Kenny Hallaert hat es erneut geschafft. Im Sommer 2025 erreichte der belgische Pokerprofi zum zweiten Mal den Finaltisch des renommierten WSOP Main Events. Platz vier bedeutete ein Preisgeld von beeindruckenden 3 Millionen Dollar und festigte seinen Ruf als feste Größe in der modernen Pokerszene.
Bereits 2016 hatte Hallaert Platz sechs belegt – ein seltenes Doppelresultat angesichts der riesigen Teilnehmerfelder dieser Ära.
Die Schattenseite: Der Vorfall mit Will Kassouf
Doch obwohl Hallaert mit Präzision, Disziplin und Klasse beeindruckte, lenkte ein anderer Spieler zeitweise die Aufmerksamkeit auf sich: Will Kassouf. Der Brite ist bekannt für seinen provokativen Spielstil und endlosen Table Talk. Auch 2025 machte er Schlagzeilen – allerdings nicht wegen seines Könnens, sondern durch einen Vorfall, der zu seiner Disqualifikation führte.
Ironischerweise war es ausgerechnet Hallaert, der Kassouf aus dem Turnier warf. In einem Interview bei der EPT Barcelona sprach er offen über den Moment.
Hallaerts Analyse des entscheidenden Moments
„Egoistisch betrachtet war es ein guter Spot, Kassouf am Tisch zu haben“, erklärte Hallaert. Ein Satz mit Gewicht, denn er analysiert nicht nur das spielerische Geschehen, sondern auch das psychologische Umfeld.
„Er war auf Tilt und brachte andere Spieler aus dem Konzept – an einem kritischen Tag wie Tag 7 im Main Event spielte das mir in die Karten.“
Hallaert bleibt dabei sachlich: „Ich habe nichts gegen Table Talk“, sagte er. „Doch bei Kassouf ist es nur Lärm. Er klingt wie ein kaputtes Tonband.“
Ein Profi mit Weitblick und Verantwortung
Seine Kritik basiert nicht auf persönlicher Abneigung, sondern auf professioneller Erfahrung. Hallaert ist nicht nur Spieler, sondern auch Live Events Advisor bei PokerStars. Er kennt die Abläufe und Regeln hinter den Kulissen.
Gefragt, warum Kassouf bei EPT-Events nicht negativ auffällt, antwortet Hallaert klar: „Wir haben feste Richtlinien. Wer über die Stränge schlägt, wird höflich, aber bestimmt darauf hingewiesen.“
Damit unterstreicht Hallaert, wofür er steht: Integrität, Fairness und Qualität im Live-Poker.
Ein Sommer voller Beweise für Charakter
Hallaert blickt auf einen Sommer großer Erfolge zurück, doch es war mehr als ein weiterer tiefer Run. Er bewies, dass man in der Pokerwelt nicht laut sein muss, um gesehen zu werden. Sein Spiel spricht für sich: klug, kontrolliert und konsequent.
Inmitten der Kassouf-Kontroverse trat er nicht durch Drama hervor, sondern durch Haltung und Charakter.
Das Jahr 2025 markiert nicht nur einen weiteren Meilenstein seiner Karriere. Es zeigt, dass Kenny Hallaert einer der Spieler ist, die die Zukunft des Pokers aktiv mitgestalten – sowohl am Tisch als auch außerhalb.
