Online mit Poker Geld verdienen

Im FAQ-Bereich wollen wir Ihnen abschließend noch drei häufig gestellte Fragen zum Online Poker Betrug beantworten.

Kann Online Poker Betrug zu 100% ausgeschlossen werden?

Betrügen die Poker Anbieter oder andere Mitspieler?

Wie kann ich mich am besten vor einem Online Poker Betrug schützen?

Quellen

Rene Müller

René ist gelernter Bankkaufmann, hat aber sofort nach seiner Ausbildung seine Karriere als freier Journalist bei einer großen, deutschen Zeitung begonnen. Später betrieb René in seiner Wahlheimat Tschechien mehrere Wettannahmestellen für Sportwetten und eigene Spielotheken. Seit 2013 arbeitet René als Glücksspiel-Redakteur. Er bringt umfangreiches Spielwissen und die schnelle journalistische Feder mit. In unserer Redaktion kann René als Oldie angesehen werden. Veraltet sind sein Texte aber nicht. Im Gegenteil, sie stehen für jahrelange Erfahrung im Online Glücksspiel.

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