Die armenische Regierung hat beschlossen, die Glücksspielabgaben ab dem 1. April 2025 drastisch zu erhöhen. Die neuen Steuern sollen jährlich zusätzliche 13 Milliarden Dram (33 Millionen USD) in die Staatskassen spülen.
Die Regierung betrachtet die Maßnahme als ersten Schritt zu einer umfassenden Regulierung der Branche und warnt, dass die Abgaben weiter steigen könnten, falls bis 2028 keine eigene Glücksspielaufsicht eingerichtet wird. Ziel ist es, den Markt transparenter zu gestalten und illegale Anbieter besser zu kontrollieren.
Erhöhte Gebühren für Sportwetten und Online-Casinos
Die neuen Vorschriften betreffen sowohl Sportwettenanbieter als auch Online-Casinos. Die Abgaben für Sportwetten verdoppeln sich von 50 Millionen Dram (127.000 USD) auf 100 Millionen Dram (253.000 USD) pro 50 Milliarden Dram (127 Millionen USD) an Wetteinsätzen. Online-Casinos müssen künftig 350 Millionen Dram (887.000 USD) pro 100 Milliarden Dram (253 Millionen USD) an Einsätzen zahlen – eine deutliche Erhöhung gegenüber den bisherigen 175 Millionen Dram (444.000 USD). Zusätzlich bleibt die jährliche Lizenzgebühr von 600 Millionen Dram (1,5 Millionen USD) bestehen. Sollte die geplante Glücksspielaufsicht nicht bis 2028 einsatzbereit sein, könnten die Abgaben indes sogar um das Drei- bis Fünffache steigen.
Aktuell basiert die Steuerberechnung auf freiwilligen Angaben der Anbieter, was nach Ansicht der Regierung Steuerhinterziehung begünstigen könnte. Eine neue Glücksspielaufsicht soll künftig Finanzströme kontrollieren und so für mehr Transparenz sorgen.
Sorge um soziale Auswirkungen und illegales Glücksspiel
Die Regierung sieht im Glücksspielsektor nicht nur wirtschaftliches Potenzial, sondern auch Risiken. Laut MP Hayk Sargsyan hätten die 2024 von Spielern in Online-Casinos investierten 2 Milliarden USD stattdessen das nationale BIP um bis zu 15 % steigern können. Zudem befürchten die Behörden einen Zusammenhang zwischen Glücksspielsucht, Armut und Suizidraten. Premierminister Nikol Pashinyan hatte sogar vorgeschlagen, ausländische Glücksspielseiten zu blockieren, entschied sich letztlich aber für eine Steuerlösung.
Experten warnen, dass die hohen Abgaben lizenzierte Anbieter benachteiligen und Spieler vermehrt zu nicht regulierten Plattformen im Ausland abwandern könnten. Daher sei eine schnelle Einrichtung der neuen Glücksspielaufsicht entscheidend, um sowohl die Branche zu stabilisieren als auch den Spielerschutz zu gewährleisten.
Auch Poker ist in Armenien beliebt – doch die neuen Steuerregelungen könnten die Branche erheblich belasten. Höhere Abgaben dürften den Betrieb von Plattformen und Card Roomserteuern und Spieler vermehrt zu internationalen Anbietern treiben. Ohne eine schnelle und effektive Regulierung droht dem lokalen Markt eine Schwächung, während unlizenzierte Plattformen weiter florieren. Ob die Reform langfristig für mehr Stabilität sorgt oder Poker in Armenien ausbremst, bleibt abzuwarten.
