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Phil Hellmuth kontert Kritik mit 1-Million-Dollar-Prop-Bet

  • Prop-Bet mit Ansage: Phil Hellmuth bietet eine 1.000.000-US-$-Challenge gegen seine Cashgame-Kritiker an.
  • Kritik von Marc Goone: Pokercoach wirft Hellmuth „Angsthasen-Poker“ und mangelnden Mut vor schwierigen Entscheidungen vor.
  • Statistik spricht Bände: In 588 Stunden dokumentierter Cash Games verlor Hellmuth über 825.000 US-$.

Phil Hellmuth hat genug. Der 61-jährige Rekordweltmeister der WSOP sieht sich regelmäßig scharfer Kritik ausgesetzt. Besonders gerne machen sich seine Kontrahenten über seine Fähigkeiten im Cash Game lustig. 

Phil Hellmuth.
Hellmuth ist nicht gerade für seine Cashgame-Skills bekannt.

 

Jetzt schlägt der Poker-Brat zurück. Via Social Media forderte er öffentlich seine Kritiker zu einer gewagten Prop-Bet heraus: 500.000 US-$ Einsatz pro Seite, gespielt wird um eine glatte Million. Und zwar in genau jenen Cash Games, in denen er angeblich nicht mithalten könne. Schauplatz der potenziellen Duelle sollen öffentliche Formate wie Poker After Dark, High Stakes Poker oder die neue YouTube-Show Hellmuth’s Home Game sein.

Hellmuths Selbstbewusstsein ist dabei ungebrochen. In seinem Tweet behauptet er, seit 2014 rund 3 Millionen US-$ in Cash Games gewonnen zu haben und er könne das sogar per Steuerunterlagen belegen. Gleichzeitig verweist er auf seine Bilanz bei TV-Games. Zwischen 2013 und 2019 habe er 23 von 24 Sessions gewonnen.

Statistiken sagen etwas anderes

Trotz Hellmuths Kampfansage sprechen objektive Daten eine andere Sprache. Laut HighRollPoker.com verzeichnete der Kalifornier in knapp 600 Stunden dokumentierter Cash Games seit 2006 einen Verlust von über 825.000 US-$. Sein durchschnittlicher Stundenverlust: –1.402 US-$, was einem Minus von 3,71 Big Blinds pro Stunde entspricht. Besonders tief ging es bei Formaten wie The Big Game (–422.600 US-$) oder Hustler Casino Live (–273.575 US-$) bergab.

Zwar gibt es auch Lichtblicke, so etwa Gewinne bei Poker After Dark (+88.325 US-$) oder PokerGO (+53.060 US-$), insgesamt zeigt sich aber doch ein sehr durchwachsenes Bild. Und genau hier setzt die Kritik von Marc Goone an, einem Poker-Coach und Kommentator, der jüngst in einem YouTube-Video Hellmuths Spielweise als „ängstlich“ beantwortete.

„White Magic“ oder Angsthasen-Poker?

Goone hat sich 100 Stunden Hellmuth-Material angesehen. Mit verheerendem Fazit. Der Pokercoach argumentiert, dass Hellmuth nicht nur preflop zu passiv agiere, sondern auch postflop regelmäßig Value liegen lasse, um schwierigen Entscheidungen aus dem Weg zu gehen. Beispielhaft nennt er Hände, in denen Hellmuth mit K♠️ K♦️ auf ein Re-Raise nur callt, statt selbst Druck zu machen, oder mit A♠️ K♦️ einfach foldet, um keinen unangenehmen Spot zu spielen.

Der wohl härteste Vorwurf: Hellmuth spiele „nicht, um zu gewinnen, sondern um nicht schlecht auszusehen“. Laut Goone spiele der 17-fache Bracelet-Gewinner bewusst mit kleinen Stacks Tisch, um sich keine Blöße zu geben. Eine riskante Strategie, vor allem in modernen High-Stakes-Games, in denen Exploit-Spieler wie Alan Keating und Doug Polk das Geschehen dominieren.

Wer nimmt die Challenge an?

Die Herausforderung Hellmuths blieb nicht unbeantwortet. Brian Okin, Gastgeber einer privaten Cashgame-Runde bei Venetian Poker Live, signalisierte etwa Interesse. Auch Ossi „Monarch“ Ketola, der kürzlich 15 Millionen US-$ gegen Dan Cates verlor, würde sich einem Duell mit dem „Poker Brat“ nicht verschließen.

Ob es jedoch tatsächlich zu einem solchen Millionenspiel kommt, steht noch in den Sternen. Sicher ist nur, dass Phil Hellmuth die Diskussion um sein Können neu entfacht hat. Das kann er ohnehin gut, wie er auch während der WSOP wieder zur Genüge gezeigt hat. Wer nicht an seine Cashgame-Fähigkeiten glaubt, bekommt vielleicht bald die Gelegenheit, gegen ihn anzutreten. Für teures Geld.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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