Während Online-Sportwetten mittlerweile in fast 40 US-Bundesstaaten erlaubt sind, ist iGaming weiterhin nur in wenigen Staaten legal. Eine aktuelle Analyse des Forschungsunternehmens Eilers & Krejcik Gaming (EKG) zeichnet obendrein ein düsteres Bild für die Ausweitung des Online-Glücksspiel-Sektors in den USA. Die Experten prognostizieren, dass in den kommenden Jahren nur ein einziger Staat neue iGaming-Gesetze verabschieden könnte: Florida.
Statt einer Liberalisierung oder Legalisierung von iGaming würden viele Bundesstaaten laut EKG eher auf Steuererhöhungen im Bereich der Online-Sportwetten setzen, um ihre Staatseinnahmen zu steigern. Dies liege unter anderem daran, dass die politische Akzeptanz für Online-Casinos in den Gesetzgebungskammern weiterhin gering ist.
Bereits im vergangenen Jahr wurden in sechs Bundesstaaten Gesetzesinitiativen für iGaming diskutiert, jedoch scheiterten alle. Auch in diesem Jahr wurde ein entsprechendes Gesetz in Indiana bereits verworfen.
Diese Entwicklung trifft auch Online-Poker, das in den meisten Bundesstaaten als Teil des iGaming-Sektors reguliert wird. Ohne neue iGaming-Gesetze kann auch der Online-Poker-Sektor in den USA nicht wachsen.
Floridas mögliche iGaming-Expansion
Laut der EKG-Prognose könnte Florida der einzige Bundesstaat sein, der bis 2027 iGaming legalisiert. Bereits jetzt sind zwei Gesetzesentwürfe im Umlauf – HB953 und S1404 –, die darauf abzielen, das exklusive Glücksspielangebot des Seminole-Stammes und seiner Marke Hard Rock Bet über Sportwetten hinaus auf Online-Casinos auszuweiten. Sollte eines dieser Gesetze verabschiedet werden, könnte Florida das achte US-Bundesland mit legalem iGaming werden – neben Connecticut, Delaware, Michigan, New Jersey, Pennsylvania, Rhode Island und West Virginia.
In Florida wäre die Situation aber dennoch eine andere als in den meisten anderen Staaten: Es wird erwartet, dass der Seminole-Stamm durch als Monopolist alle iGaming-Angebote in Florida kontrollieren würde – ähnlich, wie es bereits bei den Sportwetten der Fall ist. Ein solches Monopol würde Anbietern wie DraftKings, Caesars oder Rush Street Interactive kaum neue Geschäftsmöglichkeiten bieten.
Widerstand aus dem landbasierten Glücksspielsektor
Ein zentrales Hindernis für eine flächendeckende Legalisierung von Online-Casinos und Online-Poker in den USA ist der Widerstand aus der landbasierten Glücksspielindustrie. Betreiber physischer Casinos fürchten erhebliche Umsatzverluste, sollte iGaming in weiteren Bundesstaaten legalisiert werden.
Zudem warnen Experten vor den sozialen Risiken des Online-Glücksspiels: In Bundesstaaten mit legalen Sportwetten verzeichnen Hilfsorganisationen bereits eine steigende Zahl von Problemspielern. Eine einfache Verfügbarkeit von Online-Casinos auf dem Smartphone und Casinos mit Bitcoin als Zahlungsmethode, könnte diese Problematik noch verschärfen.
Der iGaming-Boom in den USA dürfte sich also weiter verzögern – mit Florida als einziger Ausnahme.
